Archiv 2010

Die heilige Kuh darf geschlachtet werden


„Literatur im Fach Deutsch als Fremdsprache“ war das Thema eines Fortbildungsseminars, zu dem die ZfA Lehrerinnen und Lehrer aus Sprachdiplomschulen im Mai 2010 nach Krakau einlud.

Das Seminar, an dem 22 Deutschlehrer aus dem Großraum Krakau teilnahmen, wurde von dem deutschen Generalkonsul Dr. Heinz Peters passend zum Jahr der Kampagne Deutsch – Sprache der Ideen eröffnet.

Rainer E. Wicke – Fortbildungskoordinator der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) – demonstrierte, dass Lyrik, Kurzgeschichten und Romane ihren Platz im Unterricht haben. Gleichzeitig wurde der Schwerpunkt darauf gelegt, den Lehrern aufzuzeigen, dass es gar nicht so schwer ist, Schüler zum Verfassen eigener Texte in der Fremdsprache Deutsch zu motivieren. Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass sich der rezeptionsästhetische Ansatz bei dem Einsatz von literarischen Texten im „Deutsch als Fremdsprache“-Unterricht in der schulischen Praxis umsetzen lässt.

Die Autoren des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) betonen zwar, dass sie literarische Texte für wichtig halten, aber in dem Dokument selbst spielen diese keine Rolle, denn dort steht die linguistische Progression eindeutig im Vordergrund. Dies bemängelt auch Lothar Bredella, Literaturdidaktiker der Universität Gießen, der für einen Literaturunterricht nach den Prinzipien des rezeptionsästhetischen Ansatzes plädiert. „Literarische Texte stellen häufig existentielle Konflikte dar, die zur Stellungnahme herausfordern“, gibt Bredella zu bedenken.

Mehr über das Seminar und den rezeptionsästhetischen Ansatz bei dem Einsatz von literarischen Texten im „Deutsch als Fremdsprache“-Unterricht erfahren Sie hier.
(pdf; 1,6 MB)

12.07.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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