Deutsch als Fremdsprache

Schülerzeitung „Japan Heute“ – Zwei Sprachen, viele Themen


Eine Schülerzeitung in der Landessprache gibt es an vielen Schulen, fremdsprachige Schülerzeitungen hingegen nicht so häufig. Die Schülerzeitung „Japan Heute“ erscheint sogar in zwei Sprachen, Japanisch und Deutsch. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Themen, die sie interessieren, und verbessern dabei ihre Fremdsprachenkenntnisse. Sie können kreativ werden, schreiben, fotografieren, zeichnen und vieles mehr.

Viermal im Jahr trifft sich die Redaktion der „Japan Heute“ am Goethe-Institut Tokyo. „Japan Heute“ ist die Schülerzeitung der Schülerinnen und Schüler der vier japanischen Schulen, die vom Goethe-Institut im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) betreut werden. Die Schülerzeitung erscheint seit 2012 mit vier Printausgaben im Jahr und online auf PASCH-Global, dem weltweiten Schülerzeitungsblog der PASCH-Initiative auf www.pasch-net.de. Mit der Printausgabe hält das Schülerzeitungsteam das Ergebnis seiner Arbeit buchstäblich in den Händen. Auch alle PASCH-Schulen in Japan erhalten ein Paket der Printausgabe. So kommen viele Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte mit der Schülerzeitung in Kontakt. Online auf PASCH-Global können auch Deutschlernende in anderen Ländern die Beiträge der „Japan Heute“ lesen und kommentieren.

Kommentare zu einem Bericht über das Erdbeben in Japan 2011. | © PASCH-net

So entsteht eine neue Ausgabe

Jede Ausgabe besteht aus Beiträgen von etwa 15 Schülerinnen und Schülern, die einzeln oder in kleinen Gruppen Texte schreiben, fotografieren und die Titelseite gestalten. Die Lehrkräfte an den Schulen überprüfen die Rechtschreibung und die PASCH-Mitarbeiterinnen des Goethe-Instituts Tokyo übernehmen die letzte Korrektur und das Layout. Die „Japan Heute“ ist zweisprachig, damit auch Schülerinnen und Schüler ohne oder mit noch geringen Deutschkenntnissen die Zeitung lesen können. Bis auf einen Schüler schreiben alle zunächst den japanischen Text und übertragen diesen anschließend ins Deutsche. Oft werden dabei aus einem langen japanischen Satz mehrere kurze deutsche, oder der Originaltext wird einfach umformuliert, wenn die Übersetzung zu schwierig ist. Es lohnt sich, beide Texte zu lesen, denn nur selten sind die japanische und die deutsche Version genau gleich.

Worüber die Schülerinnen und Schüler schreiben, entscheiden sie selbst. Bei der Redaktionssitzung bekommen sie lediglich Tipps für mögliche Themen, wenn sie keine eigenen Vorschläge einbringen. Am häufigsten wählen sie Themen, die einen Bezug zu ihrem Alltag haben wie Jahreszeitenfeste, Lieblingsgerichte, Hobbys oder sie schreiben über PASCH-Aktivitäten wie die Besuche bei der deutschen Botschaft oder bei deutschen Firmen in Tokyo. Diejenigen, die schon länger dabei und somit „Zeitungs-erfahren“ sind, wagen sich auch an anspruchsvolle Texte. Das können Buch- oder Musikempfehlungen sein oder Kommentare zu aktuellen Themen wie den Olympischen Spielen oder der Aufnahme des Fuji-san in das UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Tipps für die Arbeit an einer Schülerzeitung

Die Schülerinnen und Schüler können an der Schülerzeitung im Unterricht, aber auch in Workshops oder AGs arbeiten. Wichtig ist es, nicht zu viele Ausgaben pro Jahr zu planen, denn Schülerzeitungen sind für alle Beteiligten arbeitsintensiv. Dazu gehören auch regelmäßige Redaktionssitzungen, um die Themenplanung zu besprechen. Bei der Auswahl ihrer Themen sollten die Schülerinnen und Schülern möglichst freie Wahl haben. Die Korrektur der Rechtschreibung und Grammatik übernehmen am besten die Lehrerinnen und Lehrer. So können sie gleich Tipps zu häufig gemachten Fehlern geben. Wenn die Schülerzeitung zweisprachig erscheint, ist zwar ist der Schreib- und Korrekturaufwand höher, aber dafür kann die Zeitung auch von Schülerinnen und Schülern gelesen werden, die nicht so gut Deutsch sprechen.

Schülerzeitungen verbinden

Obwohl die Mitarbeit an der Schülerzeitung grundsätzlich freiwillig ist und es schon eine Herausforderung ist längere deutsche Texte zu schreiben, sind viele Schülerinnen und Schüler in jeder Ausgabe mit einem Text vertreten. Für sie bietet die Schülerzeitung eine Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse praktisch anzuwenden und zu verbessern. Bei einigen ist diese Motivation auch mit dem konkreten Wunsch verbunden, nach Deutschland zu fahren oder auf Deutsch über die japanische Kultur zu berichten.

Eine Schülerzeitung kann aber noch mehr. In der „Japan Heute“ werden regelmäßig Artikel von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Uroš Predic, einer PASCH-Schule in Serbien, veröffentlicht. Im Gegenzug erhalten diese regelmäßig die aktuelle Ausgabe per Post. Begonnen hat der Austausch 2011 mit vielen Postkarten, die die serbischen Schülerinnen und Schüler nach dem schweren Erdbeben in Japan geschickt hatten. Dieser Austausch, der bisher hauptsächlich über die Schülerzeitung stattfindet, soll weitergeführt werden: für 2015 ist ein serbisch-japanisches PASCH-Treffen geplant. So ist die Schülerzeitung für die japanischen wie für die serbischen Schülerinnen und Schüler auch ein Fenster zu einem anderen Land, das sie über die deutsche Sprache näher kennenlernen können.

 
Carina Hagl arbeitet am Goethe-Institut Tokyo für die PASCH-Initiative und betreut unter anderem die Schülerzeitung „Japan Heute“.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Redaktion Fachmagazin Sprache
August 2014
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