Interkultureller Austausch

Vierte Station: Die Umwelthauptstadt Europas Essen

Vortrag – Essen ist Grüne Hauptstadt Europas 2017
Essen ist Umwelthauptstadt Europas 2017. Interessant ist hierbei, dass die Europäische Kommission erstmalig eine Industriestadt zur grünen Hauptstadt Europas wählte. Die Ruhrmetropole  hat sich mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger  von „grau“ zu „grün“ gewandelt.


Am Tag unseres Besuchs wurden wir sehr herzlich von Alice Pawlikowski, einer Mitarbeiterin des Projektbüros der grünen Hauptstadt Europas in der „Schule Natur“  begrüßt. Sie gab uns zunächst einen allgemeinen Einblick in die Strukturen der Stadt Essen. Essen ist nicht mehr die graue Industriestadt vergangener Tage, sondern durch und durch grün: Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes sind Grün-und Freiflächen, Wasser und Wälder. Bis zum Jahr 2020 soll erreicht werden, dass jede Bürgerin und jeder Bürger nur 500 Meter benötigt, um zur nächsten Grünfläche zu gelangen.
 
Badespaß in der Ruhr
 
Mit Freude erwartet wird ein ganz besonderes Projekt: Ab Mai 2017 wird es in der Ruhr eine offizielle europäische Badestelle geben. Noch bis in die neunziger Jahre flossen zwei Drittel der Abwässer ungeklärt in die Ruhr. Seitdem wurden insgesamt 400 unterirdische Abwasserkanäle gebaut, die den Fluss und seine Nebenläufe von Schmutzwasser befreien und den Fluss für Badegäste zugänglich machen.
 
Gemeinsam Essen noch grüner und lebenswerter machen
 
Für den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ haben auch die Bürgerinnen und Bürger fleißig und mit Begeisterung mitgearbeitet. Es wurden bereits mehr als 260 Vorschläge für grüne Projekte bei der Ideenbörse der Stadt eingereicht. Die kreativen Ideen reichten vom Insektenhotel bis hin zu Solarladegeräten für Laptops in der Stadtbibliothek. Aber auch eine Vielzahl von Essener Vereinen, Initiativen und Anbietern halfen bei der Realisierung vieler Umweltprojekte mit. So gibt es in Essen zum Beispiel eine Vielzahl an Bio-und Hofläden, die regionale und saisonale Lebensmittel anbieten. In vielen Gemeinschaftsgärten können die Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus selbst Gemüse und Obst anbauen und anschließend die Früchte ihrer eigenen Arbeit ernten.
 
Ideen für ein sauberes Lima
 
Nach der Präsentation dieser inspirierenden Projekte und Initiativen der grünen Hauptstadt stellten die Schülerinnen und Schüler aus Peru noch einige Fragen. Die Schülerin Andrea wollte zum Beispiel wissen, mit welchem einfachen Projekt man denn in Lima beginnen könnte.
 
Alice stellte uns daraufhin ein Projekt vor, das mit relativ einfachen Mitteln und geringem Budget realisierbar sei: In Essen wurden lustige Umweltsprüche gesammelt, mit denen anschließend alle Mülleimer der Stadt beklebt wurden. Dies sollte die Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, ihren Müll in den Mülleimer zu werfen. Außerdem betonte sie, dass es in Lima natürlich wichtig wäre, zunächst etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern. Veränderung erfolge auch oft durch Belohnung: In der Stadt Essen habe sich zum Beispiel bewährt, umweltbewusstes Verhalten zu honorieren. Die besten Ideen und Projekte der Ideenbörse der Stadt Essen wurden mit stolzen 10.000 Euro prämiert. Dieses Geld wurde zur Realisierung des vorgeschlagenen Projektes verwendet. Auch die Einführung von Pfand für Plastik-und Glasflaschen sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.
 
Essen hat die Verwandlung von der grauen, industriellen Montanstadt zu einer grünen, lebenswerten Stadt also mit Hilfe seiner Bürger und Bürgerinnen geschafft. Wäre dies nicht auch für Lima zu schaffen?

 


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Station 1: Wasserschule Station 2: SmartCity
Station 4: Umwelthauptstadt Station 5: Grugapark
Station 6: Gut Karlshöhe Sation 7: HafenCity
 
Marietta Moser
BPLK bei der Schule Reina del Mundo in Lima

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