Archiv 2010

40 Jahre nach dem Kniefall: Schüler trafen deutschen und polnischen Präsidenten


Die Schüler der 11. und 12. Klasse der Willy-Brandt-Schule der Deutschen Schule Warschau trafen am 7. Dezember die Präsidenten Deutschlands, Christian Wulff und Polens, Bronislaw Komorowski.

Ein spannender Tag auch für Schüler: Er begann damit, dass sich die Jugendlichen der Deutschen Schule im „Dom Spotkan z Historia“ mit Schülern von zwei polnischen Schulen trafen. „Dort wurden wir in sechs verschiedene Gruppen aufgeteilt und bereiteten uns in Workshops auf das bevorstehen Treffen mit den beiden Staatspräsidenten vor“ berichteten Kamila, Maximilian und Patrick. „So lernten wir uns auch gegenseitig kennen“. Die Schülergruppen formulierten gemeinsam Fragen an die beiden Staatsoberhäupter.

Um 10 Uhr trafen die Jugendlichen im Präsidentenpalast ein. Die Schüler wurden in die berühmte „Sala kolumnowa“, in der viele offizielle Veranstaltungen stattfinden, geführt. „Da uns im Voraus gesagt wurde, dass das Gespräch in kleinem Kreise stattfinden sollte, waren wir umso mehr überrascht, als plötzlich mehrere deutsche wie auch polnische Kamerateams und Reporter im Saal eintrafen“ wunderten sich die Schüler der Deutschen Schule Warschau.

Gruppenfoto mit zwei Präsidenten

Dann war es endlich soweit: Nach einer Stunde des Wartens und der Spannung trafen Bundespräsident Wulff und Staatspräsident Komorowski ein. Der Moderator eröffnete das Gespräch, in dem er die Präsidenten fragte, welche Assoziationen sie mit dem Kniefall Willy Brandts verbinden. Anschließend durften auch die Schülergruppen ihre vorbereiteten Fragen stellen. Ein Schüler wollte erfahren, ob Präsident Komorowski wisse, wieso in Polen so wenige junge Menschen über Willy Brandt informiert seien. Weitere Fragen bezogen sich auf die deutsch-polnischen Beziehungen, auf die Bedeutung des Kniefalls Brandts, auf seine Entspannungspolitik und die Erinnerung an die deutschen Verbrechen in der Zeit des Dritten Reichs. Alle Fragen wurden sehr herzlich und offen von den beiden Staatsoberhäuptern beantwortet, ergänzt durch einige persönliche Anekdoten.

Die Zeit reichte nicht aus, um alle Fragen los zu werden, da das Protokoll den nächsten Programmpunkt für den Besuch der Präsidenten vorsah. Zum Abschluss gab es noch ein Gruppenfoto mit den beiden hochrangigen Besuchern und den teilnehmenden Schülern. „Es war ein sehr interessantes Erlebnis, das wir noch lange in Erinnerung behalten werden“ resümierten Kamila, Maximilian und Patrick. „Wir fühlen uns geehrt, dass wir an diesem besonderen Ereignis teilnehmen durften“.

Unterrichtsthema Willy Brandt

Auch für andere Schülerinnen und Schüler war der Namenspatron der Deutschen Schule Warschau Thema: Die Schüler der Klassen sechs und sieben hatten sich im Vorfeld im Rahmen eines Unterrichtsprojektes mit der Person Will Brandts genauer beschäftigt. Schüler der sechsten bis zwölften Klassen suchten während eines Stadtrundganges die historisch bedeutungsvollen Plätze und Stätten in Warschau auf.

Die Deutsche Willy-Brand-Schule in Wahrschau ist eine der 140 Deutschen Auslandsschulen, die das Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) – betreut. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt den strukturellen Aufbau neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen bei der Implementierung des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

16.12.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

PASCH-net und Social Media