Politik und Geschichte

Eine Generation auf der Straße – Jugendproteste weltweit

Sprachniveau: B2

Ob in der Türkei oder Thailand, Venezuela oder der Ukraine, Ägypten, Frankreich, Spanien oder Kanada – in vielen Ländern der Welt haben junge Menschen in letzter Zeit für ihre Überzeugungen demonstriert.

Manchmal ist es ihnen gelungen, Diktatoren zu stürzen, wie zum Beispiel während des Arabischen Frühlings 2011. In Indien kämpfen Frauen für mehr Respekt und bessere Gesetze. Und in der Türkei wird seit einem Jahr gegen Korruption, Umweltzerstörung und die Regierung demonstriert.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder kleine und größere Demonstrationen von jungen Leuten. 2009 gab es viele Bildungsstreiks – seitdem gibt es in keinem Bundesland mehr allgemeine Studiengebühren. 2010 versuchten die Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart – darunter auch viele junge Menschen – den Bau eines Bahnhofs zu verhindern. Und vor ein paar Monaten gab es in Hamburg Proteste gegen Gentrifizierung und für eine bessere Behandlung der Asylbewerber.

Regierungen und Polizei antworten auf die Proteste oft mit Wasserwerfern, Tränengas und Gewalt. Viele Menschen sind dabei schon gestorben oder wurden verletzt. Aber die junge Generation macht weiter. Twitter, Facebook und Youtube begleiten die Aktionen im Internet.

Junge Demonstrantinnen und Demonstranten aus verschiedenen Nationen erzählen hier, warum sie für ihre Meinung auf die Straße gegangen sind und was sie dort erlebt haben.

Mehr Informationen zu den einzelnen Ländern findet ihr auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de).

Für das Land, nicht für die eigene Tasche

Noha ist 27 Jahre alt und hat Wirtschaftswissenschaft und DaF studiert. Zurzeit arbeitet sie als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und freiberufliche Übersetzerin in Alexandria.

Das erste Mal seit sieben Jahren hatte ich Ägypten für einen Urlaub verlassen. Und genau da begannen die Proteste – der Moment, auf den ich mein ganzes Leben gewartet hatte. Lange hatte ich das Gefühl, den Ägyptern ist es egal, was mit dem Land passiert. Als ich hörte, dass sie demonstrieren, hatte ich sofort Hoffnung. An dem Tag, an dem ich aus dem Urlaub zurückkam, ging ich gleich mit demonstrieren. Es wurde der Tag, an Mubarak zurücktrat.

Während der Demonstrationen fühlte ich mich immer geschützt unter den vielen Menschen. Wir waren wie eine Einheit. Die Proteste waren für mich auch eine Aufklärungsaktion für die Bürger. Denn auf die Medien hier kann man sich nicht verlassen.

Die aktuelle Situation in Ägypten ist kompliziert. Im Moment gehe ich nicht demonstrieren, weil nicht klar ist, wofür oder wogegen man eigentlich kämpft. Es sind in den letzten drei Jahren so viele Sachen passiert. Es begann im Januar 2011 und geht immer noch weiter. Unser Wünsche – soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie – sind noch nicht erfüllt.

Aber ich glaube an die Ägypter. Ich habe schon oft gesehen, dass sie nicht aufgegeben haben. Seit der Revolution gibt es weniger Tourismus und mehr Arbeitslose. Wir haben drei Jahre Instabilität erlebt. Aber trotzdem versuchen wir es und leben weiter.

Ich wünsche mir, dass es keine Korruption mehr gibt. Ägypten ist kein kleines Land und es hat viel Potenzial. Man kann aus dem Land etwas machen, wenn man will. Deshalb hoffe ich, dass die Politiker an der Macht wirklich das Land entwickeln wollen und nicht auf die eigenen Interessen achten.


Rettung in letzter Minute

Samar ist 29 Jahre alt. Zurzeit macht sie ihren Master in Arabistik in Berlin und arbeitet als Schriftstellerin.

Als der damalige Präsident Mubarak seine zweite Rede hielt, übernachtete ich mit Freunden auf dem großen Platz von Alexandria. Wir hatten Geld gesammelt und machten die ganze Nacht Sandwiches mit Orangen und Käse. Wir waren sehr wütend, weil Mubarak nicht zurücktreten wollte. Es war schon dunkel, als uns von allen Seiten des Platzes Männer mit Messern und Schwertern überfielen. Vor mir stand ein sehr großer Mann mit einem Schwert und gab mir einen Stein. Ich schaute verwundert und fragte: Was soll ich mit dem Stein? Das ist deine letzte Waffe, sagte er. Ich hatte riesige Angst und weinte, da schlug ihm von hinten jemand auf den Kopf. Es war Rettung in letzter Minute.

Trotzdem war die Revolution in Ägypten eine tolle Zeit für mich. Man traf tausend Leute, alle haben sich gegenseitig geholfen: Jemand bringt dir Wasser, jemand bringt dir Medikamente. Ich habe nur friedliche Demonstranten erlebt. Andere haben aber auch Polizeiwachen angezündet.

Begonnen hat alles am 25. Januar 2011 in Facebook. Dort gab es auf einer Seite genaue Informationen über Demonstrationen. Ich dachte, die sind verrückt. Die Polizei würde doch gleich wissen, wo wir sind. Aber trotzdem bin ich gleich nach meiner Arbeit auf die Straße gegangen.

Wir wollten vor allem den Rücktritt von Mubarak und eine neue Verfassung. Wir forderten Freiheit, Toleranz und Menschenwürde. Die korrupten Politiker wollten wir vor Gericht bringen und bestrafen.

Umsetzen konnten wir unsere Träume bis jetzt nicht. Anstatt einer zivilen Übergangsphase kam das Militär an die Macht, danach die Muslimbruderschaft, jetzt ist es wieder das Militär. Die Situation zurzeit gefällt mir überhaupt nicht. Früher hatte ich Vertrauen, aber jetzt ist alles anders. In der neuen Verfassung sind so viele Freiheiten beschränkt: Sie sagen, es gibt Religionsfreiheit. Aber man darf keinen Mann von einer anderen Religion heiraten. Sie sagen, Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Aber nach den Scharia-Gesetzen werden Frauen nur wie die Hälfte behandelt. Ein gutes Ende für Ägypten? Da glaube ich im Moment nur noch zu 30 Prozent dran.


„Wählen gehen ist für mich genauso wichtig wie auf die Straße gehen!“

Jessi ist 25, kommt aus der Nähe von Stuttgart und studiert Germanistik. Sie engagiert sich auch politisch und ist Landessprecherin der Grünen Jugend.

Schon als kleines Kind war ich mit meinen Eltern gegen Atomkraft demonstrieren, weil bei uns in der Nähe ein Atomkraftwerk ist. Demonstrieren ist mir wichtig, oft setze ich mich gegen Nazis oder für die Rechte von Homosexuellen ein.

Meine eindrucksvollste Demo waren aber sicherlich die Proteste gegen den Bau eines neuen Bahnhofs in Stuttgart im Jahr 2010. Dieses Thema „Stuttgart 21“ hat mich meine ganze Jugend über begleitet. Geplant ist der neue Bahnhof schon seit vielen Jahren, aber mit der Zeit wurde der Bau immer teurer und länger. Klar, dass die Bürger wütend waren. Mich hat es vor allem traurig gemacht, dass ein großer Park mitten in der Stadt verschwinden sollte.

Jeden Samstag gab es damals eine große Demonstration. Als die Maschinen kamen, um die Bäume zu fällen, haben wir den Park besetzt. Die Polizei wollte uns Demonstranten mit Gewalt aus dem Park vertreiben. Sowas hatte ich davor noch nie erlebt. Ich hatte Angst, aber gleichzeitig war ich wütend und habe innerlich gekocht. Es war ein solches Ungleichgewicht: Auf der einen Seite die friedlichen Demonstranten, darunter viele Schüler. Und auf der anderen Seite die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas. Viele Menschen sind einfach dageblieben, mit Regenjacken und Planen gegen das Wasser.

Für mich war das wirklich eine einschneidende Erfahrung. Seitdem betrachte ich den Staat anders. Ich weiß, dass es zu solchen Situationen kommen kann und man machtlos ist.

Der Bahnhof wird jetzt trotzdem gebaut. Aber wir Bürger durften in einer Volksabstimmung darüber entscheiden. Ich bin froh, dass wir mit unseren Demonstrationen auf das Thema aufmerksam gemacht haben. Trotzdem glaube ich, dass Demonstrieren ist immer nur ein ergänzendes Mittel ist. Deswegen engagiere ich mich auch politisch, weil ich an unsere parlamentarische Demokratie glaube. Wählen gehen ist für mich nämlich genauso wichtig wie auf die Straße gehen.


Bildung für alle

Rushdia ist 26 und studiert Geografie und Umwelt in Montreal. Sie ist Mitglied in einer Studentenorganisation, die sich gegen soziale Ungerechtigkeit einsetzt.

Ich glaube, meine eigene Geschichte ist der Grund, warum ich mich 2012 gegen die Erhöhung der Studiengebühren in Quebec eingesetzt habe. Ich komme aus einer relativ armen Familie und musste immer dafür kämpfen, dass ich die Universität bezahlen kann. Einmal machte ich sogar eine Pause und arbeitete Vollzeit, nur damit ich mir die Studiengebühren leisten kann. Ich denke, Bildung sollte für jeden sein und nicht nur für die reichen Leute.

2012 beschloss die Provinzregierung die Studiengebühren um 75 Prozent zu erhöhen. Wir Studierenden haben zuerst an der Universität begonnen, zu demonstrieren. Wir haben auf dem Campus und in der Mensa über das Problem aufgeklärt. Ein halbes Jahr lang blockierten wir den Unterricht an der Universität und besetzten Hörsäle. Die Professoren waren deswegen nicht sauer auf uns: Die meisten fanden unsere Aktion gut und hielten extra Vorlesungen zum Thema Soziale Ungerechtigkeit.

Aber wir sind auch auf die Straße gegangen und haben dort gegen die Studiengebühren demonstriert. Manchmal waren wir 300.000 Studierende – und das, obwohl in Quebec nur sechs Millionen Einwohner leben. Die Stimmung war fröhlich, wie bei einem Fest. Wir forderten, dass öffentliche Gelder auch für öffentliche Sachen benutzt werden. Es war wirklich schön und ich wusste: Das ist richtig, was ich hier mache.

Die Regierung hat schließlich ein neues Gesetz gemacht. Wir durften Demonstrationen nur noch unter ganz strengen Bedingungen machen. Das haben wir natürlich ignoriert und die Polizei hat mit Gewalt geantwortet. Das war erschreckend. Bald war die Regierung so hilflos, dass es Neuwahlen gab. Die Opposition hat gewonnen und die Studiengebühren nicht erhöht. Ich bin mir sicher: All das ist passiert, weil wir Studierenden uns aufgelehnt haben.


Diese junge Energie war neu

Shruti ist 22 Jahre alt und macht in Mumbai einen Master in Women Studies. Sie protestiert für die Rechte von Frauen und Homosexuellen.

Als kleines Kind wurde ich nie diskriminiert, mein Bruder und ich waren immer gleichberechtigt. Aber ich habe früh gesehen, wie schlecht meine Mutter von der Familie meines Vaters behandelt wurde. Dass sie nach der Heirat ihren Job aufgeben musste, fand ich immer unfair. Sexismus von Jungs habe ich erst in der Schule erlebt.

Zu protestieren begann ich, als ich ans Tata Institute of Social Science kam, um meinen Master in Women Studies zu machen. Wir waren eine Gruppe von Aktivistinnen und haben auf dem Campus für Frauenrechte demonstriert und auch ein feministisches Filmfestival sowie Workshops zu Männlichkeit organisiert. Nach der brutalen Vergewaltigung der Studentin in Delhi Ende 2012 gab es viele Proteste auf dem Campus.

Unsere Gruppe wollte aber nicht nur auf das eine Ereignis eingehen, sondern zeigen, dass so etwas jeden Tag passiert. Es wird oft nur nicht darüber berichtet, weil die meisten vergewaltigten Frauen aus der Unterschicht stammen. Auf unseren Bannern prangerten wir das Patriarchat an, Homophobie und die Unterdrückung der Kasten.

Neben verschiedenen Frauengruppen haben damals sehr viele jungen Menschen zwischen 20 und 25 Jahren protestiert. Das war neu: diese junge Energie. Für mich ist es wichtig, meine Stimme hörbar zu machen, dass die Leute kurz anhalten und zuhören. Doch protestieren allein reicht nicht. Das Denken muss sich ändern, das, was die Menschen lernen, wenn sie jung sind, wie sie sozialisiert werden.


Schlaflose Nächte

Cagla ist 21 Jahre alt und studiert an der Marmara Universität in Istanbul. Sie ist im Vorstand der Studentenorganisation Ögrenci Kolektifleri.

Seit fünf Jahren bin ich bei einer Studentenorganisation aktiv, dort setzen wir uns für freie Bildung in der Türkei ein. Wir besetzen Universitätsgebäude oder machen Proteste auf dem Campus. Und natürlich haben wir im letzten Jahr auch bei den Gezi-Protesten mitgemacht.

Viele junge Türkinnen und Türken haben genug von Premierminister Erdogan. Er will uns alles vorschreiben: Wie viele Kinder wir haben sollen oder was wir trinken dürfen. Wir wünschen uns echte Demokratie.

Die Proteste im letzten Sommer waren für mich sehr bewegend. Wir haben oft nicht geschlafen und wenig gegessen. Einmal kam ich früh morgens nach drei Stunden Schlaf zurück auf den Taksimplatz. Dort war schon wieder alles voller Demonstranten – ein tolles Gefühl. Ich wurde bestimmt zehn Mal heftig von Tränengas getroffen. Das war schlimm, weil ich dagegen allergisch bin. Aber ich bin froh, dass ich dabei war.

Ich glaube, wir jungen Menschen haben die Chance, wirklich etwas zu verändern. Wir sind kreativ, furchtlos und haben die Kraft für all das zu kämpfen, woran wir glauben.


„Wir tanzten unter dem Regen der Gummigeschosse!“

Ömür ist 23 und studiert Wirtschaftswissenschaften in Ankara.

Als im letzten Sommer die Gezi-Proteste in der Türkei begannen, war ich vom ersten Tag an auf der Straße. Um zwei Uhr morgens waren noch viele Lichter in meinem Viertel an, alle schauten Berichte von den Protesten, die in Istanbul begannen. Die Menschen waren wütend. Kurze Zeit später bin ich mit ein paar Freunden auf die Straße gegangen. Immer mehr Leute kamen dazu. Am Ende waren wir mehr als 1.000. Wir fühlten uns sicher in der Gemeinschaft. Doch die Polizei war überall mit Tränengas und Wasserwerfern. Wir aber tanzten unter dem Regen der Gummigeschosse.

Wir Demonstranten haben alle ein Ziel: Die Regierung soll zurücktreten! Wir fordern Freiheit, Gerechtigkeit und mehr Toleranz. Der Premierminister Erdogan möchte eine religiöse Generation aufbauen, aber viele von uns jungen Türken denken anders. Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie wir zu leben haben. Aber Erdogan ist demokratisch gewählt und hat immer noch viele Unterstützer.

Während der Proteste begann irgendwann ein Demonstrant einfach auf einem großen Platz zu stehen. Er tat nichts, stand nur da, schaute geradeaus und bewegte sich nicht. Mehr und mehr Leute stellten sich zu ihm. Für mich war das eine dramatische Szene. Es war ein stiller Protest und die Polizei war hilflos, denn dagegen konnten sie nichts machen. Wir sind stark, wenn wir auf der Straße sind. Die Straße ist meine Möglichkeit, meine Meinung zu sagen. Ich finde, wir haben schon viel erreicht. Die Regierung wollte eine religiöse Generation, jetzt haben sie eine Generation, die Krawall macht.


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die Überzeugung, die Überzeugungen: die Meinung, die Ansicht
gelingen: Erfolg haben, etwas schaffen
demonstrieren: auf der Straße protestieren
jmd. stürzen: erreichen, dass zum Beispiel ein Diktator nicht mehr an der Macht ist
die Korruption: Bestechlichkeit, Käuflichkeit
der Bildungsstreik, die Bildungsstreiks: im Jahr 2009 protestierten in Deutschland Studierende sowie Schülerinnen und Schüler unter anderem für die Abschaffung von Schulgebühren sowie Verbesserungen an den Universitäten und Schulen
die Gentrifizierung: ein Phänomen, das in vielen Städten weltweit zu beobachten ist. Die Sanierung von Wohnungen oder Häusern in ärmeren Stadteilen führt dazu, dass immer mehr reichere Menschen dort hinziehen, sodass das am Ende, die Menschen, die vorher dort gewohnt haben, sich das Wohnen in dem Stadtteil nicht mehr leisten können
die Behandlung: hier: wie man mit jmd. umgeht
der Asylbewerber, die Asylbewerber: Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, oft weil sie dort wegen ihres politischen Ansichten oder ihres Glaubens verfolgt werden. Sie versuchen dann in einem anderen Land Asyl zu bekommen.
der Wasserwerfer, die Wasserwerfer: Polizeifahrzeuge mit einem Wasserwerfer werden benutzt, um zum Beispiel bei Demonstrationen Menschen mithilfe eines harten Wasserstrahls zu vertreiben
Tränengas: ein Gas, das stark brennende und tränende Augen verursacht und dazu führt, dass der Betroffene erst einmal nicht mehr sieht.
damalig: zu der Zeit
überfallen: plötzlich angreifen
die Rettung, die Rettungen: aus einer gefährlichen Situation befreit werden, in einer gefährlichen Situation Hilfe bekommen
die Polizeiwache, die Polizeiwachen: Polizeistation
die Verfassung, die Verfassungen: Grundsätze eines Staates, die die Rechten und Pflichten der Bürger beschreiben
die Menschenwürde: respektvoller Umgang mit den Menschen
das Gericht, die Gerichte: Institution, die in einem Staat für die Rechtsprechung zuständig ist
DaF: Deutsch als Fremdsprache
freiberuflich: man arbeitet freiberuflich, wenn man nicht fest angestellt ist und man sich seine Aufträge selbst suchen muss.
die Übersetzerin, die Übersetzerinnen: jemand, der Texte oder Reden von einer Sprache in einen andere Sprache übersetzt
zurücktreten: wenn jemand sein Amt/seine Arbeit aufgibt und aufhört
geschützt: sicher
die Aufklärungsaktion: einen Aktion, mit der man auf etwas aufmerksam macht, über etwas informiert
erfüllen: Realität werden
auf etwas achten: berücksichtigen, an etwas denken
die Nazis: Abkürzung für Nationalsozialisten, die Nationalsozialistische Partei Deutschlands (NSDAP) war die Partei Adolf Hitlers. Mit „Nazis“ werden heute umgangssprachlich oft Menschen mit einer rechtsextremen Meinung bezeichnet.
fällen: abschneiden/absägen
innerlich kochen: sehr wütend sein
das Ungleichgewicht, die Ungleichgewichte: wenn die Kräfte sehr ungleich verteilt sind
die Plane, die Planen: ein großes Stück Plastikfolie
einschneidend: etwa, an das man noch lange denkt, das einen tiefen Eindruck hinterlässt
die Volksabstimmung, die Volksabstimmung: alle Bürger eines Landes haben die Möglichkeit bei einer strittigen Frage mit „ja“ oder „nein“ zu stimmen
die Ungerechtigkeit, die Ungerechtigkeiten: etwas das nicht fair, nicht gerecht ist
die Erhöhung, die Erhöhungen: hier: wenn man mehr Geld bezahlen muss
die Studiengebühr, die Studiengebühren: Geld, das man an der Universität für das Studium bezahlen muss
sich einsetzen: sich engagieren
Vollzeit arbeiten: den ganzen Tag arbeiten
aufklären: informieren
der Hörsaal, die Hörsäle: sehr großer Unterrichtsraum an der Universität, in dem vor allem Vorlesungen stattfinden
sauer: verärgert, böse
die Bedingung, die Bedingungen: hier: Regeln
sich auflehnen: protestieren
diskriminieren: wenn Menschen nicht gleich behandelt werden
gleichberechtigt: wenn Jungen und Mädchen/Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und gleich behandelt werden
die Vergewaltigung, die Vergewaltigungen: eine Person mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr zwingen
das Ereignis, die Ereignisse: der Vorfall, das Geschehnis
das Banner, die Banner: Transparente oder Poster, auf denen die Forderungen der Demonstrantinnen und Demonstranten stehen
die Unterdrückung: hier: wenn einen Gruppe in der Gesellschaft schlechter behandelt wird als andere, weniger Rechte hat, bestimmet Dinge nicht tun darf
anprangern: hier: kritisieren, anklagen
die Kaste, die Kasten: Gesellschaftsklasse, Bevölkerungsgruppe
besetzen: hier: in Besitz nehmen, okkupieren
Gezi-Proteste: Die Proteste in der Türkei begannen mit Protesten gegen ein geplantes Bauprojekt im Gezi-Park in Istanbul. Daraus entstand einen Protestwelle mit Protesten in der ganzen Türkei.
furchtlos: wenn man keine Angst hat
vorschreiben: jemandem sagen, was er oder sie tun soll
der Unterstützer, die Untertstützer: eine Person, die für jemanden und seine Ideen ist
der Bericht, die Berichte: hier: Informationen im Fernsehen

Worterklärungen

die Überzeugung, die Überzeugungen: die Meinung, die Ansicht
gelingen: Erfolg haben, etwas schaffen
demonstrieren: auf der Straße protestieren
jmd. stürzen: erreichen, dass zum Beispiel ein Diktator nicht mehr an der Macht ist
die Korruption: Bestechlichkeit, Käuflichkeit
der Bildungsstreik, die Bildungsstreiks: im Jahr 2009 protestierten in Deutschland Studierende sowie Schülerinnen und Schüler unter anderem für die Abschaffung von Schulgebühren sowie Verbesserungen an den Universitäten und Schulen
die Gentrifizierung: ein Phänomen, das in vielen Städten weltweit zu beobachten ist. Die Sanierung von Wohnungen oder Häusern in ärmeren Stadteilen führt dazu, dass immer mehr reichere Menschen dort hinziehen, sodass das die Behandlung: hier: wie man mit jmd. umgeht
der Asylbewerber, die Asylbewerber: Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, oft weil sie dort wegen ihres politischen Ansichten oder ihres Glaubens verfolgt werden. Sie versuchen dann in einem anderen Land Asyl zu bekommen.
der Wasserwerfer, die Wasserwerfer: Polizeifahrzeuge mit einem Wasserwerfer werden benutzt, um zum Beispiel bei Demonstrationen Menschen mithilfe eines harten Wasserstrahls zu vertreiben
Tränengas: ein Gas, das stark brennende und tränende Augen verursacht und dazu führt, dass der Betroffene erst einmal nicht mehr sieht.
damalig: zu der Zeit
überfallen: plötzlich angreifen
die Rettung, die Rettungen: aus einer gefährlichen Situation befreit werden, in einer gefährlichen Situation Hilfe bekommen
die Polizeiwache, die Polizeiwachen: Polizeistation
die Verfassung, die Verfassungen: Grundsätze eines Staates, die die Rechten und Pflichten der Bürger beschreiben
die Menschenwürde: respektvoller Umgang mit den Menschen
das Gericht, die Gerichte: Institution, die in einem Staat für die Rechtsprechung zuständig ist
DaF: Deutsch als Fremdsprache
freiberuflich: man arbeitet freiberuflich, wenn man nicht fest angestellt ist und man sich seine Aufträge selbst suchen muss.
die Übersetzerin, die Übersetzerinnen: jemand, der Texte oder Reden von einer Sprache in einen andere Sprache übersetzt
zurücktreten: wenn jemand sein Amt/seine Arbeit aufgibt und aufhört
geschützt: sicher
die Aufklärungsaktion: einen Aktion, mit der man auf etwas aufmerksam macht, über etwas informiert
erfüllen: Realität werden
auf etwas achten: berücksichtigen, an etwas denken
die Nazis: Abkürzung für Nationalsozialisten, die Nationalsozialistische Partei Deutschlands (NSDAP) war die Partei Adolf Hitlers. Mit „Nazis“ werden heute umgangssprachlich oft Menschen mit einer rechtsextremen Meinung bezeichnet.
fällen: abschneiden/absägen
innerlich kochen: sehr wütend sein
das Ungleichgewicht, die Ungleichgewichte: wenn die Kräfte sehr ungleich verteilt sind
die Plane, die Planen: ein großes Stück Plastikfolie
einschneidend: etwa, an das man noch lange denkt, das einen tiefen Eindruck hinterlässt
die Volksabstimmung, die Volksabstimmung: alle Bürger eines Landes haben die Möglichkeit bei einer strittigen Frage mit „ja“ oder „nein“ zu stimmen
die Ungerechtigkeit, die Ungerechtigkeiten: etwas das nicht fair, nicht gerecht ist
die Erhöhung, die Erhöhungen: hier: wenn man mehr Geld bezahlen muss
die Studiengebühr, die Studiengebühren: Geld, das man an der Universität für das Studium bezahlen muss
sich einsetzen: sich engagieren
Vollzeit arbeiten: den ganzen Tag arbeiten
aufklären: informieren
der Hörsaal, die Hörsäle: sehr großer Unterrichtsraum an der Universität, in dem vor allem Vorlesungen stattfinden
sauer: verärgert, böse
die Bedingung, die Bedingungen: hier: Regeln
sich auflehnen: protestieren
diskriminieren: wenn Menschen nicht gleich behandelt werden
gleichberechtigt: wenn Jungen und Mädchen/Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und gleich behandelt werden
die Vergewaltigung, die Vergewaltigungen: eine Person mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr zwingen
das Ereignis, die Ereignisse: der Vorfall, das Geschehnis
das Banner, die Banner: Transparente oder Poster, auf denen die Forderungen der Demonstrantinnen und Demonstranten stehen
die Unterdrückung: hier: wenn einen Gruppe in der Gesellschaft schlechter behandelt wird als andere, weniger Rechte hat, bestimmet Dinge nicht tun darf
anprangern: hier: kritisieren, anklagen
die Kaste, die Kasten: Gesellschaftsklasse, Bevölkerungsgruppe
besetzen: hier: in Besitz nehmen, okkupieren
Gezi-Proteste: Die Proteste in der Türkei begannen mit Protesten gegen ein geplantes Bauprojekt im Gezi-Park in Istanbul. Daraus entstand einen Protestwelle mit Protesten in der ganzen Türkei.
furchtlos: wenn man keine Angst hat
vorschreiben: jemandem sagen, was er oder sie tun soll
der Unterstützer, die Unterstützer: eine Person, die für jemanden und seine Ideen ist
der Bericht, die Berichte: hier: Informationen im Fernsehen
Die Interviews führte Christina Kufer.
Das Interview mit Shruti aus Indien führte Katja Hanke.

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