Stadt und Leben

Unterwegs in der Großstadt

Sprachniveau: A2B1

Bus, U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn, Fahrrad, Roller: In Berlin gibt es viele Möglichkeiten, die Wege zur Schule, zum Sport oder zu Freunden zurückzulegen. Philipp, Paula, Rabea, Charlotte, Joseph und Franziska erzählen.

Philipp, 19 Jahre

Ich nutze die S-Bahn, die U-Bahn, Busse, die Straßenbahn und für kurze Wege auch das Fahrrad. Mein Lieblingsverkehrsmittel ist die Straßenbahn, die hat am meisten Stil und ist etwas Besonderes. Denn sie fährt zwar auf der Straße, aber in der Mitte, wie auf einer Insel, sodass sie oft an den ganzen Autos einfach vorbeirauschen kann.

Mein Schulweg sieht so aus: Ich fahre mit dem Fahrrad zur S-Bahn, insgesamt dauert das mit Fahrrad auf- und abschließen zehn Minuten. Dann geht’s in die S-Bahn, wo ich auch noch einmal umsteigen muss. Das sind insgesamt 22 Minuten reine Fahrtzeit. Laut Fahrplan klappt das ganz gut, in der Praxis aber nicht immer. Denn die Berliner S-Bahn hat zwar ein gutes Netz. Aber in den vergangenen Jahren wurde sie auf Verschleiß gefahren und nicht genügend gewartet, so dass es vor allem in den letzten zwei Jahren immer wieder zu Ausfällen und Pannen kam. Davon war auch ich betroffen. Manchmal kam ich zu spät zur Schule, obwohl ich extra früh aufgestanden bin!

Was man außerdem verbessern müsste: In Berlin gibt es zu wenig Fahrradwege. Oft fährt man dicht gedrängt mit den Autos zusammen auf der Straße, das ist immer ein bisschen gefährlich.

Philipp über S-Bahn-Pannen im Winter

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Berlin war eine geteilte Stadt. Das hatte auch Auswirkungen auf die Verkehrsmittel.

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Paula, 13 Jahre

Mein Lieblingsverkehrsmittel ist die Straßenbahnlinie 21, die ist wie für mich zugeschnitten. Mit ihr fahre ich in zehn Minuten direkt zur Schule, und die Haltestelle liegt fast vor meiner Haustür. Auch wenn ich Freunde besuche, in die Bibliothek oder einkaufen gehe, benutze ich diese Linie. Ich habe richtig Glück, dass sie genau zu den Orten fährt, zu denen ich will. Der einzige Nachteil: Sie fährt nur alle 20 Minuten. Auch die S-Bahn nutze ich manchmal, aber sie ist meistens sehr voll und manchmal unpünktlich. Deshalb finde ich Straßenbahnfahren viel entspannter. Das Verkehrsnetz in Berlin ist gut, ich komme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich überallhin. Das Auto nutzt meine Familie nur für längere Fahrten in andere Städte, wenn wir Verwandte besuchen zum Beispiel.

Was ich nicht so gut finde, sind die Ticketpreise. Das Ermäßigungsticket bekommt man nur bis zum Alter von 14 Jahren, nicht bis 18. Mein großer Bruder muss deshalb schon den vollen Preis zahlen.

Paula über ihr Lieblingsverkehrsmittel

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Rabea, 12 Jahre

Für meinen Schulweg brauche ich 50 Minuten. Ich gehe um 7 Uhr morgens los, fahre zwei Stationen mit der Straßenbahn, steige dann zuerst in die S-Bahn, danach in die U-Bahn um und laufe am Ende noch ein kleines Stück zur Schule. Beim Umsteigen vom einen in das andere Verkehrsmittel ist die Zeit manchmal knapp.

Busse nutze ich selten, meistens, wenn Schienenersatzverkehr ist. Das heißt, wenn die S-Bahn eine Panne hat oder Gleise repariert werden und als Ersatz ein Bus fährt. Das ist dann immer ein bisschen kompliziert. Denn es kann passieren, dass man den Ersatzbus nicht findet, weil er nicht direkt an der S-Bahn-Haltestelle, sondern eine Straße weiter abfährt. Manchmal ist auch Streik, dann teilen die Bahn-Mitarbeiter Zettel aus, mit Unterschrift und Stempel. Diesen Zettel gebe ich dann in der Schule ab, damit es keinen Ärger gibt. Denn ich kann ja nichts dafür, wenn ich an solchen Tagen zu spät komme.

In die Grundschule bin ich jeden Tag mit dem Fahrrad gefahren. Jetzt ist mein Schulweg viel weiter, deswegen geht das nicht mehr. Nachmittags treffe ich mich häufiger als früher mit meinen Freundinnen, die meisten von ihnen haben gar kein Fahrrad. Meistens verabreden wir uns deshalb an einer zentral gelegenen S- oder U-Bahnstation und fahren dann zusammen irgendwohin.

Warum Rabea manchmal rennen muss, um pünktlich zur Schule zu kommen, erzählt sie hier.

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Charlotte, 13 Jahre

U- und S-Bahnen sind die Verkehrsmittel, die ich am häufigsten nutze. Damit fahre ich zur Schule, und nachmittags oft zum Alexanderplatz. Da ist ein großes Shoppingcenter. Das Berliner Verkehrsnetz ist gut, die Bahn kommt meistens regelmäßig alle fünf Minuten. Manchmal fällt sie allerdings auch komplett aus. Dann muss man ein Taxi nehmen, wenn man es eilig hat. Aber das ist natürlich teuer. Was ich ändern würde: dass nicht immer so viele Bauarbeiten an S- und U-Bahnen gleichzeitig stattfinden, das sollte besser geplant werden.

Wenn ich einen Weg noch nicht so gut kenne, muss ich die richtigen Stationen manchmal richtig lange suchen. Dann ist es gut, mit der S-Bahn unterwegs zu sein. Denn an fast jeder Station findet man Bahn-Mitarbeiter, die man fragen kann und die einem den Weg erklären.

In meinem Bezirk bin ich natürlich auch zu Fuß unterwegs. Und bald auch mit dem Skateboard, hoffe ich, denn ich will jetzt skaten lernen.

So legt Charlotte die Wege in ihrem Bezirk zurück.

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Charlotte beschreibt ihren Schulweg.

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Joseph, 10 Jahre

Mein Vater fährt mich oft mit dem Auto zur Schule, aber manchmal fahre ich auch mit dem Roller oder mit dem Fahrrad. Wenn ich morgens noch sehr müde bin, ist mir das mit dem Auto aber lieber, da kann ich mich dann noch ein bisschen ausruhen.

Am Wochenende bin ich am liebsten mit dem Roller oder mit dem Fahrrad unterwegs, aber nicht gerade an großen Straßen und Kreuzungen. Spaß macht es zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld, einem riesigen Park mitten in Berlin mit vielen Sportplätzen. Der Park ist so groß, dass man sich gar nicht alles ansehen kann, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Deshalb ist toll, da mit dem Fahrrad oder dem Roller zu fahren und die Natur zu genießen.

Manchmal fährt Joseph mit dem Fahrrad zur Schule. Hier beschreibt er, was ihm daran gefällt.

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Mit der Straßenbahn und der U-Bahn fährt Joseph nicht so gern. Warum, sagt er hier.

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Franziska, 13 Jahre

Ich spiele Fußball und trainiere zwei Mal pro Woche. Zum Training fahre ich mit dem Fahrrad, zu den Spielen und Turnieren am Wochenende werde ich mit dem Auto gebracht. Bei gutem Wetter fahre ich mit dem Fahrrad auch zur Schule, dann brauche ich nur eine Viertelstunde. Bei schlechtem Wetter nehme ich die Straßenbahn, dann dauert mein Schulweg 25 Minuten.

Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, muss ich meistens auf den Gehwegen fahren, weil es auf meinen Strecken keine Fahrradwege gibt. Und auch an großen Kreuzungen fahre ich lieber auf dem Gehweg, weil mir das auf der Straße zu gefährlich ist.

Das Verkehrsnetz in Berlin finde ich ganz gut, nur manchmal ein bisschen unübersichtlich. Wenn ich zum Beispiel mal einen Termin habe und auf dem Weg dahin von der S-Bahn in die U-Bahn umsteigen muss, ist das immer ein bisschen kompliziert. Zum Glück kann ich meine beste Freundin immer zu Fuß besuchen, sie wohnt nämlich gleich gegenüber!

So informiert sich Franziska über Verkehrsverbindungen zu Orten in Berlin, die sie noch nicht so gut kennt.

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vorbeirauschen: schnell vorbeifahren
auf Verschleiß fahren: solange fahren, bis die Bahn kaputt ist und nicht mehr fährt
warten: hier: prüfen, ob zum Beispiel eine Straßenbahn noch gut funktioniert und in Ordnung ist
der Ausfall, die Ausfälle: hier: wenn die Bahn nicht fährt
gedrängt: hier sehr nah an den Autos
die Auswirkung, die Auswirkungen: Konsequenzen, Folgen
entspannt: hier: angenehm
das Verkehrsnetz, die Verkehrsnetze: das Netz aus Bus- und Bahnlinien in einer Stadt
das öffentliche Verkehrsmittel, die öffentlichen Verkehrsmittel: alle Busse und Bahnen in einer Stadt, die die Einwohner benutzen können
das Ermäßigungsticket: eine Fahrkarte, die weniger Geld kostet, weil man zum Beispiel Schüler ist
der Schienenersatzverkehr: wenn die U-Bahn ausfällt, gibt es dann Busse, die die gleiche Strecke fahren
der Streik, die Streiks: wenn Leute aus Protest für eine bestimmte Zeit aufhören zu arbeiten
der Stempel, die Stempel: „Logo“ aus Tinte, das man oft unter einem offiziellen Dokument findet
der Bezirk: die Bezirke: der Stadtteil
die Kreuzung, die Kreuzungen: Punkt, an dem sich zwei Straßen treffen
unübersichtlich: chaotisch, man kann nicht leicht sehen, wie man wohin fährt
die Verkehrsverbindung, die Verkehrsverbindungen: wie man mit Bussen und/oder Bahnen in einer Stadt von A nach B kommt
Die Interviews führte Elisabeth Schwiontek.
Sie arbeitet als Journalistin in Berlin.

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