Sternchenthemen

Video-Angebote im Netz: Deutschland, deine YouTube-Stars

Sternchenthema: Dieser Text auf B2/C1-Niveau ist für Lerngruppen zu empfehlen, die anstreben, das Deutsche Sprachdiplom zweiter Stufe (DSD II) zu erwerben.Sprachniveau: B2/C1

Ihre Themen sind vielfältig: Musik, Comedy, Tutorials, Interviews. Was aber haben die erfolgreichsten deutschen YouTube-Stars gemeinsam? Den Schlüssel zum Erfolg: Authentizität. Und die hat viele Gesichter.

Y-Titty – dieser Name leitet sich ab vom englischsprachigen Kürzel „Y. T. D.“, das für „YouTube Dummies“ steht. Dabei machen die drei Jungs der Comedy-Truppe Y-Titty bei YouTube alles richtig: Sie sind der aktuell angesagteste YouTube-Kanal in Deutschland – mehr als 2,7 Millionen YouTube-Nutzer haben ihn abonniert.

Y-Titty haben klein angefangen. In ihrer Freizeit produzierten die drei Jungs Videos, die sie selbst lustig fanden. Nach und nach fanden sie mit ihrem Humor immer mehr Anhänger: Die Fan-Gemeinde wuchs stetig. Heute produzieren Y-Titty ihre Videos nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung, sondern mithilfe einer Produktionsfirma in einem Studio.

Aus einem Hobby ist ein Beruf geworden: Ihre Musik landet in den Charts und sie gehen auf Konzerttournee. „YouTube ist eine Bewegung geworden und wir dürfen ein Teil davon sein“, sagen Y-Titty in Interviews. Als könnten sie selbst noch nicht ganz verstehen, warum gerade sie so gut bei den Nutzern ankommen.

Stil und Format über Jahre erarbeitet

Erklären lässt sich ihr Erfolg durch mehrere Faktoren: Zum einen sind Comedy und Musikparodien, wie Y-Titty sie machen, erfolgreiche Sparten bei YouTube. Aber es sind längst nicht die einzigen: Auch Interviewsendungen oder Tutorials finden viele Fans. Y-Titty gelingt aber ebenso das, was alle erfolgreichen YouTuber auf ihre eigene Weise zu schaffen scheinen: Sie treffen die Sprache ihres jungen Publikums, ohne sich dabei zu verstellen.

„Den YouTube-Stars ist in der Regel gemein, dass ihnen die Ansprache ihrer Zielgruppe außerordentlich gut gelingt. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Authentizität der Akteure sowie ihre Erfahrung, die sie sich meist über Jahre hinweg erarbeitet haben“, sagt Bertram Gugel, Kommunikationswissenschaftler und Experte für Internet-TV und Video-Angebote im Netz. Andere erfolgreiche deutsche Selfmade-Comedy- und Musik-Kanäle, die auf YouTube in Deutschland besonders erfolgreich sind, sind „Die Aussenseiter“ oder „Freshaltefolie“. Einen anderen Bereich bedient der Kanal „Gronkh“: Das Team spielt Computerspiele und erklärt, wie man sich am besten von Level zu Level zockt. Ein einfaches Konzept, das viele YouTube-Nutzer begeistert. Mit 2,5 Millionen Abonnenten gehört er zu den meistgenutzten YouTube-Kanälen Deutschlands.

Die YouTube-Amateure in Deutschland, die später populär und professionell vermarktet werden, profitieren von der fehlenden Konkurrenz im Internet: In Deutschland stecken die YouTube-Kanäle der TV-Sender oftmals noch in den Kinderschuhen. „Im Gegensatz zum amerikanischen Markt finden sich in Deutschland, mit Ausnahme der Musiker, noch kaum erfolgreiche Angebote von klassischen Produzenten und Medienkonzernen”, sagt Bertram Gugel. So kommen einige Kanäle als Alternative zum klassischen Fernsehprogramm daher. Locker und unverfroren statt steif und altbacken, ist die Devise.

Der Sprung vom Internet ins Fernsehen

„Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte“ ist eines dieser unkonventionellen YouTube-Gesprächsformate. Blogger Tilo Jung trifft Politiker, Experten oder Firmenvertreter zu gesellschaftlich relevanten Themen und konfrontiert sie mit denkbar „naiven“, einfach verständlichen Fragen. Konsequent spricht er seine Gesprächspartner beim Vornamen an und fragt sie ganz am Anfang, wer sie überhaupt sind – auch wenn es sich um den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück handelt.

Der Effekt: Der Gesprächspartner kann nicht wie in anderen Talkshows in lange, inhaltsleere Floskeln verfallen. Er wird zu konkreten Antworten gezwungen. Das Format ist zwar mit zurzeit 6.800 Abonnenten nicht sonderlich erfolgreich, jedoch sorgte es für einiges Aufsehen in der Medienbranche. Lobende Zeitungsartikel und Webkritiken haben „Jung & Naiv“ bekannt gemacht, so dass Macher Tilo Jung prominentere Gesprächspartner ergattern konnte. Schließlich schaffte es das Format sogar ins Fernsehen.

Etwas anders machen als der Rest, Konventionen über den Haufen werfen oder bewusst amateurhaft auftreten und damit authentisch und greifbar sein – dies scheint in etwa das Erfolgsrezept für YouTuber in Deutschland zu sein. Wenn die Videos dann genügend Anhänger finden, winkt die Karriere zum professionellen, bezahlten YouTube-Star. Und am Ende vielleicht eine Auszeichnung mit dem „Webvideopreis“ oder eine Einladung zum YouTuber-Treffen „Videoday“. Beide Veranstaltungen wurden 2013 ins Leben gerufen und zeigen, wie sich die Szene immer weiter professionalisiert und an Bedeutung gewinnt.

das Tutorial, die Tutorials: eine Anweisung; hier: jemand erklärt in einem Video, wie man etwas macht
die Authentizität: hier: die Personen wirken echt. Man glaubt ihnen, was sie in den Video erzählen und machen.
angesagt: populär, beliebt
der YouTube-Kanal, die YouTube-Kanäle: die individuelle Seites eines YouTube-Nutzers, auf der man alle seine Videos findet
abonnieren: hier: Die Nutzer können festlegen, dass sie informiert werden, wenn eine bestimmte Person ein neues Video auf YouTube veröffentlicht hat.
in den Charts landen: hier: in die Liste der meistverkauften Musikstücke gelangen
die Bewegung, die Bewegungen: hier: eine große Gruppe von Menschen findet YouTube gut
die Musikparodie, die Musikparodien: auf komische, lustige Art ein Lied kopieren (meist mit einem anderen Text)
die Sparte, die Sparten: die Abteilung, das Teilgebiet
sich verstellen: sich anders verhalten, als man eigentlich ist
das Internet-TV: Fernsehprogramme, die durch das Internet übertragen werden
selfmade (englisch): selbst gemacht; hier: ohne professionelle Mittel gedrehte Videos
zocken: spielen
der Amateur, die Amateure: eine Person, die etwas als Hobby betreibt und damit kein oder nur wenig Geld verdient
populär: hier: für eine breite Masse
vermarkten: an die Öffentlichkeit bringen und gutes Geld damit verdienen
in den Kinderschuhen stecken: noch ganz am Anfang stehen
unverfroren: frech, witzig, ohne viel Respekt
altbacken: unmodern
die Devise, die Devisen: das Motto
naiv: keine Ahnung haben, nicht viel wissen
der/die Desinteressierte, die Desinteressierten: eine Person, die sich für ein bestimmtes Thema nicht interessiert
unkonventionell: außergewöhnlich, anders als normalerweise
die Bloggerin / der Blogger, die Blogger: eine Person, die einen Blog schreibt, sich also auf einer eigenen Webseite regelmäßig zu einem bestimmten Thema äußert
in lange, inhaltsleere Floskeln verfallen: hier: viel reden jedoch mit wenig Inhalt; reden, aber nicht viel sagen
für Aufsehen sorgen: auf sich aufmerksam machen, Aufmerksamkeit bekommen
ergattern: bekommen, gewinnen
Konventionen über den Haufen werfen: etwas Neues und Ungewöhnliches machen
das Erfolgsrezept: eine Methode, die immer wieder zum Erfolg führt
die Karriere winkt: eine Karriere ist möglich
etwas ins Leben rufen: gründen; hier: zum ersten Mal veranstalten

Worterklärungen

das Tutorial, die Tutorials: eine Anweisung; hier: jemand erklärt in einem Video, wie man etwas macht
die Authentizität: hier: die Personen wirken echt. Man glaubt ihnen, was sie in den Video erzählen und machen.
angesagt: populär, beliebt
der YouTube-Kanal, die YouTube-Kanäle: die individuelle Seites eines YouTube-Nutzers, auf der man alle seine Videos findet
abonnieren: hier: Die Nutzer können festlegen, dass sie informiert werden, wenn eine bestimmte Person ein neues Video auf YouTube veröffentlicht hat.
in den Charts landen: hier: in die Liste der meistverkauften Musikstücke gelangen
die Bewegung, die Bewegungen: hier: eine große Gruppe von Menschen findet YouTube gut
die Musikparodie, die Musikparodien: auf komische, lustige Art ein Lied kopieren (meist mit einem anderen Text)
die Sparte, die Sparten: die Abteilung, das Teilgebiet
sich verstellen: sich anders verhalten, als man eigentlich ist
das Internet-TV: Fernsehprogramme, die durch das Internet übertragen werden
selfmade (englisch): selbst gemacht; hier: ohne professionelle Mittel gedrehte Videos
zocken: spielen
der Amateur, die Amateure: eine Person, die etwas als Hobby betreibt und damit kein oder nur wenig Geld verdient
populär: hier: für eine breite Masse
vermarkten: an die Öffentlichkeit bringen und gutes Geld damit verdienen
in den Kinderschuhen stecken: noch ganz am Anfang stehen
unverfroren: frech, witzig, ohne viel Respekt
altbacken: unmodern
die Devise, die Devisen: das Motto
naiv: keine Ahnung haben, nicht viel wissen
der/die Desinteressierte, die Desinteressierten: eine Person, die sich für ein bestimmtes Thema nicht interessiert
unkonventionell: außergewöhnlich, anders als normalerweise
die Bloggerin / der Blogger, die Blogger: eine Person, die einen Blog schreibt, sich also auf einer eigenen Webseite regelmäßig zu einem bestimmten Thema äußert
in lange, inhaltsleere Floskeln verfallen: hier: viel reden jedoch mit wenig Inhalt; reden, aber nicht viel sagen
für Aufsehen sorgen: auf sich aufmerksam machen, Aufmerksamkeit bekommen
ergattern: bekommen, gewinnen
Konventionen über den Haufen werfen: etwas Neues und Ungewöhnliches machen
das Erfolgsrezept: eine Methode, die immer wieder zum Erfolg führt
die Karriere winkt: eine Karriere ist möglich
etwas ins Leben rufen: gründen; hier: zum ersten Mal veranstalten
Katja Döhne
ist freiberufliche Journalistin in Berlin.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
Januar 2014

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