Archiv 2010

Sprachdiplom-Lehrer beim ersten „Miami German Day“ geehrt

Echo-Projekt 2010: 300 junge Gäste mit ihre Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer informieren sich in der „Terra High School“ im Miami-Dade-County über das Fach Deutsch.

Organisiert und initiiert wurde der „Miami German Day / Deutsch–Tag“ von Fachberaterin Petra Reuter, die für die ZfA vor Ort für die deutsche Sprache wirbt.

35 Kinder singen begeistert auf der Bühne „Wunderbar, wunderbar. Alles klar, alles klar!“ Hinten im Saal entdeckt ein 17-Jähriger gerade sein Interesse für ein deutschsprachiges Ingenieurstudium. Und mittendrin bastelt Laura (10) eine Grußkarte: „I love Germany“: Impressionen vom ersten „Miami Deutsch-Tag/German Day“ an der Terra High School im Miami-Dade-County.

Deutsch lernen macht Spaß

„Deutsch ist die meist gesprochene Sprache in der Europäischen Union und längst nicht so schwer zu erlernen, wie immer wieder behauptet wird“, sagt Eva Alexandra Gräfin Kendeffy, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Miami, zum Auftakt des Deutsch-Tages. Dass Deutsch lernen jede Menge Spaß machen kann, ist wohl die wichtigste Botschaft des Aktionstages, die sich wie ein roter Faden durch das Programm zieht. In verschiedenen Workshops werden deutsche Kinderlieder im Chor gesungen, Laternen gebastelt oder, wie bei Anthony Krupp, deutsche Popmusik gehört und die Texte besprochen. Dem Lehrer an der Sprachdiplomschule „Coral-Reef High School“ widerfährt an dem Tag eine besondere Ehre: Die deutsche Generalkonsulin gratuliert ihm als einem von drei Preisträgern des diesjährigen „German Embassy Teacher of Excellence-Award“, mit dem sein dynamischer Unterricht, die guten Ergebnisse seiner Schüler beim Deutschen Sprachdiplom (DSD) und überzeugende Sprachkompetenz gewürdigt werden.

Überhaupt versammelt der „Miami German Day“ hochkarätige Mitstreiter. Vom „McDaniel College“ in Washington ist Deutsch-Professor Mohamed Esa angereist, der über deutsche Musikgruppen wie Rammstein und Tokio Hotel so geläufig spricht wie andere Professoren über binomische Formeln. „Man muss die jungen Leute mit Themen abholen, die sie kennen oder für die sie sich begeistern“, so Esa. „Und 80 Prozent meiner Studenten in Washington kennen Rammstein. Mindestens.“ Beim Zaubern zwischen Powerpoint-Präsentation und Youtube-Ausschnitten vermittelt Esa Grammatik und Wortschatz, die sonst als eher trockener Stoff gelten, quasi nebenbei.

Feuer und Flamme für Deutsch

Bei Johannes Schmidt, Deutschprofessor an der Clemson University in South Carolina, finden sich ältere Schülerinnen und Schüler ein, die sich für Deutsch in Studium und Beruf interessieren. „Ich mache in diesem Jahr mein Abi“, erzählt Victor (17). „Ich interessiere mich für einen technischen Studiengang, bei dem auch Deutsch gesprochen wird.“ Dem jungen Mann kann geholfen werden: „Da meine Universität eng mit BMW zusammenarbeitet, können wir genau für dieses Profil etwas Passendes bieten. Der Automobilhersteller ist immer an jungen Menschen interessiert, die sich schon differenzierter mit Deutschland auseinander gesetzt haben“, erklärt Schmidt. Victor, dessen Mutter aus Hamburg stammt, ist begeistert.

Feuer und Flamme für Deutsch sind auch die Sechs- bis Zwölfjährigen, die mit dem in New York lebenden deutschen Musikpädagogen Uwe Kind zu rappigen Rhythmen über die Bühne in der großen Schulcafeteria tanzen. Kind vermittelt in seinen Lernliedern Redewendungen und Ausdrücke mit eingängigen Melodien und dem konsequenten Einbeziehen von unterstützenden Körperbewegungen.

Deutsches Sprachdiplom stark gefragt

„Bei so vielen Aktivitäten ist es kein Wunder, dass unsere jungen Leute gerne Deutsch lernen“, lobt auch Dr. Joanne Urrutia, stellvertretende Kulturdezernentin des Miami-Dade-County. „Ich hoffe, dass aus dieser tollen Aktion schon bald eine jährlich wiederkehrende kleine Tradition wird.“ Für die meisten der Gäste besteht daran kein Zweifel, denn auch das Interesse am DSD ist in der Region groß. Über dieses Programm der deutschen Kultusministerkonferenz informieren sich interessierte Lehrerinnen und Lehrer bei Dieter Jaeschke, ZfA-Fachberater in Mexiko-Stadt, der Petra Reuter auf dem Deutschtag unterstützt.

„Wir finden es klasse, dass wir dank des DSD-Programms noch mehr Kontakt zu Deutschland bekommen“, erzählt Andres (15), während er gerade die Produkte verschiedener Workshops nach vorn zur Bühne bringt. Dort werden sie von Petra Reuter und Mechtild Ewert, der stellvertretenden deutschen Generalkonsulin in Miami, in einem stabilen Aluminium-Koffer verpackt. Auf seiner Weltreise durch neun Regionen der Welt macht der „Deutsch-Koffer“ des vom Auswärtigen Amt initiierten „Echo-Projektes 2010“ auch in Miami Station, bevor er zum ACTFL-Weltsprachenkongress nach Boston weitergeschickt wird – mit vielen Ideen und Anregungen für einen zeitgemäßen Deutschunterricht, der Spaß macht und junge Leute in aller Welt für Deutsch und Deutschland begeistert.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes fördert weltweit 140 Deutschen Auslandsschulen und 870 Sprachdiplomschulen. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards. 55 Fachberaterinnen und Fachberater der ZfA betreuen das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz vor Ort.

15.11.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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