Kultur und Trends

Ostern in Deutschland

Sprachniveau: A2/B1

Ostern ist eines der großen Feste in Deutschland. An den Ostertagen denken die Christen an den Tod von Jesus Christus und feiern seine Auferstehung. Ostern ist nicht nur für Christen wichtig. Es ist ein Frühlingsfest für alle – mit vielen alten und neuen Traditionen.

Woher kommt das Wort „Ostern“

In vielen Sprachen hat das Osterfest einen Namen, der an das jüdische Passah-Fest erinnert. Woher das deutsche Wort „Ostern“ kommt, ist nicht sicher. Wahrscheinlich hat das Wort einen germanischen Ursprung. Die Germanen feierten auch Frühlingsfeste. Eine germanische Frühlingsgöttin heißt „Ostara“.

Woher kommt der Osterhase?

Am Ostersonntag suchen die Kinder im Garten die bunten Ostereier. Die Deutschen sagen, dass der Osterhase die Eier versteckt. In manchen Regionen macht diese Arbeit ein Fuchs, ein Hahn oder ein Storch. Aber der Hase ist das typische Ostertier, weil man im Frühling besonders viele Hasen auf den Wiesen sieht. Die Hersteller von Süßigkeiten haben den Osterhasen richtig berühmt gemacht. Jedes Jahr kaufen die Deutschen über 120 Millionen Osterhasen aus Schokolade.

Warum sind die Ostereier bunt?

Frisch gefärbte Ostereier | © pa picture alliance / Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby

Früher fasteten die Christen vor dem Osterfest. Sieben Wochen lang aßen sie kein Fleisch und keine Eier. Den Hühnern war das egal. Sie legten trotzdem Eier. Die Eier wurden gesammelt, gekocht und rot angemalt. Die rote Farbe sollte zeigen: Rote Eier sind gekocht, weiße Eier sind roh. An Ostern war das Fasten vorbei und die Christen aßen die roten Eier. Heute gibt es Ostereier in allen Farben. Das Bemalen der Eier ist in bestimmten Regionen Deutschlands eine Volkskunst geworden.

Warum feiern die Christen Ostern?

Für die Christen ist Ostern das wichtigste Fest. Es erinnert an den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus. Das Fest beginnt mit dem Gründonnerstag. Jesus Christus aß an diesem Tag das letzte Abendmahl. Er feierte gemeinsam mit seinen Jüngern das jüdische Passah-Fest. Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wurde Christus gekreuzigt. An diesem Tag gibt es keine Feste in Deutschland. Die Diskotheken sind geschlossen und die Glocken in den Kirchen läuten nicht. In der Osternacht vom Samstag auf den Sonntag feiern die Christen die Auferstehung von Jesus. Im Christentum ist die Auferstehung das größte göttliche Wunder. Die Christen glauben, dass Jesus Christus nun ewig lebt.

Wann ist Ostern?

Ostern hat keinen festen Tag im Kalender. Der Mond bestimmt den Termin. Der Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling ist der Ostersonntag. Das ist frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. Der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß (1777–1855) hat eine Formel entwickelt, mit der man den Ostersonntag für jedes Jahr ausrechnen kann: die Gaußsche Osterformel. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sind in Deutschland gesetzliche Feiertage.

Warum gibt es an Ostern Demonstrationen?

Ostermarsch auf dem Römerberg in Frankfurt am Main | © picture-alliance/ dpa – Bildfunk, Foto: Boris Roessler dpa/lhe

Ostern ist ein Fest für den Frieden. Deshalb gibt es in Deutschland die Ostermärsche. Das sind friedliche Demonstrationen an den Ostertagen. Die Ostermärsche begannen Anfang der 1960er-Jahre. Die Deutschen protestierten gegen Atomwaffen und gegen den Kalten Krieg. Zwischen 1968 und 1985 waren Hunderttausende Menschen bei den Ostermärschen. Heute kommen weniger Leute, aber die Ostermärsche sind immer noch wichtig für die Friedensbewegung.

Warum gibt es Osterfeuer?

Schon vor Tausenden Jahren feierten die Germanen Frühlingsfeste. Ihre Bräuche gehören heute noch zu Ostern. Das Osterfeuer ist solch ein alter Brauch: Am Ostersamstag wird ein großes Feuer angezündet. Das Feuer vertreibt den Winter und die bösen Geister. Dieser Brauch ist besonders in den Dörfern beliebt. Die Menschen treffen sich am Feuer und feiern den Frühling.

Was gibt es zu Essen?

An Ostern essen die Deutschen 570 Millionen Eier. Das sind sieben Ostereier pro Person. Es gibt auch traditionelle Gerichte ohne Ei. Am Karfreitag essen die Deutschen Fisch. Das traditionelle Essen am Ostersonntag ist Lamm. Schon die Germanen opferten ihren Göttern ein Lamm zum Frühlingsfest. Diese Tradition haben die Christen übernommen. Das Lamm ist ein Symbol für Jesus Christus. Die Deutschen backen Kuchen, die aussehen wie Lämmer.

Abendmahl, das: kirchliches Ritual der Christen; Eucharistie
anzünden: zum Brennen bringen; anbrennen, entfachen
Auferstehung, die: hier: nach dem Tod wieder lebendig werden
Bewegung, -en, die: hier: Organisation, Initiative, Interessengruppe
Brauch, -“-e, der: Rituale, besondere Feste und Regeln
ewig: für immer, endlos, unendlich
fasten: eine Zeit lang ganz oder teilweise auf Nahrung verzichten
Geist, -er, der: hier: Dämon, Phantom, Gespenst
gesetzlich: hier: staatlich, offiziell
kreuzigen: jmdn. töten, indem man ihn an einem Kreuz befestigt
Lamm, -“-er, das: neugeborenes, junges Schaf
opfern: schenken, geben, ein Opfer bringen
Storch, -“-e, der: großer, weißer Vogel mit langen, roten Beinen
übernehmen: hier: auch machen, kopieren, fortsetzen
Ursprung, -“-e, der: Anfang, Ausgangspunkt, Beginn
verstecken: etw. an einen geheimen Ort legen, verbergen
vertreiben: jmdn. dazu bringen, den Ort zu verlassen; fortjagen, verscheuchen
Waffe, -n, die: Gewehr, Pistole, Schusswaffe
Wiese, -n, die: Fläche mit Gras; Weide, Feld
Zusammengestellt von Dagmar Glück.
aus vitamin de – Sprachlernzeitschrift für junge Deutschlerner, Nr. 48
www.vitaminde.de

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