Archiv 2010

Deutschland aus der Sicht ausländischer Stipendiaten

Zwölf ausländische Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes haben sich Gedanken über Deutschland gemacht. Für Ihre besonders gelungenen Essays über ihr Gastland wurden Sie nun im Auswärtigen Amt ausgezeichnet.

Etwa 300 DAAD-Stipendiaten aus rund 50 Ländern trafen sich zur Prämierung der besten Essays zu den Themen "Deutschland - wie ich es sehe" und "Deutschland 2025 - Perspektiven für das Land meines Studiums" im Auswärtigen Amt. Der DAAD hatte die Essay-Wettbewerbe im Rahmen der Initiative "Deutsch - Sprache der Ideen" des Auswärtigen Amts ausgeschrieben.

Nie auslernen

Ana Plasencia weiß es aus eigener Erfahrung: "Das Schöne an der deutschen Sprache ist, dass man nie auslernt." Die Rundfunkmoderatorin, die selbst Absolventin einer deutschen Auslandsschule ist, nahm die Preisverleihung gemeinsam mit Thomas Götz, dem Beauftragten für Außenwissenschafspolitik im Auswärtigen Amt, vor.

Wissenschaft und Lebensart

Eine der Preisträgerinnen ist Denise Orozco Moisa aus El Salvador. Die Molekularbiologin zieht demnächst aus Hamburg um an das Max-Planck-Institut in München, um dort ihre Promotion zu beginnen. Neben den dortigen Forschungsbedingungen lockt sie auch die bayerische Lebensart.

Sie ist gespannt auf die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland. Generell findet sie, die Deutschen seien gar nicht die "cabezas cuadradas", zu Deutsch "Quadratköpfe", für die sie oft gehalten würden.

Die Musikwissenschaftlerin und Kunstgeschichtlerin Ksenija Fedosenko aus dem litauischen Vilnius hat ebenfalls einen Preis gewonnen, obwohl sie ihren Essay erst auf den letzten Drücker geschrieben habe. Sie liebt Musik und Theater und sieht sich an ihrem Studienort in Heidelberg gut aufgehoben.

Von deutschen Erfahrungen profitieren

Der Bulgare Miroslav Yonchev wiederum begeistert sich vor allem für deutsche Lösungen im Umweltschutz und in Energiefragen. Der Zahn- und Kiefernheilkundler von der Uni Kiel sieht Deutschland hier in einer Vorreiterrolle. In vielen Ländern, und auch in seinem Heimatland, könne man von diesen Erfahrungen profitieren.

Alle Teilnehmer an den DAAD-Wettbewerben haben in ihren Heimatländern so genannte PASCH-Schulen besucht, also solche, die sich in der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts engagieren. Dort haben sie die Deutsch als Fremdsprache gelernt; nun studieren sie mit einem DAAD-Stipendium an deutschen Hochschulen. Insgesamt zwölf Stipendiaten wurden für ihre Essays mit Geld- und elf weitere mit Sachpreisen ausgezeichnet.

04.10.2010
Quelle: Auswärtiges Amt

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