Interkultureller Austausch

Siebte Station: HafenCity Hamburg

Rundgang HafenCity
Beim Projekt HafenCity Hamburg handelt es sich um das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt in Europa, das im Jahr 2025 fertig gestellt werden soll. Auf einer Fläche von 157 Hektar entsteht eine lebendige Innenstadt mit maritimem Flair.


Nutzungsmischung statt Funktionstrennung
 
Bei unserem dreitägigen Aufenthalt in Hamburg stand natürlich auch ein Besuch der neuen HafenCity Hamburg auf dem Programm. Bei unserer Führung durch die HafenCity wurde uns erklärt, dass die HafenCity unmittelbar an die Hamburger Innenstadt angrenzt, sich diese jedoch erheblich von der alten Innenstadt unterscheidet.
 
Die bereits vorhandene Innenstadt zeichnet sich durch eine sogenannte Funktionstrennung aus: Sie dient lediglich als Handelszentrum mit verschiedensten Geschäften und Büros. Mit der HafenCity möchte die Stadt Hamburg eine Innenstadt entwickeln, die sich durch das Konzept der Nutzungsmischung auszeichnet: Arbeiten, Wohnen, Kultur, Freizeit, Tourismus und Einzelhandel – all diese Bereiche verbindet die HafenCity in nur einem Stadtteil.
 
Die HafenCity soll von den Menschen durch viele Kunstgalerien und die Elbphilharmonie für kulturelle Zwecke genutzt werden. Schulen und Universitäten sorgen für das nötige Bildungsanbot in der HafenCity und Grünflächen und Geschäfte sollen die Hamburger dazu einladen, auch ihre Freizeit dort zu verbringen. Außerdem kombinieren ausreichend Wohnungen und Büroflächen Arbeit und Privates miteinander.
 
Uns wurde anschaulich erklärt, dass diese Nutzungsmischung sehr viele Vorteile hat.
Zum einen wird der Stadtteil belebt, denn es treffen sich in der HafenCity die unterschiedlichsten Menschen: manche gehen zur Arbeit, andere gehen einkaufen oder wollen sich einfach nur im Park entspannen. Zum anderen werden die Verkehrswege kürzer: Parks, Einkaufsmöglichkeiten, Büros und Wohnungen – all das ist meist bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Ein quartierübergreifendes und in den Tiefgaragen verortetes Carsharing-System mit Elektrofahrzeugen sorgt zusätzlich dafür, dass das Auto für die meisten Bewohnerinnen und Bewohner überflüssig wird. Die innerstädtisch zentrale Lage und die Mischung von Arbeits-, Freizeit-und Wohnungsnutzungen machen die HafenCity somit zu einem Stadtteil der kurzen Wege.
 
Die Unilever-Zentrale –  ein großartiges Beispiel für nachhaltigen Gebäudebau
 
Unilever-Zentrale Am Ende unserer Führung „Grüner Landgang“ besichtigten wir noch die Zentrale des Konzerns Unilever in der HafenCity, welche im Jahr 2011 das HafenCity-Umweltsiegel für ihren besonders  nachhaltigen Bau erhalten hat. Für die Zertifizierung mit einem Nachhaltigkeitsabzeichen mussten verschiedene Kategorien berücksichtigt werden: Unter anderem musste der Wasserverbrauch des Gebäudes so niedrig wie möglich gehalten und regionale und nachwachsende Materialien für den Bau des Gebäudes verwendet werden. Besonders beeindruckt haben uns in diesem Gebäude die an der Decke angebrachte Kronleuchter, die das Tageslicht in die Büros reflektieren und somit die Nutzung von Lampen zur Beleuchtung überflüssig machen.
 
Mit der Entwicklung dieser nachhaltigen Innenstadt setzt Hamburg europaweit neue Maßstäbe: Das Grundkonzept der Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in der Stadtstruktur selbst, sondern auch in der Verkehrsplanung und im Gebäudebau.

Auch die Stadt Lima muss sich angesichts der rasant wachsenden Bevölkerung neuen Herausforderungen stellen: Wären Ideen dieses nachhaltigen Stadtplanungskonzeptes nicht auch auf Lima übertragbar?

 

 

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Station 1: Wasserschule Station 2: SmartCity
Station 3: Kölner Zoo Station 4: Umwelthauptstadt
Station 5: Grugapark Station 6: Gut Karlshöhe
 
Marietta Moser
BPLK bei der Schule Reina del Mundo in Lima

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