Projekte

„Lesefüchse International“

Mit dem von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) initiierten Wettbewerb „Lesefüchse International“ soll Deutschlernenden in Mittel- und Osteuropa deutschsprachige Jugendliteratur nahegebracht werden.

Im Rahmen des jährlich vom Auswärtigen Amt und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) ausgerichteten internationalen Lese- und Diskutierwettbewerbs „Lesefüchse International“ lesen Schülerinnen und Schüler von 15 bis 18 Jahren vier aktuelle deutsche Jugendbücher und erarbeiten die darin behandelten Themen. Auf der Bühne stellen sie ihre Favoriten vor und üben in einer moderierten Diskussion literarische Kritik.

Worum geht's?

Im Zentrum des Wettbewerbs „Lesefüchse International“ steht der Gedanke, durch die Arbeit mit authentischer deutscher Literatur die interkulturelle Kompetenz zu schulen, indem die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die gegenwärtige moderne Jugendliteratur erhalten. Das Projekt will die Lust am Lesen fördern und den jungen DaF-Lernenden ermöglichen, sich mit der künstlerischen Gestaltung literarischer Werke auseinanderzusetzen sowie die so gewonnenen Erfahrungen für die eigene Textproduktion zu nutzen. Darüber hinaus wird die Erfahrung im Umgang mit Medien geschult und die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler herausgefordert, indem die Zeit strukturiert und die Zusammenarbeit in der Gruppe (Teamfähigkeit) organisiert werden muss.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Diskussions- und Konsensfähigkeit und fördert die kritische Argumentationsfähigkeit der Jugendlichen sowie ihre Fähigkeit, einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Darüber hinaus leistet es einen wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung und stärkt die interkulturellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Das Projekt soll nicht nur den DaF-Unterricht beleben, sondern den Jugendlichen auch ermöglichen, Erfahrungen als Mitglied einer Jury zu sammeln und so in den Prozess der Literaturkritik eingebunden zu sein.

Wer nimmt teil?

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler besuchen die neunten bis zwölften Klassen an Sprachdiplomschulen, die von der ZfA betreut werden und zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz führen. Das erste Finale fand 2008 in Russland statt. Inzwischen beteiligen sich Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Georgien, der Mongolei, Russland, Belarus, Lettland, Litauen und Estland.

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Die ZfA-Fachberaterinnen und Fachberater der beteiligten Länder nominieren vier aktuelle, oft bereits ausgezeichnete literarische Werke für das Projekt. Die Jugendlichen lesen im Laufe eines Schuljahres die vier deutschen Jugendbücher und setzen sich im Klassenverband oder in Arbeitsgemeinschaften mit den Themen der Bücher und ihrer literarischen Gestaltung auseinander. Sie halten ihre Urteile in einem Arbeitsheft fest und bereiten sich somit schrittweise darauf vor, im weiteren Wettbewerbsverlauf teilzunehmen.

Die Phase der Lektüreberichte wird danach durch die Phase der Debatten abgelöst. Während der Debatten wird die kritische Analyse in den Vordergrund gestellt und die Rhetorik der Argumentation geübt. Begleitend kommen für die Schülerinnen und Schüler Aspekte der Literaturkritik hinzu.

Ab Januar treten die Schuljurys zusammen, um die Beiträge der Schülerinnen und Schüler anzuhören und einen Schulsieger zu finden. Die Jury bewertet die Leistung der Schülerinnen und Schüler nach folgenden Gesichtspunkten: Inhaltsangabe, Analyse, Bewertung/Empfehlung, Diskussion, sprachliche Fertigkeit.

Der Schülerbeitrag zur Debatte besteht aus einer vorbereiteten pointierten inhaltlichen Zusammenfassung eines der Bücher und einer abschließenden Kritik zum Werk (Dauer: ca. drei Minuten). Nachdem jeder an der Debatte beteiligte Deutschlernende seinen Beitrag vortragen konnte, mündet das Gespräch in eine Diskussion mit literarischem Schwerpunkt über die Bücher. Die betreuende Lehrkraft eröffnet die Debatte und übernimmt die Moderatorenrolle. Darüber hinaus wählt das Schülerpublikum nach einer ausführlichen Debatte in geheimer Abstimmung den Siegertitel, das „Lesefuchsbuch des Jahres“.

In die Durchführung des Projekts sind die deutschen Auslandsvertretungen in den einzelnen Ländern und Regionen ebenso eingebunden wie die nationalen Bildungsbehörden und andere Partner. Je nach Projektumfang in den einzelnen Ländern wird in verschiedenen Wettbewerbsrunden schließlich ein Landessieger ermittelt, der am internationalen Finale des Wettbewerbs teilnimmt. Im Jahr 2015 fand das Finale erstmalig in Berlin statt. Schirmherr der Veranstaltung war Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier. In seinem Grußwort hob er die Bedeutung des Wettbewerbs als „Türöffner in fremde Welten“ hervor: „Bücher in einer fremden Sprache zu lesen und sich darüber auszutauschen öffnet Tore zu neuen Welten. Diese Welten zu verstehen und sich mit Fremden über Sprachgrenzen hinweg auszutauschen bedeutet, sich in ihre Denkweise, ihre Gefühlswelt und ihre Kultur hineinzuversetzen.“

Welche Bücher werden gelesen?

Im Schuljahr 2016/2017 werden folgende Bücher gelesen:

  1. „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther
  2. „Echt“ von Christoph Scheuring
  3. „Brennendes Wasser“ von Lukas Erler
  4. „Like me. Jeder Klick zählt“ von Thomas Feibel

Ansprechpartner

Jörg Kassner, Fachberater der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Bulgarien: sofia@auslandsschulwesen.de.



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