Archiv 2010

Jahrestagung der Initiative BIDS


Absolventeninnen und Ansolventen deutscher Schulen im Ausland studieren inzwischen an Hochschulen in Deutschland.

Die „BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und PartnerSchulen" (BIDS) des DAAD schlägt eine Brücke zwischen deutschen Schulen im Ausland und deutschen Hochschulen. Ziel des Programms ist eine Erhöhung der Zahl von Absolventinnen und Absolventen dieser Schulen, die ihr Studium in Deutschland aufnehmen. Dies kommt dem Studienstandort Deutschland in besonderer Weise zugute. Seit Mitte 2008 fördert der DAAD daher Partnerschaften zwischen Schulen und Hochschulen. 2008 und 2009 wurden 29 Projekte gefördert. 15 Projekte an Hochschulen, die sich in einer erneuten Auswahl durchsetzen konnten, werden auch im Jahr 2010 weiterhin aus Mitteln des BIDS-Programms unterstützt. Diese 15 geförderten Hochschulen unterhalten rund 200 Kontakte und Kooperationen mit deutschen Schulen auf der ganzen Welt. Regionale Schwerpunkte sind Lateinamerika und Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Hinzu kommen Beziehungen zu Schulen in Nordamerika, Asien und Afrika.

Die Projektverantwortlichen trafen sich nun zu ihrer 3. Jahrestagung. Neben einem aktuellen Austausch über die jeweilige Projektarbeit stand die Frage nach einer Fortsetzung im Mittelpunkt, wenn die finanzielle Förderung Ende 2010 aller Voraussicht nach ausgelaufen sein wird.

Eines wurde dabei erneut deutlich: Die in BIDS engagierten Hochschulen möchten die jungen Leute nicht mehr missen. Mit ihrer schulischen Vorbildung im Allgemeinen und hervorragenden Deutschkenntnissen im Besonderen fallen sie unter den Studienanfängern besonders positiv auf. Das schlägt sich nieder in einer leichteren Integration und besseren Studienleistungen. Zudem sind die Studierenden von heute Multiplikatoren, indem sie ihre Erfahrungen an ihre Herkunftsschulen rückmelden, Schülerinnen und Schüler der abschlussnahen Jahrgänge gezielt informieren und vorbereiten und schließlich in Deutschland bei der Eingewöhnung helfen.

Dies gilt vor allem für die inzwischen 125 Motivationstipendiatinnen und -stipendiaten, die seit dem Wintersemester 2008/09 im Rahmen von BIDS eine in der Regel einjährige finanzielle Förderung zu Beginn ihres Studiums in Deutschland erhalten haben oder noch erhalten. Sie fühlen sich besonders ermuntert, mit nachfolgenden Schulabsolventen und Studienanfängern zu kommunizieren, Rat und Hilfe vor Studienbeginn anzubieten, den Einstieg in das studentische Leben zu erleichtern usw. Dazu gab es während der Tagung zwei anregende Beispiele, die zwei Absolventinnen deutscher Schulen in El Salvador und Mexiko vorstellten. Sie studieren inzwischen an der Universität Halle-Wittenberg bzw. der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

Die Projektverantwortlichen stellten als weitere Inhalte der Projektarbeit, die sich bewährt haben, heraus:

  • die Einbeziehung von Kooperationen mit deutschen Sekundarschulen am Hochschulstandort, die mitunter schon zu Schulpartnerschaften geführt haben,
  • Schülergruppenreisen an die Hochschulen, die einem „Schnupperstudium“ o.Ä. dienen, sowie
  • die deutlich gestiegene Zahl deutscher Lehramtspraktikanten an deutschen Auslandsschulen.

Im Laufe dieses und des kommenden Jahres sollen die Erfahrungen der in BIDS geförderten Hochschulen und ihrer Partnerschulen in einem eigenen Handbuch dokumentiert werden. Es soll u.a. als Leitfaden für deutsche Hochschulen dienen, die mit Schulen im Ausland kooperieren wollen.

Unter dem Arbeitstitel „Als BIDS-Motivationsstipendiat/in an der Hochschule...“ ist auch eine Sammlung von Erfahrungsberichten geplant. Diese soll nicht nur den Zweck der Dokumentation erfüllen, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit ansprechen. Die persönliche Sicht junger Leute von deutschen Schulen, die in Deutschland studieren und dabei „Deutschlandbilder“ gewinnen, wird hier im Vordergrund stehen.

Das im DAAD für BIDS zuständige Referat plant außerdem eine sogenannte Bilanztagung, an der alle seit 2008 geförderten Hochschulen beteiligt werden sollen. Voraussichtlicher Termin ist das Frühjahr 2011.

28.06.2010
Quelle: Deutscher Akademischer Austauschdienst

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