Interkultureller Austausch

Video-Workshop in Kamakura



Nach einem gemeinsamen Video-Workshop erkundeten Schülerinnen und Schüler der Städtischen Oberschule Kitazono, des Teletta-Groß-Gymnasiums Leer und des Freihof Gymnasiums Göppingen gemeinsam mit der Kamera die japanische Stadt Kamakura.

Am Dienstag, den 4. November 2014, machten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf den Weg nach Kamakura, einer am Meer gelegenen Stadt südwestlich von Tokyo, die berühmt für ihre zahlreichen buddhistischen Tempel und Shintō-Schreine ist.

Einige Tage zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam an einem einleitenden Workshop mit der Videokünstlerin Caroline Bergmann teilgenommen. Nun ging es ausgerüstet mit Kameras und Tonaufnahmegeräten in die Stadt, um ihre verschiedenen Facetten zu erkunden und Eindrücke festhalten. Es wurden sechs Gruppen gebildet – bestehend aus jeweils zwei japanischen und zwei deutschen Jugendlichen sowie zwei Begleitpersonen. Jede Gruppe begab sich an einen bestimmten Ort in Kamakura. Dieser sollte visuell, akustisch und durch Interviews dokumentiert werden.


Die erste Gruppe erkundete die Komachi-dori, eine belebte Straße mit zahlreichen Geschäften in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Kamakura. Dort wurden viele traditionelle Speisen angeboten und die Schülerinnen und Schüler besuchten das Fischgeschäft Yamayasu, in dem sie verschiedene Fischsorten Probe-grillen konnten. Die Mitarbeiter des Geschäfts beantworteten so manche Fragen.


Die zweite Gruppe machte sich auf den Weg zum etwas entfernter gelegenen Hokoku-ji. Es handelt sich dabei um einen Zen-Tempel, der auch Bambus-Tempel genannt wird, da sich in seinem Garten ein großer Bambushain befindet. Die Schülerinnen und Schüler fingen die einzigartige Stimmung dort ein. Außerdem konnten sie bei der Zubereitung von Matcha-Tee zuschauen und diesen sogar selbst kosten.


Das Ziel der dritten Gruppe war ein deutsches Restaurant direkt am Meer, das Sea Castle. Der Weg dorthin führte die Jugendlichen am Meer entlang. Hier zeichneten sie das Rauschen der Wellen, die Surfer im Wasser und die Spaziergänger am Strand auf. Außerdem war das Meer eine ideale Kulisse für eine kleine Tanzeinlage. Danach wurde das Sea Castle genauer in Augenschein genommen. Dieses liegt zwar direkt am japanischen Meer, bietet aber deutsche Gemütlichkeit bei Wurst und Volksmusik. Die Schülerinnen und Schüler sahen sich im Inneren um, probierten verschiedene Würstchen und stellten der Besitzerin allerlei Fragen.


Die vierte Gruppe besuchte das Wahrzeichen von Kamakura: den Großen Buddha (Daibutsu). Dieser gehört zur Tempelanlage des Kotoku-in und seit einem Tsunami im 15. Jahrhundert steht die mächtige Bronzefigur im Freien. Begleitet von einem Guide fuhr die Gruppe vom Bahnhof Kamakura mit der historischen Bimmelbahn Enoden dort hin. Auch hier ging es darum, die besondere Atmosphäre des Ortes einzufangen: einerseits den großen, in sich ruhenden und vollkommene Friedlichkeit ausstrahlenden Buddha – andererseits das bunte, touristische Treiben um ihn herum.


Gruppe 5 machte sich gemeinsam mit einem Guide auf dem Weg zum Engakuji, einem Tempel, in dem auch heute noch Mönche leben. Auf einem Hügel gab es eine große Glocke und von dort oben aus konnte man in der Ferne den Berg Fuji erkennen. Weiter ging es zum Hachiman-gu, einer großen Schreinanlage mit Blick auf das Meer. Anhand dieser beiden Orte sollten die Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen einem Tempel und einem Schrein untersuchen, zum Beispiel welche Funktion sie hatten, wie sie angelegt waren oder wie sich die Besucher verhielten. Abgerundet wurde der Besuch durch Interviews mit Familien, die den Schrein zum Shichi-go-san (Fest für Kinder, die ein bestimmtes Alter erreicht haben) aufgesucht hatten. Außerdem hatten die Schüler die Gelegenheit, eine shintoistische Hochzeitszeremonie mitzuerleben.


Auf eine kleine Wanderung begab sich die sechste Gruppe, ebenfalls in Begleitung eines Guides.

Der Weg über den Trampelpfad Kuzuharagaoka führte sie zum Zeniarai Benzaiten, einem Schrein, der in den Hügel eingelassen und der Gottheit Benzaiten gewidmet ist. Die Schülerinnen und Schüler beobachteten genau die Landschaft auf ihrem Weg zum Schrein und die mit der Natur verschmolzene Schreinanlage. Außerdem ließen sie sich von ihrem Guide die Besonderheit des Ortes erklären: In einer Höhle dort gibt es eine Quelle. Wäscht man sein Geld in ihrem Wasser – so sagt man – wird es sich vervielfältigen.


Nach diesem ereignisreichen Vormittag, an dem jede Gruppe ihre eigenen Entdeckungen machte, trafen sich alle zum gemeinsamen Mittagessen im Okonomiyaki-Restaurant Tsukui. Danach hatte jeder Zeit, die Gegend zu erkunden oder die Orte zu besuchen, von denen man aus den Erzählungen der anderen gehört hatte.

Bei diesem Projekt gab es zwar noch ein paar Sprachschwierigkeiten zwischen den deutschen und japanischen Schülerinnen und Schülern, aber alle waren sehr motiviert und mit Begeisterung dabei. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und ihre Erlebnisse auf eine spannende und für viele noch neue Art und Weise festzuhalten – mit dem Medium des Films. Aus den einzelnen Filmaufnahmen, kombiniert mit Interviews und eingefangenen Geräuschen, ist ein Video entstanden. Den Schülern ist es darin gelungen, ein Panorama der Stadt Kamakura in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen. Wer weiß, vielleicht greift der ein oder andere in Zukunft öfter zur Kamera?

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