Kultur und Trends

Mein Lieblingsbuch

Sprachniveau: B1 Frankfurter Buchmesse | © dpa/picture alliance

Im Oktober findet jedes Jahr die weltweit größte Buchmesse in Frankfurt statt. Deshalb präsentieren wir in diesem Monat deutschsprachige Lieblingsbücher von Lesern aus Deutschland.

 

Die Frankfurter Buchmesse findet in der Messe Frankfurt statt. Sie wurde 1949 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet und hat eine mehr als 500jährige Tradition. Jedes Jahr stellt sie die Buchproduktion und Kultur eines Gastlandes besonders heraus. In diesem Jahr ist es Island. Während der Buchmesse werden der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Auf der Buchmesse gibt es 7.500 Aussteller und es werden circa 300.000 Besucher erwartet. Neben dem Fachpublikum besuchen auch viele Privatpersonen die Buchmesse, um sich einen Überblick über Neuerscheinungen zu verschaffen und um Lesungen oder andere Veranstaltungen im Rahmen der Messe zu besuchen. Nach wie vor ist das Lesen nämlich eines der Hauptfreizeitbeschäftigungen der Deutschen.

Lieblingsbücher

Wer viel liest, kann nicht nur ein Lieblingsbuch haben. Kein Buch ist wie das andere. Es gibt fröhliche, traurige nachdenkliche, spannende und sehr fantasievolle Bücher. Jedes hat seine Geschichte. Bei dem Wettbewerb des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat „Geschichte einer Freundschaft – Mein Lieblingsbuch“ hatten 2010 Menschen aus aller Welt ihre besondere Beziehung zu ihrem Lieblingsbuch beschrieben. Lesen Sie unsere ausgewählten Beiträge, die in einem Band vom Hueber Verlag 2010 veröffentlicht wurden. Im Schülerbereich haben PASCH-Schüler die Möglichkeit, sich zu dem Thema zu äußern und ihre Lieblingsbücher vorstellen.

 

 

Bernhard Schlink – Der Vorleser

 


Bernhard Schlink
Bernhard Schlink gehört zu den erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart. Mit seinem Roman „Der Vorleser" war er sogar auf Platz eins der „New York Times"-Bestsellerliste. Bernhard Schlink wurde am 6. Juli 1944 bei Bielefeld geboren und ist nicht nur Autor, sondern Professor für Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wenn ein Buch es schafft, mich mit einer unerwarteten Wendung so zu überraschen, dass ich erst einmal 15 Minuten dasitzen muss und unfähig bin, irgendetwas zu tun, geschweige denn weiterzulesen, dann hat es nichts anderes verdient, als zum Lieblingsbuch erkoren zu werden!!

 

Anne Schmittgen, Bayreuth
 

Michael Ende – Die unendliche Geschichte

 


Michael Ende
Michael Ende wurde am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren. Er gehört zu den erfolgreichsten europäischen Romanautoren des 20. Jahrhunderts. Vor allem seine Kinderbücher machten ihn bekannt. Bestseller im In- und Ausland wurden „Momo" (1973) und „Die unendliche Geschichte" (1979).

Mein Lieblingsbuch ist und bleibt „die unendliche Geschichte" von Michael Ende. Es ist eines der ersten Bücher, wenn nicht das erste Buch (abgesehen von Gummiknautsch-reinbeiss-Bücher) mit dem ich in meinem Leben in Berührung gekommen bin. Ich kenne es, seitdem ich denken kann. Es hat mich quasi in die Welt des geschriebenen Wortes eingeführt. Und ich bin der Meinung, dass es kein besseres Buch gibt als die „unendliche Geschichte" um die Welten der geführten Phantasie kennenzulernen. Und um das erste mal das Gefühl zu erleben wie es ist, Seiten über Seiten in eine Geschichte abzutauchen, nur durch Worte und die eigene Phantasie durch phantastischen Welten zu spazieren, Hand in Hand mit Atrèju und Bastian Balthasar Bux.

Ich finde, dieses Buch erzählt so viel Wahrheit auf poetische Weise. Es erzählt so viel über den Menschen, über die Abgründe und die Schönheiten der menschlichen Natur mit so vielen Bildern und Kreaturen, dass man sich fragt, wie sich ein einzelner Mensch so etwas ausdenken konnte. Was ich an diesem Buch so liebe ist, dass es jedem seine eigene Geschichte erzählt. Ich glaube, wenn man die einzelnen Leser fragen würde, wovon die „unendliche Geschichte" handelt, würden tausende von Geschichten entstehen. So viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Ich habe sie als kleines Kind zum Einschlafen vorgelesen bekommen, habe sie als Kind, mit 16 und nach acht Jahren wieder gelesen. Und jedes Mal hat sie mir neue Dinge gesagt. Jedes Mal habe ich eine neue Geschichte gelesen. Ich glaube dieses Buch enthält alles was man braucht um ein Leben zu begreifen. Und wenn ich alt bin wird es mir wieder Anderes erzählen, was ich bis dahin noch nicht verstanden habe.

 

Karoline Herfurth, Berlin
 

Erich Kästner – Emil und die Detektive

 


Erich Kästner
Emil Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 in Dresden geboren und starb am 29. Juli 1974 in München. Er war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett, und wurde vor allem wegen seiner humorvollen, scharfsinnigen Kinderbücher und seiner humoristischen bis zeitkritischen Gedichte bekannt. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören u.a. „Pünktchen und Anton", „Das doppelte Lottchen", „Konferenz der Tiere" und „Das fliegende Klassenzimmer".

Wenn ich zurück an meine Kindheit denke, und ich denke sehr oft daran, fallen mir viele Lieblingsbücher ein - die von Erich Kästner. Ich habe seine Bücher immer und immer wieder gelesen und war jedes Mal von neuem fasziniert. Selbst heute, als erwachsener Mensch, lese ich sie noch gerne und erfreue mich an den Erinnerungen, die ich damit verbinde. Am meisten aber hat mir sein Buch „Emil und die Detektive" gefallen.

Ich war damals acht Jahre alt und hatte endlich gelernt, wie man richtig liest. Um so aufgeregter war ich, als ich meinen ersten Roman geschenkt bekommen habe. Das Buch hieß „Emil und die Detektive". Allein der Name gefiel mir so gut, dass ich es nicht mehr länger erwarten konnte und begann sofort zu lesen. Ich war mir sicher, dass es ein richtiges Abenteuer werden wird!

Das Abenteuer von Emil Tischbein konnte also beginnen. Schon als ich die ersten Seiten gelesen habe, war ich total hin- und hergerissen. Das Buch war humorvoll, aber auch fesselnd geschrieben. Ich konnte es nicht beiseite legen, nein, ich musste weiter lesen. Keiner konnte mich aus der Reserve bringen! Selbst meine Eltern nicht, denn wenn sie mich riefen, tat ich einfach so, als ob ich es nicht gehört hätte. Auf keinen Fall wollte ich, dass mich jemand stört! Und so geschah es, dass ich Tag und sogar bis spät in den Abend hinein las, bis das Buch sein Ende erreicht hatte – ein wahrhaftiges Abenteuer kann ich nur sagen!

Der zwölfjährige Emil sollte seine Verwandten in Berlin besuchen, aber Lust dazu hatte er keine. Als er dann aber doch im Zug saß, wurde ihm sein Geld gestohlen. Damit begann auch das Abenteuer, denn Emil verfolgte den Dieb: Angst? - Die kannte er nicht! Wo würde es ihn wohl hinverschlagen? - Das wusste er nicht. Mut? - Den hatte er und darum habe ich ihn sehr bewundert. Er war für mich der geborene Held! Vom Glück verfolgt war er auch noch, denn er traf auf einige Jungen, die ihm bei der Jagd halfen. Durch Mut, Tapferkeit, Stärke und mit pfiffigen Ideen schlugen sie den Dieb in die Luft. Emil und auch seine Freunde waren die Helden Berlins.

Nicht nur in Berlin, sondern auch für mich war Emil ein Held und so blieb es nicht aus, dass ich mich total in ihn verliebte. Den ganzen Tag schwärmte ich von ihm, erzählte meinen Eltern und Großeltern die Geschichte von Emil Tischbein, die sie bereits schon auswendig kannten, immer und immer wieder!

Mich verbindet eine sehr tiefe Freundschaft mit meinem aller ersten Roman. Es hat einen Ehrenplatz zu Hause und ich liebe es über alles! Was wäre meine Kindheit wohl nur ohne Emil und die Detektive gewesen?

 

Sandy Meißner, Reinhardtsdorf
 
 
„Geschichte(n) einer Freundschaft – Mein Lieblingsbuch“
Eine Auswahl der schönsten Buchempfehlungen – zusammengestellt aus den Einsendungen zum gleichnamigen internationalen Wettbewerb
Herausgegeben von Prof. Dr. h. c. Klaus-Dieter Lehmann, Hueber Verlag Ismaning
Aussteller, der jemand der ausstellt, auf einer Messe vertreten ist und Produkte präsentiert
Lesung, die eine Person/ein Autor liest einem Publikum Ausschnitte aus einem Buch vor
geschweige denn schon gar nicht
erkoren werden ausgewählt werden
abtauchen in den Untergrund gehen, sich ganz tief einlesen
Abgrund, der eine unvorstellbare Dimension
total hin- und hergerissen sein sich nicht entscheiden können
keiner konnte mich aus der Reserve bringen keiner brachte es fertig, mich zu stören
pfiffig schlau, gewitzt
Ehrenplatz ein besonderer Platz
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media

Ticket nach Berlin

Begleite sechs junge Deutsch­lerner auf ihrer Reise quer durch Deutschland: Videos ansehen, mitfiebern und Deutsch üben!

© Regeln auf PASCH-net

Was man hochladen darf und was nicht