Archiv 2010

Fortbildungskonzepte für Deutsche Schulen in Lateinamerika


Unter diesem Motto trafen sich Anfang Oktober in der DS Lima 37 Schulleiterinnen und Schulleiter, Fortbildungsbeauftragte sowie Lehrerinnen und Lehrer aus 25 Deutschen Schulen Mittel- und Südamerikas zu einer Fachtagung.

Eingeladen hatten die Prozessbegleiter für das Pädagogische Qualitätsmanagement in Südamerika, Rudolf Kemmer und Hermann Maier. Teilgenommen haben auch die Regionalen Fortbildungskoordinatoren und die Koordinatoren für die schulinterne Fortbildung (SCHILF) an den von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes geförderten Deutschen Auslandschulen.

„Im Mittelpunkt unserer Tagung standen die interkulturellen Herausforderungen bei der Entwicklung ertragreicher schulinterner Fortbildungskonzepte, die sowohl für nationale wie auch für deutsche Lehrkräfte gewinnbringend sind und die den bildungspolitischen Vorgaben der jeweiligen Länder entsprechen“ erklärte Rudolf Kemmer. Qualitätsaspekte von Fortbildungskonzeptionen und der systematischen Unterrichtsentwicklung bildeten den theoretischen Rahmen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt war das derzeit in den Deutschen Auslandsschulen aktuelle Thema der Kompetenzen und des kompetenzorientierten Lernens.

Kompetenzen müssen im Rahmen von kumulativen Lernprozessen selbst erarbeitet und entwickelt werden. Dabei spielen kognitive und motivationale Prozesse der Schüler eine zentrale Rolle. Im kompetenzorientierten Unterricht, in dem diese Aneignung vorbereitet und unterstützt werden, muss die Auswahl von Lernangeboten, -methoden und -inhalten darauf abgestimmt sein, die Verantwortung der Schüler für die eigenen Lernprozesse zu stärken.

Die Fachtagung zielte darauf ab mit den Teilnehmern für die Praxis nachhaltig wirkende Elemente von Qualifizierungsmaßnahmen zu erarbeiten.

Aktiv entdeckendes Lernen

Im ersten Fachreferat stellte Pamela Reyes-Santander, Dozentin und Doktorandin der Universität Augsburg das aktiv entdeckende Lernen in den Mittelpunkt und sprach zum Thema „Ein didaktischer Vorschlag: Auf aktiv-entdeckende Weise mit Differenzierung beim produktiven Üben lernen“.

Dr. Maria Isabel Hayek stellte im zweiten Fachreferat als ein Best-Practice-Beispiel die innerschulischen und kulturspezifischen Erfahrungen vor, die die Deutsche Schule Quito bei der Erarbeitung eines kompetenzorientierten Curriculums gemacht hat. Beide Fachvorträge wurden in anschließenden Workshops vertieft.

Am zweiten Tag folgten zwei Workshops der Prozessbegleiter zu konzeptionellen Aspekten der schulischen Qualitätsarbeit in der Unterrichtsentwicklung zu den Themenbereichen „Was können wir tun, damit Fortbildung in unserer Schule erkennbar wirksam wird?“ und „LehrerInnen – Ziel und Ausgangspunkt nachhaltiger Unterrichtsentwicklung“. Im anschließenden gemeinsamen Forum „Interkultureller Dialog“ wurden die Themen „Was verstehen wir unter Kompetenz - Was verstehen wir unter kompetenzorientiertem Lernen?“ unter Nutzung deutscher und unterschiedlicher nationaler Konzepte vertiefend erörtert.

Gewinnbringende Tagung

Neben einer Begriffsklärung wurden konkrete Anregungen für die schulinterne Umsetzung kompetenzorientierten Lernens auf den verschiedenen Ebenen erarbeitet. Die Schulen kamen überein unter Führung der Prozessbegleiter einen Expertenpool von spanisch sprechenden Fortbildnerinnen und Fortbildnern aufzubauen.

„Die Teilnehmenden werteten die Fachtagung als gewinnbringend, da sie konkrete Anregungen für ihre Arbeit mitnehmen konnten und der Austausch zwischen den Schulen in ganz Südamerika und Teilen von Mittelamerika als bereichernd erlebt wurde“ resümierte Hermann Maier zufrieden.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit. Sie verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards. Sie organisiert rund 200 Fortbildungsveranstaltungen jährlich, darunter über 100 Regionale Fortbildungsveranstaltungen im Ausland.

10.11.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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