Kultur und Trends

Musikfestivals in Deutschland

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Musikfestivals sind laut, dreckig und wild. Die jungen Musikfans in Deutschland finden das super und freuen sich jedes Jahr darauf. Wie sieht ein gutes Festival aus? Und was braucht man, um die Musik und die Atmosphäre genießen zu können?

Unter freiem Himmel – Tipps für Musikfestivals in Deutschland

Über 500 Festivals finden dieses Jahr in Deutschland statt. Es gibt kleine Veranstaltungen, die nur einen Tag dauern. Einige sind sogar kostenlos. Aber ein richtiges Festivaldauert drei Tage oder länger. Musikfestivals sind Teil der Jugendkultur: Hier treffen sich die Fans einer bestimmten Musikrichtung, bekannte Bands spielen unter freiem Himmel und die Besucher schlafen in Zelten. „Rock am Ring“ und das „Wacken Open Air“ sind mit 80.000 Besuchern die größten Festivals in Deutschland.

Kein Luxus auf dem Zeltplatz

Rock am Ring | © dpa/picture-alliance.com

Wer Luxus mag, sollte nicht auf ein Festival gehen. Die Festivalbesucher frühstücken Toast und Dauerwurst. Das Wasser zum Zähneputzen kommt aus der Flasche. Die Duschen und Toiletten sind dreckig. Das alles ist den Musikfans egal. Sie freuen sich auf die Konzerte. Oft spielen mehrere Bands gleichzeitig auf verschiedenen Bühnen. Die Besucher entscheiden sich für ihre Lieblingsbands und suchen sich früh einen guten Platz. Langweilig wird es nie. Wenn gerade keine gute Band spielt, lernt man auf dem Zeltplatz neue Leute kennen.

Viel Wasser trinken

Bei einem Festival ist es wichtig, viel Wasser zu trinken. Das Tanzen in der Sonne ist anstrengend. Die Fans springen im Takt der Musik. Einige ziehen einander dabei an der Kleidung, springen gegeneinander und stoßen sich weg. „Pogo“ nennt man diesen Tanz, bei dem es auch Unfälle geben kann. Wer nicht so wild tanzen möchte, sucht sich besser einen Platz, der weiter von der Bühne weg ist. Keine Sorge: Die meisten Fans nehmen Rücksicht auf andere und für den Notfall sind viele Sanitäter bei den Festivals.

Rocker und rosa Hasen – ein Heavy-Metal-Fan im Interview

Alexander Eil beim Summer-Breeze-Festival in MittelfrankenRock am Ring | © privat

Vor sechs Jahren besuchte Alexander Eil sein erstes Festival. Seitdem liebt er die großen Konzerte und das Leben auf dem Zeltplatz. Der 24-jährige Student mag vor allem Heavy-Metal-Festivals. Dort hat er schon jede Menge erlebt.

Alexander, welche Festivals besuchst du in diesem Jahr?

Mein Favorit ist das „Summer-Breeze-Festival“ Ende August in Mittelfranken. Dort treten vor allem Bands auf, die Trash, Death, und Black Metal spielen. Ich war zuletzt 2009 dort. Wegen der tollen Atmosphäre will ich wieder hingehen. Vielleicht fahre ich auch nach Slowenien zum „Metal Camp“.

Was gefällt dir an den Festivals?

Am meisten freue ich mich immer auf das Wiedersehen mit Freunden. Außerdem lerne ich neue Menschen aus der ganzen Welt kennen. Alle verbindet die Musik und es ist einfach, ein Gespräch zu beginnen. Einige Leute sind auch ein bisschen verrückt.

Festivals sind wild. Was hast du erlebt?

Einmal hat sich jemand ein Haus aus Bierfässern gebaut – mitten auf dem Zeltplatz! Alle halfen ihm, noch einen Zaun aus Dosen zu bauen. Häufig tragen die Besucher lustige Kostüme. Ich habe schon Superman, Batman und rosa Hasen gesehen. Oder Rocker, die Popsongs von Lady Gaga singen und dazu tanzen. Am Ende eines Festivals kommen die Leute auch auf dumme Ideen. Sie zünden ihr Zelt an und grillen über dem Feuer.

Du hast schon viel Erfahrung. Welche Tipps gibst du neuen Festivalbesuchern?

Nehmt warme Kleidung mit! Auch im Sommer. Die Nächte können kalt und feucht sein. Steckt die Kleidung in euren Schlafsack. So bleibt sie trocken. Festivals sind dreckig. Wenn euch Hygiene wichtig ist, nehmt feuchte Tücher und Toilettenpapier mit. Es gibt Duschen, aber sie sind teuer und nicht wirklich sauber.

Wie sieht es mit dem Essen aus?

Die Preise auf den Festivals sind hoch. Am besten reist ihr mit dem Auto an und bringt alles mit, was ihr braucht. Denkt dabei nicht nur an Bier. Auf einem Festival schläft man wenig und ist viel unterwegs. Vitamine, also Obst und Saft, sind wichtig nach einer langen Nacht.

Wacken Open Air – Das Heavy-Metal-Dorf

Alexander Eil beim Summer-Breeze-Festival in MittelfrankenRock am Ring | © privat

In Wacken, einem Dorf in Schleswig-Holstein, leben nur 1.800 Menschen und ein paar Kühe. Jedes Jahr im August findet hier das größte Heavy-Metal-Festival der Welt statt. Dann kommen Zehntausende Metal-Fans nach Wacken. Der Dokumentarfilm „Full Metal Village“ zeigt, wie die Dorfbewohner mit dem Heavy Metal leben. Das Festival findet vom 4. bis 6. August 2011 statt. Dieses Jahr mit dabei: Sepultura, Motörhead, Kreator, Sodom, Subway to Sally.

Große Auswahl – das richtige Festival finden

Zwischen Mai und August sind die meisten Festivals in Deutschland. Oft wird Rockmusik gespielt, aber für jeden Geschmack ist etwas dabei – von Hip-Hop bis Klassik. Je größer das Festival ist, umso mehr internationale Bands spielen und umso teurer sind die Tickets. Es gibt auch Festivals unter dem Motto „umsonst & draußen“. Dort spielen vor allem deutsche Bands aus der Region und der Eintritt ist frei.

 
wild: hier: heftig, leidenschaftlich, temperamentvoll
die Veranstaltung, die Veranstaltungen: besonderes Ereignis, zum Beispiel ein Festival oder ein Konzert
die Dauerwurst: die Salami, Zervelatwurst; harte, getrocknete Wurst
anstrengend: schwer, mühevoll, stressig
ziehen: hier: reißen, zerren, zupfen
sich wegstoßen: jemandem einen Stoß geben, wegdrücken, rempeln
auf jemanden Rücksicht nehmen: jemanden beachten, respektieren; sich ordentlich verhalten
jede Menge: viel, eine große Anzahl, zahlreich
auftreten: hier: spielen, singen, Musik machen
das Fass, die Fässer: sehr großer Behälter für Flüssigkeit
verrückt: ausgeflippt, komisch, seltsam, sonderbar
der Tipp, die Tipps: Empfehlung, Hinweis, Ratschlag
der Zaun, die Zäune: Abgrenzung, Gitter
anzünden: zum Brennen bringen; anbrennen, entfachen
der Tipp, die Tipps: Empfehlung, Hinweis, Ratschlag
der Klappstuhl, die Klappstühle: Stuhl, den man zusammenbauen kann; spezieller Stuhl für draußen
der Eintopf: dicke Suppe mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse
Zusammengestellt von Birgit Raddatz
aus vitamin de – Sprachlernzeitschrift für junge Deutschlerner, Nr. 49, Sommer 2011
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