Archiv 2010

Bundespräsident Wulff besucht Deutsche Schule in Palästina


Nach seinem Staatsbesuch in Israel setzt Bundespräsident Christian Wulff seine Reise mit einem Aufenthalt an der DS Talitha Kumi in Beit Jala fort.

Begleitet wird er dabei von seiner Tochter Annalena (17) und der palästinensischen Erziehungsministerin Lamis Alani. An rund 700 fröhlich winkenden Schülerinnen und Schülern schreitet der Bundespräsident vorbei, bleibt hin und wieder stehen. Er grüßt einzelne Kinder und Jugendliche, wechselt ein freundliches Wort. Ein großer Augenblick nicht nur für die Schüler, sondern auch für alle Lehrerinnen und Lehrer und die meist palästinensischen Mitarbeiter der Schule. Ebenso für den von der Zentralstelle (ZfA) für das Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamtes vermittelten deutschen Schulleiter Rolf Lindemann.

Erziehung zum Frieden

Der Schulleiter erläutert Wulff Aufbau und Philosophie der Schule: „Wir in Talitha Kumi sehen unsere gesamte pädagogische Arbeit als einen Beitrag zur Überwindung von Konflikten und Gewalt und damit zum Frieden“. Neben 52 palästinensischen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten hier sechs von der ZfA vermittelte Lehrkräfte aus Deutschland. „Auch finanziell und pädagogisch wird unsere Schule durch die ZfA im Auftrag des Auswärtigen Amtes gefördert“, erklärt Lindemann. Neben dem Tauwjihi, dem palästinensisches Abitur, und dem Deutschen Sprachdiplom können die Schüler in Zukunft auch die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) ablegen. „Ich freue mich, der Schulleitung mitteilen zu dürfen, dass die palästinensische Behörde jetzt die DIAP und das palästinensische Abitur als gleichwertig anerkennt“, verkündete das deutsche Staatsoberhaupt.

Hervorragende Deutschkenntnisse

Vom hohen Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler konnten sich der Bundespräsident und Annalena Wulff in der gerade aufgebauten DIAP-Klasse selbst ein Bild machen. Die Jugendlichen werden im Sommer 2013 als erste Schüler in Palästina das deutsche Abitur ablegen. Zu Abschluss seines Besuches erklärte Wulff: “Sie tun viel Gutes auf dieser Erde. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und viel Erfolg.”

Zur Besucherdelegation gehört neben einer Jugendgruppe auch Dr. Munib A. Younan, Präsident des Lutherischen Weltbundes und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). ELCJHL teilt sich mit dem Berliner Missionswerk (BMW) die Trägerverantwortung für Talitha Kumi.

Die Deutsche Schule Talitha Kumi ist eine der 140 Deutschen Auslandsschulen, die das Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) – betreut. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt den strukturellen Aufbau neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen bei der Implementierung des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

30.11.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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