Sternchenthemen

Der Traum vom Tor – Interview mit Sebastian Dreier

Sternchenthema: Dieser Text unterhalb des B2-Niveaus ist für Lerngruppen zu empfehlen, die anstreben, das Deutsche Sprachdiplom zweiter Stufe (DSD II) zu erwerben. Sprachniveau: B1
Ein Fußballspiel nicht vor dem Fernseher oder von der Zuschauertribüne aus verfolgen, sondern einmal als einer von 22, als Akteur, im Flutlicht auf dem Platz den Fußball selber spielen – für viele ein Traum. Sebastian Dreier ist dabei, ihn sich zu erfüllen. Der 17-Jährige spielt in der A-Jugend des FC Bayern München. Wie man es bis dorthin schafft, wie man Abi-Stress und Leistungssport unter einen Hut bekommt und was das allerschönste ist am Fußball, berichtet Sebastian im Pasch-Interview.

Sebastian, seit wann trainierst Du beim FC Bayern?
Beim FC Bayern spiele ich seit Sommer 2007.

Wie bekommt man es hin, für einen so großen Verein wie den FC Bayern spielen zu dürfen? Gibt es eine Aufnahmeprüfung?
Bevor ich zum FC Bayern kam, habe ich schon fünf Jahre für 1860 München gespielt, das ist ja auch ein großer Verein. Der FC Bayern ist über Scouts und Talent-Sichtungen auf mich aufmerksam geworden und hat Interesse angemeldet. Ich habe das Angebot angenommen und den Verein gewechselt.

War es schon immer Dein großer Wunsch, Profi-Fußballer zu werden?
Momentan bin ich ja noch kein Profi-Fußballer, ich will gerne einer werden. Es war schon immer mein Traum, Fußball zu spielen und vor allem Fußball für den FC Bayern zu spielen.

Kannst Du Dich erinnern, wann Du das erste Mal Fußball gespielt hast?
Im Verein habe ich das erste Mal gespielt, da war ich fünf Jahre alt. Das war beim FC Hohenthann, meinem Heimatverein. Vorher habe ich immer mit meinem besten Freund im Garten gekickt.

Du hast bestimmt einen vollen Terminkalender. Kannst Du beschreiben, wie ein Tag gewöhnlich bei Dir abläuft?
Ich gehe noch aufs Gymnasium, in die 12. Klasse. Ich habe also ganz normal Schule: von acht bis 13 Uhr und manchmal auch Nachmittags-Unterricht. Danach beginnen die Vorbereitungen aufs Training: ein kurzes Aufwärmen im Kraftraum, danach Training von 17 bis circa 18:30 Uhr. Danach esse ich noch etwas, und das war's dann.



Und Hausaufgaben?

Die erledige ich entweder am Abend oder zwischendrin, wenn ich Zeit finde.

Bekommst Du eine Sonderbehandlung von den Lehrern, weil Du beim FC Bayern trainierst?
Jetzt nicht mehr. Ich mache bald mein Abitur, und die Lehrer können keine spezielle Rücksicht auf mich nehmen – die Abiturprüfungen sind ja für alle die gleichen. Da wäre es kein Vorteil für mich, wenn die Lehrer mir irgendetwas nachlassen würden.

Wie oft trainierst Du?
Ich trainiere Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag. Mittwoch habe ich einen freien Tag. Am Wochenende ist am Samstag Abschlusstraining und am Sonntag Spiel.

Gibt es Kurse außerhalb des regulären Trainings, in denen man auf das Leben als Profi-Fußballer vorbereitet wird – "Wie gehe ich mit der Presse um" zum Beispiel?
In meinem Altersbereich gibt es solche Kurse noch nicht. Allerdings lernen wir bei unserem Training am Abend auch Dinge, die nicht unmittelbar mit Fußball zu tun haben: den Umgang mit dem eigenen Körper zum Beispiel oder richtige Ernährung.



Wohnst Du mit den anderen aus deiner Mannschaft zusammen in einem Wohnheim oder daheim bei Deinen Eltern?
Die ersten zwei Jahre bei Bayern München habe ich im Internat gewohnt, in der Säbener Straße, das ist direkt am Trainingsgelände. Diesen Sommer bin ich in eine eigene kleine Wohnung gezogen. Sie wird vom Verein gestellt und ist ebenfalls nicht weit entfernt vom Trainingsgelände.

Abi machen und nebenher fast jeden Tag Fußball spielen – machst Du Dir Stress deswegen?
Das ist in der Tat ein hoher Aufwand, weil man wenig Zeit hat, sich auf den Unterricht vorzubereiten und zu lernen. Aber wenn man den Ehrgeiz hat und das wirklich schaffen will, dann schafft man das auch.

Und Du verspürst niemals Lust, alles hinzuschmeißen und die Zeit mit Deinen Freunden zu verbringen?
Nie. Dafür macht mir Fußball zu viel Spaß. Die schönen Dinge, die damit verbunden sind, überwiegen eindeutig.

Was ist das Allerschönste am Fußball?
Das Allerschönste ist, ein wichtiges Tor zu schießen.



Derzeit spielst Du im Mittelfeld. Würdest Du auch gerne in einer anderen Position spielen?
Meine Lieblingsposition ist im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr, aber ich kann auch rechter Verteidiger spielen oder rechtes Mittelfeld.

Du hast sogar schon als Nationalspieler Länderspiele bestritten.
Ich habe bisher zehn Jugendländerspiele gespielt, für die U16- und die U17-Junioren.

Wer entscheidet, ob man dabei ist oder nicht?
Bei mir entscheidet das der Bundestrainer für den Jahrgang 1992, Marco Pezzaiuoli.

Was ist Dein nächstes Etappen-Ziel?
Eine gute Rolle in der A-Jugend zu spielen und dann den Sprung zu den Amateuren des FC Bayern zu schaffen.

Wann steht das an?
Das kann schnell gehen oder auch noch ein, zwei Jahre dauern. Da muss man abwarten, das kommt auf meine Entwicklung an.

Wer ist Dein Vorbild im Fußball?
Mark van Bommel vom FC Bayern, weil er auf derselben Position spielt wie ich. An ihm gefällt mir, wie er die Mannschaft führt, und wie er auftritt auf dem Platz. Er hat einige Eigenschaften, mit denen ich mich identifizieren kann.



Wie wichtig sind, neben den sportlichen Fähigkeiten, soziale Fähigkeiten wie etwa Teamgeist?

Teamgeist ist in meinen Augen eine Grundvoraussetzung. Denn nur über einen Mannschaftserfolg kann auch der Einzelne Erfolg haben.

Warst Du schon immer FC-Bayern-Fan?
Ich war schon immer FC-Bayern-Fan, schon als kleines Kind.

Könntest Du Dir vorstellen, für einen anderen Verein zu spielen?
Im Moment nicht.

Hast Du auch keinen anderen Fußballverein, den Du gut findest?
Ich interessiere mich für den englischen Fußball. Die englische Liga bietet nochmals eine Steigerung zur deutschen Bundesliga. Aber das liegt weit weg. Ich habe nicht vor, da zu spielen. Es ist einfach schön anzuschauen.

Deine Prognose: Kann der FC Bayern in dieser Saison noch Meister werden?
Das ist eine schwierige Frage ... Aber ich hoff's natürlich!
unter einen Hut bekommen: alles vereinen
der Verein, die Vereine: der Club
der Profi-Fußballer: ein Fußballer, der mit Fußball sein Geld verdient
kicken: Fußball spielen.
nachlassen: hier: weniger Arbeit geben
die Mannschaft,die Mannschaften: die Mannschaft,en: die Fußball-Mannschaft
das Abi: Abkürzung von: Abitur
der Amateur, die Amateure: ein nicht professionaler Fußballspieler
der Teamgeist: das Team hält zusammen, um zu gewinnen

Worterklärungen

unter einen Hut bekommen: alles vereinen
der Verein, die Vereine: der Club
der Profi-Fußballer: ein Fußballer, der mit Fußball sein Geld verdient
kicken: Fußball spielen.
nachlassen: hier: weniger Arbeit geben
die Mannschaft,die Mannschaften: die Mannschaft,en: die Fußball-Mannschaft
das Abi: Abkürzung von: Abitur
der Amateur, die Amateure: ein nicht professionaler Fußballspieler
der Teamgeist: das Team hält zusammen, um zu gewinnen
Das Gespräch führte Verena Hütter.
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