Stadt und Leben

Meine Stadt

Sprachniveau: A2/B1

Was gefällt Berliner Schülerinnen und Schülern an ihrer Stadt? An welchen Orten fühlen sie sich wohl – und welche finden sie ganz schrecklich? Was würden sie gerne verändern? Ben, Tom, Frederik und Ruth von der Evangelischen Schule Berlin-Köpenick sagen uns ihre Meinung.

Ben, 13 Jahre

Ich mag Berlin. Es ist eine sehr grüne Stadt, und man kann eine Menge machen. Mir gefällt besonders, dass es viele Sportplätze und Skaterparks gibt und gleichzeitig viele Museen. Toll finde ich das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel, da kann man in die Vergangenheit schauen und sehen, welche eindrucksvollen Bauten schon vor ganz langer Zeit errichtet wurden. Gut finde ich auch, dass sich Berlin immer weiterentwickelt und verändert, weil ständig neue Sachen gebaut werden. Und mir gefällt, dass viele interessante Leute aus unterschiedlichen Ländern hierher kommen. Was mich stört ist, dass man manchmal von Leuten auf der Straße blöd angemacht wird, und dass einige Häuser verfallen und verlottert sind. Sonst würde ich an Berlin nicht viel verändern, höchstens, dass der Mellowpark, der beste Skaterpark Berlins, eine größere Halle bekommt.

Der Mellowpark, ein Freizeitgelände für Skater und BMX-Begeisterte, ist dein Lieblingsort in Berlin. Warum?

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Tom, 18 Jahre

Ich bin gern in Kreuzberg, da leben viele Künstler, deshalb ist die Atmosphäre dort lebendig und kreativ. Allerdings scheint sich das gerade zu verändern, weil immer mehr wohlhabende Menschen hinziehen. Künstler oder Leute, die nicht so viel Geld haben, können sich die Mieten dort dann nicht mehr leisten. Dann sieht's in Kreuzberg vielleicht bald so aus wie am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte. Auch da bin ich gerne. Der Platz ist schön und gepflegt, häufig spielen dort Straßenmusiker, es gibt viele Sitzgelegenheiten, Cafés und interessante Läden. Man fühlt sich irgendwie heimisch. Dort zu wohnen, können sich aber nur reiche Leute leisten. Die Natur ist mir auch wichtig. Köpenick, wo ich wohne, liegt am Rand von Berlin. Deshalb ist es nicht weit in den Wald, wo ich oft spazieren gehe und mich entspanne.

An Kreuzberg findest du besonders die Hochbahn schön. Warum?

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Du warst vor kurzem in Berlin-Hellersdorf. Da hat es dir gar nicht gefallen. Warum nicht?

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Frederik, 14 Jahre

Ich gehe dreimal pro Woche zum Rudern, und das Bootshaus dort ist einer meiner liebsten Orte. Überall stehen, liegen und hängen Boote. Das Haus wurde vor ungefähr 150 Jahren gebaut und ist so alt, dass es schon wieder richtig schön ist. Es hat Holzdielen, verzierte Treppengeländer und wirkt mit seinen hohen Räumen irgendwie herrschaftlich. Außerdem gefällt mir die Bibliothek in Köpenick am Alten Markt. Das ist ein modernes Backsteingebäude mit mehreren offenen Etagen. Man kann von oben runtergucken, wenn man auf jemanden wartet. Was ich in Berlin ändern würde, ist der öffentliche Nahverkehr. Wenn ich mit der U-Bahn unterwegs bin und es ist schon dunkel, habe ich in bestimmten Gebieten Angst.

Du ruderst gern und fühlst dich auf dem Wasser besonders wohl. Was findest du schön daran?

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Welchen Ort findest du schrecklich?

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Ruth, 16 Jahre

Ich bin gern in Friedrichshain, in der Gegend rund ums Ostkreuz und die Warschauer Straße. Die Menschen, die dort sind, finde ich interessant, die Atmosphäre ist offen und locker. Es gibt schöne Secondhandläden, die man sonst nirgendwo findet. Für meine Freunde und mich gibt es dort immer was zu entdecken und zu erleben. Und man kann lecker und günstig essen, Pizza oder Burger zum Beispiel. Was mich in Berlin stört ist, dass man fast immer gezwungen ist, Geld auszugeben, wenn man sich mit seinen Freunden irgendwo trifft. Besonders im Winter, wenn man sich nicht einfach draußen aufhalten kann. Wichtig finde ich, dass nicht alle Freiflächen und Brachen zugebaut werden. Im Sommer gehen wir oft zu selbst organisierten-Open-Air Konzerten, da brauchen wir diese Orte.


Die Bahnhofstraße in Köpenick ist ein Ort, den du nicht magst. Warum nicht?

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Die Interviews führte Elisabeth Schwiontek. Sie arbeitet als Journalistin in Berlin.

   
eindrucksvoll: imposant, groß und schön
errichten: bauen
weiterentwickeln: sich verändern
jemanden blöd anmachen: einen Person ansprechen und etwas Unhöfliches oder Freches sagen
verfallen: sehr alt, kaputt, oft wohnt dort niemand mehr
verlottert: schmutzig und nicht gepflegt
wohlhabend: reich
die Sitzgelegenheit, die Sitzgelegenheiten: etwas, worauf man sitzen kann
verziert: geschmückt
herrschaftlich: sehr groß und vornehm
der öffentliche Nahverkehr: Transportmittel in der Stadt wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn
man ist gezwungen, Geld auszugeben: man muss Geld ausgeben
sich draußen aufhalten: draußen sein
die Brache, die Brachen: Fläche, auf der keine Häuser stehen und die nicht genutzt wird und leer ist.

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