Kasachstan

Schule Nr. 36

 

Allgemeine Informationen zur Schule 

 
Schulname: Schule Nr. 36 (Allgemeinbildende Schule Nr. 36 mit ökologischem Schwerpunkt)
 
Land: Kasachstan
 
Schulanschrift: Schule Nr. 36 Ul. Schewtschenko, 1 140011 Pawlodar
pvl_sh36@mail.ru
Internet: goo.kz/index/fromorg/46
 
Anzahl der Schülerinnen
und Schüler
:
1.037
 
Anzahl der
Lehrerinnen
und Lehrer
:
82
 
Abschluss: Hochschulreife
 
Ansprechperson PASCH: Demeuowa Korlan
pashpav36@mail.ru
 
 

Schulsteckbrief 

Die Schule Nr. 36 denkt, forscht und handelt!

Die allgemeinbildende Schule Nr. 36 in Pawlodar ist eine Schule mit ökologischem Schwerpunkt. Dank der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“, deren Mitglied sie seit 2008 ist, hat sich der gute Ruf der Schule noch verbessert. Als Teil einer internationalen Lerngemeinschaft versucht die Schule, an der Lösung von globalen Problemen – wie zum Beispiel dem Klimawandel – mitzuarbeiten.

Wladimir Bjakow und Alexandra Perschina haben die Schuldirektorin, eine Deutschlehrerin und hervorragende Deutschlernende der Schule interviewt und dadurch erfahren, was die Schule in zehn Jahren PASCH erlebt hat. Das waren vor allem aufregende Wettbewerbe, Feste, Feiertage und Konzerte, strenge Fit-Prüfungen und Deutscholympiaden, interessante PASCH-Foren, unzählige Umwelt-Projekte und Aktionen, abenteuerliche und spannende Reisen nach Deutschland sowie Fortbildungsseminare. Wie engagiert die Schule im Bereich Umweltschutz ist, erfahren Sie aus den Interviews.

Interview mit der Schuldirektorin Sauresch Daulenowna Achmadowa

Sauresch Daulenowna, erzählen Sie bitte: Was ist das Besondere an Ihrer Schule, wie sind die Schüler, welche Zukunftspläne gibt es?

Einer unserer wichtigsten Schwerpunkte ist, dass in der Schule die ökologische Erziehung entwickelt und gefördert wird. Es werden verschiedene ökologische Projekte und Aktionen durchgeführt, um andere Menschen auf die Natur aufmerksam zu machen. Im Rahmen der Aktion „Die Zukunft der Erde hängt von dir ab!“ pflanzten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 4 Ende Januar etwa 200 Eicheln zu Hause in Gläsern, um junge Setzlinge zu bekommen. Außerdem nimmt die Schule an dem ökologischen Marathon „Schule für das Müll-Recycling“ teil, weil das Jahr 2018 vom Akim zum Jahr der Ökologie im Gebiet Pawlodar erklärt wurde. Im Erdgeschoss des Schulgebäudes gibt es Mülltonnen für Papier, Glas und Plastik. Auf diese Weise entwickelt die Schule ihre Konzeption weiter, wie Schüler und Lehrer im Alltag zu einem vernünftigen Recycling oder zu einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch kommen können.

Für die Zukunft plant die Schule kleine und große Umweltprojekte, um unsere Schülerinnen und Schüler fit in Zukunftstechnologien zu machen. Die Schule verfügt über ein ökologisches Museum, in dem die Tier-und Pflanzenwelt rund um Pawlodar dargestellt wird. Zu den wichtigsten Aufgaben der Schule gehören die Begrünung des Territoriums der Schule und die Umwandlung des Museums in eine Klimawerkstatt. In der Klimawerkstatt können die Zukunftsforscherinnen und -forscher dann Umweltexperimente durchführen, den eigenen Energieverbrauch und ihren ökologischen Fußabdruck messen, zudem den steigenden CO2-Ausstoß und den globalen Klimawandel beobachten.

Was bedeutet das PASCH-Projekt für Ihre Schule und Schüler?

Das PASCH-Projekt ist eine schöne Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, an attraktiven und interessanten Aktivitäten teilzunehmen. Natürlich lernen sie dabei auch Deutsch. Man muss darauf hinweisen, dass die Schülerinnen und Schüler seit zehn Jahren erfolgreich an den Deutscholympiaden teilnehmen, jedes Jahr gibt es Preisträger. Es freut uns, dass sie hervorragende Erfolge nicht nur in Deutsch haben, – mit Deutsch können sie auch in anderen Fächern forschen und Experimente durchführen. So wurde eine Schülergruppe 2016 Preisträger des internationalen Wettbewerbs „Umwelt macht Schule“ mit dem Projekt „Virtuelles Wasser in der Kleidung“.

In diesem Jahr feiert das PASCH-Projekt sein zehnjähriges Jubiläum. Was halten Sie davon, Deutsch in Kasachstan zu lernen? Welche Perspektiven hat Deutsch an Ihrer Schule?

Ich glaube, dass jeder, der sich entscheidet, Deutsch zu lernen, seine Wahl nicht bereuen wird. Deutsch ist eine gute Chance für die Gegenwart und Zukunft von jungen Leuten, die Karriere machen wollen. Dafür braucht man sicherlich Fremdsprachenkenntnisse. Zurzeit erlernen die Schüler ab der 5. Klasse Deutsch als zweite Fremdsprache. Das wird durch spezielle Kurse verwirklicht. Es ist auch geplant, mit Deutsch schon in der Grundschule anzufangen. Deutsch ist für unsere Schülerinnen und Schüler ein Tor in die große Welt, in der sie ihr Studium anfangen, Länder und fremde Kulturen kennenlernen. Das bereichert ihr Leben. Es ist sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene moderne Berufsfelder wählen können – wie etwa Ingenieurswissenschaften, Informatik oder Management. Deutschlernen ist wirklich wichtig in unserer Schule.

Interview mit der Deutschlehrerin Korlan Kabdullowna Demeuowa

Korlan Kabdullowna, was bleibt für Sie bei PASCH unvergesslich, beeindruckend und faszinierend?

Wenn man einen Rückblick auf 10 Jahre PASCH macht, dann ist PASCH für mich in unserer Schule ohne drei Personen unvorstellbar. Das sind Annemarie Bechert, Tanja Fichtner und Manfred Schmidt. Annemarie Bechert hat als erste PASCH-Koordinatorin und Expertin für den Deutschunterricht (2008 bis 2011) für das PASCH-Projekt in Kasachstan viel geleistet. Die wichtigen Aufgaben – die Auswahl der Schulen, die Gespräche mit der Leitung, Organisation der Fortbildungsseminare für Schüler- und Lehrerschaft verlangten viel Kraft und Mühe. Ihre mütterliche sorgfältige Betreuung ist unvergessen.

Der erste Erfolg im Rahmen von PASCH war der Gewinn einer Reise nach Deutschland bei dem Lehrerwettbewerb zur Ausstellung „Wasser und Energie: Erschließe Dir die Welt von H₂O und Watt!“, der von der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) und dem Goethe-Institut Kasachstan organisiert wurde. Das Projekt „Wie viel virtuelles Wasser hat deine Schultasche?“ war ein integriertes Projekt, das engagierte Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Informatiklehrerin Alimowa Samsagul Irengaipowna gemeistert haben. Das Thema der Reise war „Ressourceneffizienz und Klimawandel“, an dem wir sehr interessiert waren.

Unvergesslich sind auch die Besuche des Zoos, des „Gymnasiums in der Wüste“ in Osnabrück, das mit umwelt-pädagogischen Projekten sehr aktiv ist. Die nächste beeindruckende Veranstaltung war die Begegnung „Weimar-Pawlodar“, die im Oktober 2010 zwischen unserer Schule und dem Goethe-Gymnasium in Weimar stattfand. In Pawlodar haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam am Projekt „Mein Bild von dir“ gearbeitet. Deutsche Schülerinnen und Schüler, Mitglieder des Schulchores „Die Ameisenkinder“, gaben in Pawlodar und in Astana erfolgreiche, wunderbare Konzerte. In Weimar konnten unsere Schülerinnen und Schüler den Alltag einer deutschen Familie miterleben, das Goethe-Gymnasium besuchen und eine Woche lang die Sehenswürdigkeiten in Weimar kennenlernen.

Das Projekt „Solardach“, das von Tanja Fichtner (PASCH-Koordinatorin, Expertin für den Deutschunterricht 2011 bis 2016), und Manfred Schmidt (DKU) unterstützt wurde, dient als gutes Beispiel für das ökologische Bildungskonzept unserer Schule. Das Projekt begann 2011 und war auf insgesamt vier Jahre angelegt. Es wurden regelmäßige Sommerschulen und runde Tische zum Thema erneuerbare Energien organisiert, um das Thema Fotovoltaik fächerübergreifend zu behandeln. Die technischen, statischen, sicherheitsbedingten und baulichen Voraussetzungen für eine Solaranlage auf dem Schuldach wurden von dem Experten Sebastian Müller, (Solarsysteme Sachsen, Dresden) geprüft.

Mit einer Fahrradtour, mit dem Forum der PASCH-Schüler „EXPO-2017“ und mit verschiedenen Aktionen hat die Schule für ihre Vision einer nachhaltigen Schule geworben. Ab Februar 2014 begann das Detektivbüro „SEF-2017“ (School Energy of Future) zu arbeiten, dessen Ziel Wasser- und Energiesparen war.

Wir wissen, dass das Hauptziel des Projektes, die Installation der Solaranlage, wegen der Finanzpolitik als auch der grünen Politik Kasachstans nicht verwirklicht wurde.

Ja, wirklich, die potenziellen Sponsoren lehnten uns leider ab. Aber dank des Projekts „Solardach“ wurden schöne Traditionen in der Schule geboren – zum Beispiel pflanzen jedes Jahr Schüler-, Lehrer- und Elternschaft einen neuen Tannenbaum zum PASCH-Geburtstag. Das Geld für den Tannenbaum kommt von dem Altpapier, das die ganze Schule im Laufe des Jahres sammelt, um Werbung für PASCH und für den Umweltschutz zu machen. Die Schule sammelt Altpapier, spart Energie und Wasser. Für die Schule bestand die Möglichkeit, das Thema „Erneuerbare Energien“ dauerhaft in das Schulprofil einzugliedern, ebenso wurde ein positiver Beitrag zur Außendarstellung der Schule geleistet.

Was wünschen Sie sich zum 10. PASCH-Geburtstag?

Ich denke, dass die Veränderungen, die mit der Teilnahme am Projekt kamen, ausgezeichnet gemeistert worden sind. Ich möchte die Schülerinnen und Schüler  und die Lehrerinnen und Lehrer zum bisher Erreichten beglückwünschen und Ihnen für die Zukunft alles Gute wünschen.

PASCH-Sterne

Kirill Pantschenko, Stipendiat des Programms „Studienbruecke“, Teilnehmer der II., III. Jugendtheaterfestivale „Deutsch auf der Bühne“, Preisträger der Deutscholympiaden:
„Ich bin glücklich und dem PASCH-Projekt dankbar, weil ich jetzt diese Zeilen auf Deutsch schreiben kann. Was bedeutet PASCH für mich? Das PASCH-Projekt hat mein Leben verändert. Ich spreche fließend Deutsch, ich habe viele Freunde und Freundinnen aus anderen Ländern, ich weiß sehr viel über Deutschland. Ich bin offen, kontaktfreudig und tolerant. Kreative Kraft und Flexibilität sind mir auch nicht fremd. Mehrere Veranstaltungen, an denen ich teilnahm, waren spielerisch und lustig gestaltet. Dabei hatte ich viel Spaß, lernte Deutsch und konnte viel Neues und Interessantes erfahren. Auch möchte ich darauf hinweisen, dass das PASCH-Projekt die interessantesten Programme für Deutschlerner anbietet. Die Jugendkurse in Deutschland sind wirklich super. Während des Aufenthalts in Deutschland konnte ich dir Kultur und Traditionen hautnah kennenlernen, den Alltag erleben und mein Deutsch verbessern. So hat ein einzigartiges und kreatives Projekt mein Leben verändert und bereichert.“

Dajana Djussenowa, Roman Tschistjakow, Teilnehmer des II. Jugendtheaterfestivals „Deutsch auf der Bühne“ in Almaty:
„PASCH ist für uns Deutschlernen, aber nicht traditionell. Deutsch kann man durch Theaterspielen lernen, davon überzeugten wir uns, als wir am 2. Jugendtheaterfestival ‚Deutsch auf der Bühne‘ teilgenommen haben. Es war zuerst seltsam, die großen Texte auswendig zu lernen, aber dann nach den unzähligen Proben ‚saß‘ der Text im Kopf! Das war unglaublich! Vom Theater haben wir auch vieles im Leben verstanden. Unser Theaterstück hieß ‚Wolf sein‘ und hat uns sehr gefallen. Es erzählt von Freundschaft und Verrat, über Gut und Böse, über Liebe und den Sinn des Lebens.“

David Parnjakow, Gewinner des Videowettbewerbs „Märchen der Brüder Grimm“:
„Ich mag Deutsch. Deutsch ist eine interessante und schöne Sprache. Mit Deutsch ist es immer lustig, man kann spielen, komische Abzählreime und Lieder lernen. Ich lese gern Märchen. Deshalb nahm ich am Videowettbewerb teil. Ich war in Astana und lernte viele junge Leute kennen, die Deutsch perfekt können. Ich war begeistert von ihnen, aber auch ein bisschen neidisch. Ich glaube, dass ich noch Zeit habe und in der Zukunft auch sehr gut Deutsch sprechen werde.“

 

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