Stadt und Leben

Jugendherbergen – günstig übernachten

Sprachniveau: B2
Jugendherberge in Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Ob Klassenfahrten, Ausflüge mit einem Verein oder private Reisen – fast jeder Jugendliche in Deutschland hat schon einmal in einer Jugendherberge übernachtet.

Die Idee, günstige Unterkünfte für junge Menschen einzurichten, hatte der deutsche Lehrer Richard Schirrmann (1874–1961). Auf einer Wanderung wurden er und seine Schüler von einem Gewitter überrascht. Da es keine andere Unterkunft gab, übernachteten die Schüler und der Lehrer in einer Dorfschule.

Nach diesem Erlebnis dachte sich Schirrmann, dass es überall Unterkünfte für junge Wanderer geben sollte. Für seine Idee gewann er schnell Unterstützer. Im Jahr 1912 eröffnete Schirrmann die erste Jugendherberge auf der Burg Altena im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ein Jahr später gründete er einen Verband der Jugendherbergen, der heute Deutsches Jugendherbergswerk (DJH) heißt.

Erst Mitglied sein, dann übernachten

Wer günstig in einer deutschen Jugendherberge übernachten will, muss Mitglied im DJH oder im internationalen Verband der Jugendherbergen sein, der sich Hostelling International (HI) nennt. Die Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag und bekommen eine Mitgliedskarte. Mit dieser Karte können sie in deutschen Jugendherbergen und in jedem Youth Hostel von HI übernachten. Hauptsächlich werden Jugendherbergen von jungen Menschen besucht. Aber auch immer mehr ältere Gäste nutzen die Jugendherbergen. Sie zahlen dann mehr pro Übernachtung.

Unterkunft mit pädagogischem Konzept

Jugendherbergen unterscheiden sich von anderen kommerziellen Unterkünften wie Hotels, Pensionen und Hostels darin, dass sie ein pädagogisches Konzept haben. Sie haben Gemeinschaftsräume, damit sich die jungen Leute kennenlernen und gemeinsame Aktivitäten planen können. Außerdem bieten Jugendherbergen oft ein pädagogisches Programm an. Viele Jugendherbergen setzen spezielle Schwerpunkte. So sind die einem zum Beispiel besonders geeignet für Familien, Sportler oder Musiker, andere bieten auch Lernprogramme über die Umwelt an. Wer in einer deutschen Jugendherberge übernachtet, lernt nicht nur junge Leute aus der ganzen Welt kennen, sondern kann auch sein Wissen über Deutschland erweitern.

Jugendherbergen – ideal für Jugendliche

Die Niederländerin Iris Heiminge und der Brite Will Richards haben die Jugendherbergen für sich entdeckt. Über ihre Erfahrungen mit deutschen und internationalen Jugendherbergen berichten sie:

Iris Meinige, 18 Jahre, Groningen (Niederlande)

„Ich lerne seit fünf Jahren Deutsch und schaue mir für drei Tage zusammen mit meinen Mitschülern die deutsche Hauptstadt an: Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude und Checkpoint Charlie. Obwohl ich schon in einigen europäischen Ländern war, habe ich bisher noch nie in Jugendherbergen gewohnt, immer nur in Hotels. Von meiner Unterkunft bin ich positiv überrascht: Ich habe mir die Jugendherberge kleiner und einfacher vorgestellt. Dabei ist sie viel schöner als manches Hotel.

Ich teile mir mit zwei Freundinnen ein Dreierzimmer. Manche meiner Mitschüler haben sich für ein Zimmer mit acht Betten entschieden. Es gefällt mir, wie leicht man in der Jugendherberge Leute aus anderen Ländern kennenlernen kann. Im Aufenthaltsraum habe ich schon britisches Englisch, Spanisch und Italienisch gehört.“

Will Richards, 23 Jahre, Brighton (Großbritannien)

„In zwei Wochen fahre ich nach Edinburgh, in einem Monat nach Ibiza und im August bin ich in Barcelona. Für mich gehört Reisen einfach zum Leben dazu. Nach meinem Geschichtsstudium war ich vier Monate in Südostasien und danach drei Monate in den USA unterwegs. Für mich ist es selbstverständlich, in Jugendherbergen zu übernachten. Insgesamt habe ich schon in 30 bis 40 unterschiedlichen Herbergen gewohnt, meist in Schlafsälen mit vielen anderen Reisenden. Es ist viel sicherer und einfacher als Camping oder Couchsurfing, außerdem kostet es nicht viel und man lernt ständig interessante Leute kennen. Anfangs war es komisch, mit Fremden ins Gespräch zu kommen, aber man gewöhnt sich schnell dran. Vor allem in Südostasien haben die Leute viel miteinander unternommen. Ich finde es außerdem praktisch, dass viele Hostels Freizeitaktivitäten und Ausflüge anbieten. Eines meiner besten Reiseerlebnisse war eine vom Hostel organisierte Bootstour in der Bucht vor der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Jetzt bin ich für ein paar Tage mit Freunden in Berlin und übernachte natürlich in einer Jugendherberge.“

Schöner als manches Hotel – Drei besondere Jugendherbergen

Grüne Wiek – design | Baumhausdorf Beckerwitz

In der Jugendherberge Beckerwitz können die Gäste ihre Zimmer in einem alten Gutshaus, auf einem Zeltplatz und den Baumhäusern auswählen. Die Baumhäuser sind der Form von Bienenwaben nachempfunden. In ihnen wohnt man auf mehreren Ebenen und blickt auf die nahe gelegenen Bäume. In nur wenigen Minuten kommt man von hier aus zum Ostseestrand.


Jugendherberge Burg Stahleck

Die Burg Stahleck wurde im 12. Jahrhundert erbaut und liegt direkt oberhalb des Rheintals. Mit dem Erlebnisprogramm der Herberge kann man sich ins Mittelalter zurückversetzen und beim großen Rittermahl als König, Prinzessin oder Burgfräulein verkleidet speisen. Für Schulklassen gibt es ein dreitägiges Programm inklusive einer Führung entlang der Stadtmauer von Bacharach, Nachtwanderung, Bastelworkshop, Burgrallye und Mittelalterquiz.


Jugendherberge Bremen, Schiff „Die Weser“

Der Raddampfer „Die Weser“ liegt direkt gegenüber der Bremer Jugendherberge vor Anker, in jenem Fluss, nach dem er benannt ist. Vom Deck aus hat man einen Blick aufs Wasser und ist durch die zentrale Lage schnell in der Innenstadt mit diversen Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten.


der Verein, die Vereine: eine Organisation, eine Gruppe. Dort kommen Menschen zusammen, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren. Sie treffen sich meistens am Nachmittag oder am Wochenende.
die Jugendherberge, die Jugendherbergen: günstige Unterkünfte des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) zum Übernachten, die vor allem von jungen Leuten genutzt werden. In Deutschland gibt es 536 Jugendherbergen, weltweit über 4.000 „Youth Hostels“, wie sie auf Englisch heißen.
die Dorfschule, die Dorfschulen: eine Schule in einem Dorf. In diesen Schulen wurden früher Kinder unterschiedlichen Alters zusammen unterrichtet, da es in den Dörfern nicht genügend Kinder einer Altersstufe gab.
der Verband, die Verbände: die Organisation, der Verein
kommerziell: hier: Unterkünfte, mit denen man Gewinn machen möchte
die Pension, die Pensionen: ein Hotel, das aber weniger Service anbietet. In einer Pension geht es in erster Linie um die Zimmer.
das pädagogische Konzept, die pädagogischen Konzepte: hier: In den Jugendherbergen sollen die Jugendlichen nicht nur übernachten, sondern auch etwas zusammen unternehmen und Neues lernen.
das pädagogische Programm, die pädagogischen Programme: hier: Die Jugendherbergen bieten verschiedene Aktivitäten an, bei denen die Jugendlichen etwas lernen können, zum Beispiel Ausflüge, Workshops, Vorträge, Filme.
Checkpoint Charlie: eine Sehenswürdigkeit in Berlin. Von 1961 bis 1989 war Deutschland in zwei Staaten geteilt: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die beiden Staaten waren durch eine Mauer voneinander getrennt. Der Checkpoint Charlie war ein bekannter Grenzübergang durch die Berliner Mauer.
der Aufenthaltsraum: ein Raum, den alle, die in der Jugendherberge übernachten, benutzen können. Im Aufenthaltsraum stehen Tische und Stühle, oft auch ein Sofa und ein Fernseher.
der Schlafsaal, die Schlafsäle: ein großer Raum, in dem viele Betten stehen. Ein Schlafsaal ist die billigste Möglichkeit in einer Jugendherberge zu übernachten. Man teilt sich das Zimmer mit vielen Leuten, die man nicht kennt. Es können von vier bis 20 Betten in einem Schlafsaal sein.
Camping: in einem Zelt übernachten
Couchsurfing: ein Internetportal, das kostenlose Unterkünfte (meist auf einer Couch) bei Menschen überall auf der Welt vermittelt
die Freizeitaktivität, die Freizeitaktivitäten: hier: Die Jugendherbergen organisieren auch Dinge, die die Jugendlichen tagsüber machen können, wie zum Beispiel Wanderungen, Ausflüge oder Workshops.
das Gutshaus, die Gutshäuser: ein großes, schönes Haus auf dem Land, das früher der Wohnsitz einer Familie war, der das umliegende Land gehörte und die es landwirtschaftlich nutzte
der Zeltplatz, die Zeltplätze: der Campingplatz; ein Gebiet, auf dem man gegen Bezahlung ein Zelt aufbauen und dort übernachten darf
das Baumhaus, die Baumhäuser: ein kleines Haus (meist aus Holz), das in einen Baum gebaut ist
die Bienenwabe, die Bienenwaben: ein Gebilde aus vielen sechseckigen Zellen, das Bienen bauen
das Rheintal: ein landschaftlich besonders schöner Abschnitt des Flusses Rhein, da er hier an grünen Hängen und hohen Felsen vorbeifließt, auf denen alte Burgen stehen
sich ins Mittelalter zurückversetzen: hier: man kann erleben, wie es im Mittelalter war
das Rittermahl, die Rittermahle: die Jugendherberge organisiert ein Essen mit mittelalterlichem Ambiente, bei dem die Gäste und Kellner verkleidet sind
das Burgfräulein: ein junges Mädchen, das im Mittelalter auf einer Burg wohnte und die Haushaltshilfe der Burgherrin war
die Führung, die Führungen: hier: ein geleiteter Spaziergang mit Informationen zur Stadtmauer
die Nachtwanderung, die Nachtwanderungen: ein Spaziergang in der Nacht, also wenn es dunkel ist
die Burgrallye, die Burgrallyes: ein Wettkampf, in dem an verschiedenen Stellen in der Burg Aufgaben gelöst werden müssen
das Mittelalterquiz, die Mittelalterquiz: ein Wissensspiel, in dem es darum geht, Fragen zum Mittelalter zu beantworten
der Raddampfer, die Raddampfer: ein Schiff mit großen Rädern an der Seite oder am hinteren Ende des Schiffes, die wie ein Paddel wirken und das Schiff vorwärts bewegen
vor Anker liegen: ein Schiff ist im Wasser geparkt und bewegt sich nicht
das Deck, die Decks: hier: die oberste Ebene des Schiffes

Worterklärungen

der Verein, die Vereine: eine Organisation, eine Gruppe. Dort kommen Menschen zusammen, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren. Sie treffen sich meistens am Nachmittag oder am Wochenende.
die Jugendherberge, die Jugendherbergen: günstige Unterkünfte des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) zum Übernachten, die vor allem von jungen Leuten genutzt werden. In Deutschland gibt es 536 Jugendherbergen, weltweit über 4.000 „Youth Hostels“, wie sie auf Englisch heißen.
die Dorfschule, die Dorfschulen: eine Schule in einem Dorf. In diesen Schulen wurden früher Kinder unterschiedlichen Alters zusammen unterrichtet, da es in den Dörfern nicht genügend Kinder einer Altersstufe gab.
der Verband, die Verbände: die Organisation, der Verein
kommerziell: hier: Unterkünfte, mit denen man Gewinn machen möchte
die Pension, die Pensionen: ein Hotel, das aber weniger Service anbietet. In einer Pension geht es in erster Linie um die Zimmer.
das pädagogische Konzept, die pädagogischen Konzepte: hier: In den Jugendherbergen sollen die Jugendlichen nicht nur übernachten, sondern auch etwas zusammen unternehmen und Neues lernen.
das pädagogische Programm, die pädagogischen Programme: hier: Die Jugendherbergen bieten verschiedene Aktivitäten an, bei denen die Jugendlichen etwas lernen können, zum Beispiel Ausflüge, Workshops, Vorträge, Filme.
Checkpoint Charlie: eine Sehenswürdigkeit in Berlin. Von 1961 bis 1989 war Deutschland in zwei Staaten geteilt: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die beiden Staaten waren durch eine Mauer voneinander getrennt. Der Checkpoint Charlie war ein bekannter Grenzübergang durch die Berliner Mauer.
der Aufenthaltsraum: ein Raum, den alle, die in der Jugendherberge übernachten, benutzen können. Im Aufenthaltsraum stehen Tische und Stühle, oft auch ein Sofa und ein Fernseher.
der Schlafsaal, die Schlafsäle: ein großer Raum, in dem viele Betten stehen. Ein Schlafsaal ist die billigste Möglichkeit in einer Jugendherberge zu übernachten. Man teilt sich das Zimmer mit vielen Leuten, die man nicht kennt. Es können von vier bis 20 Betten in einem Schlafsaal sein.
Camping: in einem Zelt übernachten
Couchsurfing: ein Internetportal, das kostenlose Unterkünfte (meist auf einer Couch) bei Menschen überall auf der Welt vermittelt die Freizeitaktivität, die Freizeitaktivitäten: hier: Die Jugendherbergen organisieren auch Dinge, die die Jugendlichen tagsüber machen können, wie zum Beispiel Wanderungen, Ausflüge oder Workshops.
das Gutshaus, die Gutshäuser: ein großes, schönes Haus auf dem Land, das früher der Wohnsitz einer Familie war, der das umliegende Land gehörte und die es landwirtschaftlich nutzte
der Zeltplatz, die Zeltplätze: der Campingplatz; ein Gebiet, auf dem man gegen Bezahlung ein Zelt aufbauen und dort übernachten darf
das Baumhaus, die Baumhäuser: ein kleines Haus (meist aus Holz), das in einen Baum gebaut ist
die Bienenwabe, die Bienenwaben: ein Gebilde aus vielen sechseckigen Zellen, das Bienen bauen
das Rheintal: ein landschaftlich besonders schöner Abschnitt des Flusses Rhein, da er hier an grünen Hängen und hohen Felsen vorbeifließt, auf denen alte Burgen stehen
sich ins Mittelalter zurückversetzen: hier: man kann erleben, wie es im Mittelalter war
das Rittermahl, die Rittermahle: die Jugendherberge organisiert ein Essen mit mittelalterlichem Ambiente, bei dem die Gäste und Kellner verkleidet sind
das Burgfräulein: ein junges Mädchen, das im Mittelalter auf einer Burg wohnte und die Haushaltshilfe der Burgherrin war
die Führung, die Führungen: hier: ein geleiteter Spaziergang mit Informationen zur Stadtmauer
die Nachtwanderung, die Nachtwanderungen: ein Spaziergang in der Nacht, also wenn es dunkel ist
die Burgrallye, die Burgrallyes: ein Wettkampf, in dem an verschiedenen Stellen in der Burg Aufgaben gelöst werden müssen
das Mittelalterquiz, die Mittelalterquiz: ein Wissensspiel, in dem es darum geht, Fragen zum Mittelalter zu beantworten
der Raddampfer, die Raddampfer: ein Schiff mit großen Rädern an der Seite oder am hinteren Ende des Schiffes, die wie ein Paddel wirken und das Schiff vorwärts bewegen
vor Anker liegen: ein Schiff ist im Wasser geparkt und bewegt sich nicht
das Deck, die Decks: hier: die oberste Ebene des Schiffes
Johanna Kleibl
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