Deutsch als Fremdsprache

Deutschsprachiger Fachunterricht


Die Abkürzung CLIL steht für Content and Language Integrated Learning, auch Deutschsprachiger Fachunterricht (DFU), Bilingualer Sachfachunterricht (= Bili SFU), mehrsprachige Module oder – auf Französisch – Discipline non linguistique (= DNL) genannt.

In Europa hat sich CLIL mittlerweile zu einem zentralen Thema entwickelt und ist aus der Sprachbildungspolitik nicht mehr wegzudenken. CLIL-Sprachen sind auch nicht nur auf die traditionellen Fremdsprachen beschränkt. CLIL-Sprachen können auch Minderheitensprachen, Regionalsprachen oder andere offizielle Sprachen sein. Umsetzung von CLIL erfolgt in Grundschulen und Sekundarschulen. Von besonderer Bedeutung ist CLIL vor allem auch in den berufsvorbereitenden Schulen, um Sachfachunterricht mit Sprachlernen miteinander zu verbinden. Die didaktischen Ansätze eint die Idee, fachliche Inhalte in einer Fremdsprache zu vermitteln und auf diese Weise gleichzeitig Sprachkompetenzen auszubilden.

Verschiedene Ansätze

In der europäischen Schullandschaft sind diese Ansätze in verschiedener Form und Ausprägung anzutreffen, von vereinzelt durchgeführten CLIL-Projekten bis zum durchgängig bilingualen Zug. Die Fächer, die auf Deutsch unterrichtet werden, sind klassischerweise Geografie und Geschichte, aber immer öfter auch „sprachfernere“ Fächer wie Physik, Mathematik, Musik und sogar Sport.

Auch wenn es fast überall in Europa keine systematische Lehrerausbildung für das Bilinguale gibt und wenig geeignete Unterrichtsmaterialien dafür vorliegen, sind viele Lehrerinnen und Lehrer von diesem Ansatz begeistert und unternehmen erhebliche Anstrengungen, um diese Form des Unterrichts an ihren Schulen durchzuführen. Viele der europäischen PASCH-Schulen haben sich diesem didaktischen Weg verschrieben, und das Goethe-Institut bzw. die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen unterstützen sie hierbei gemeinsam mit den jeweiligen nationalen Bildungseinrichtungen.

Texte zum Thema

Heft 40 der Zeitschrift „Fremdsprache Deutsch“ widmet sich mit dem Thema CLIL unter dem Titel „Zweiklang im Einklang“. Die Heftherausgeber Kim Haataja und Rainer E. Wicke haben dazu Artikel aus aller Welt in diesem Heft versammelt, in denen das Integrierte Sprachen- und Fachlernen in unterschiedlichen schulischen und universitären Kontexten beleuchtet wird und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Methoden erklärt werden.

CLIL und DaF

Der Beitrag von Rolf Kruczinna mit dem Titel: „Die Sache zur Sprache bringen – Spracharbeit geht im Fachunterricht von der Sache aus“ beschäftigt sich mit Fachunterricht, der in deutscher Sprache für Lerner mit nicht-deutscher Muttersprache erteilt wird. Zielgruppen sind sowohl Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland als auch solche, die Deutschsprachigen Fachunterricht (DFU) an bilingualen Schulen außerhalb Deutschlands erhalten.

CLIL und Lehrerausbildung

In der Lehrerausbildung sollte das Thema mittlerweile fester Bestandteil sein. Katalon Árkossy beschreibt die Integration von CLIL in der Lehrerausbildung für das Fach Geschichte. Hervorgehoben wird das Unterrichten von Sachfächern in einer Fremdsprache als dynamisches Reformprojekt innerhalb der schulischen Praxis. Die Aktualität des bilingualen Unterrichts entstand durch den wachsenden Bedarf an Sprachkenntnissen, die durch die Veränderungen in Europa hervorgerufen wurden.

Fächerübergreifender Unterricht in Lehrerfortbildung und Schule

Wenn sie den Anspruch der Praktikabilität einlösen wollen, haben Lehrerfortbildungsveranstaltungen zielgerichtet die Unterrichtspraxis der Teilnehmer im Visier; idealerweise werden die in Seminaren eingesetzten Module in der laufenden Unterrichtsentwicklung erarbeitet und nach der Verwendung in Lehrgängen und Seminaren erneut im (eigenen) Unterricht erprobt. Der Beitrag von Rainer E. Wicke zeigt auf, wie diese Prinzipien in einer Fortbildungsreihe am OPEKO, dem Staatlichen Institut für Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung in Tampere, Finnland, umgesetzt wurden.

Sprachförderung als Aufgabe des Fachunterrichts

Die Bildungsstandards der Sachfächer geben heute die „Kommunikation im Fach“ als festes Unterrichtsziel vor. Damit einher geht die Forderung, auch Sprachförderung als verbindliches Element in den Fachunterricht zu integrieren. Dies stößt jedoch nicht bei allen Fachlehrkräften auf positive Resonanz – und zwar ganz unabhängig davon, ob diese nun jugendliche oder erwachsene Lerner unterrichten, als Fachlehrkräfte oder als Koordinatoren arbeiten oder an (allgemein- und berufsbildenden) Schulen oder sonstigen Institutionen der Aus- und Fortbildung tätig sind.

aus: Handbuch Sprachförderung im Fach. Sprachsensibler Fachunterricht in der Praxis. Autorisierter Sonderdruck für die Teilnehmer an Seminaren der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Köln, Alle Rechte vorbehalten: © Varus Verlag 2011)

CLIL in deutscher Sprache in Italien – ein Leitfaden

CLIL (Content and Language Integrated Learning) – in der deutschen Fachdidaktik auch als bilingualer Sachfachunterricht bezeichnet – ist ein neues didaktisches Konzept, das als Fusion von zwei Unterrichtsfächern charakterisiert werden kann, nämlich einer Fremdsprache und einem Sachfach. Das methodische Grundprinzip des bilingualen Sachfachunterrichts besteht darin, ein Sachfach in der Fremdsprache und nicht in der üblichen Unterrichtssprache zu unterrichten und damit sowohl einen sprachlichen wie auch einen „sachfachlichen“ Mehrwert zu erzielen. Der Leitfaden für CLIL in deutscher Sprache in Italien will all diejenigen ansprechen, die, aus welchen Gründen auch immer, Interesse daran haben, dass Sachfachunterricht in deutscher Sprache in das italienische Schulsystem eingeführt wird, sowie ebenso all jene, von denen die konkrete Einführung des CLIL-Unterrichts abhängt.

CLIL in deutscher Sprache in Italien – ein Leitfaden (pdf; 1 MB)

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