Fortbildung

Warum haben Jugendliche häufig so wenig Spaß am Lernen?

Mehr als die Hälfte der Deutschlehrenden in verschiedenen Ländern finden es schwierig, Jugendliche zu unterrichten – das belegt eine aktuelle Studie des Goethe-Instituts.

Das größte Problem sehen die Lehrer dabei in der geringen Lernmotivation ihrer Schülerinnen und Schüler.

Tatsächlich belegen viele Studien, dass die Lernmotivation bei Schülern von der Grundschule bis zur Sekundarstufe abnimmt – am stärksten im Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Gründe dafür sind unter anderem, dass der Leistungsdruck in der Sekundarstufe größer wird und gute Noten stärker im Vordergrund stehen als der Spaß am Lernen.

Im Jugendalter bilden sich auch persönliche Interessen noch viel stärker aus als zuvor. Daher wählen Jugendliche im Vergleich zu Kindern, die man oft für viele Dinge begeistern kann, viel kritischer aus, ob ihnen Unterrichtsinhalte gefallen. Außerdem sind Sekundarschulen oft unpersönlicher und größer als Primarschulen, was sich bei einigen Schülerinnen und Schülern negativ auf die Lernmotivation auswirken kann. Zudem setzt zu Beginn der Jugendphase die Pubertät ein und im Leben der Jugendlichen werden plötzlich andere Dinge wichtiger werden als Schule und Lernen.

Wenn man Jugendliche danach fragt, was sie trotz teilweise mangelnder Motivation zum Lernen veranlasst, nennen sie häufig Gründe, die nur wenig mit dem Ideal der intrinsischen Motivation zu tun haben: äußerer Druck, schlechtes Gewissen und Angst vor Misserfolg. Das heißt jedoch nicht, dass Schule bei Jugendlichen keine positiven Gefühle hervorruft. Die meisten Schüler haben positive Assoziationen mit der Schule. Diese beziehen sich jedoch weniger auf den Lernstoff, sondern vielmehr auf die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen.

Man hat festgestellt, dass Jugendliche, denen man beim Lernen Freiraum lässt und Möglichkeiten gibt, selbst Verantwortung zu übernehmen, eine höhere Motivation und mehr Interesse zeigen. Die Lernmotivation von Jugendlichen steigt beispielsweise an, wenn man ihnen die Wahl lässt, ob sie einen Vortrag über Köln oder über Berlin halten wollen, oder ob sie allein oder zu zweit arbeiten wollen.

Studien haben weiterhin belegt, dass bestimmte Lehr- und Lernmaterialien sowie Aufgabenstellungen die Motivation von Jugendlichen fördern. Materialien, die die Emotionen der Jugendlichen ansprechen – zum Beispiel Themen rundum Gefahr, Liebe, Zukunftsträume, Musik – sind dabei besonders gut geeignet.

Dr. Dorothé Salomo
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