Archiv 2010

Stipendienvergabe in Griechenland


Loukas Orestis, Nikolaos Papadopoulos und Afroditi Astreinidi Blandin haben ihr Abitur an einer Deutschen Schule in Griechenland gemacht. Besonders begabte Absolventen Deutscher Auslandsschulen können dank eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ein Studium in Deutschland aufnehmen.

Vor zweiundzwanzig Jahren begegneten sich ein griechischer Ingenieur und eine französische Philologin als DAAD-Sprachkursstipendiaten in Bremen. Die beiden heirateten, lebten zunächst in Paris und zogen später nach Thessaloniki. Ihre beiden Töchter erzogen sie zweisprachig und schulten sie zunächst in die französische Grundschule in Thessaloniki ein. Weil ihnen das deutsche Bildungssystem aus eigener Erfahrung vertraut war, entschieden sie sich im Anschluss an die Grundschule für die Deutsche Schule Thessaloniki. Bis Aphrodite 12 Jahre alt war, konnte sie kein Wort Deutsch. In diesem Jahr hat sie als eine der besten Absolventinnen ihr Abitur abgelegt und wurde in das DAAD-Stipendienprogramm für Absolventen der Deutschen Auslandsschulen aufgenommen.

An insgesamt 135 Auslandschulen und mehreren hundert Sprachdiplomschulen weltweit erwerben jedes Jahr rund 10.000 Schülerinnen und Schüler einen Abschluss, der sie direkt oder über den Besuch eines Studienkollegs zu einem Studium an einer deutschen Hochschule berechtigt. Diese Schüler sind mit der deutschen Sprache und Kultur bestens vertraut und zugleich in einer anderen Kultur – oder wie Aphrodite sogar in zweien – zu Hause. Sie bringen also die besten Voraussetzungen für ein Studium an einer deutschen Hochschule mit.

Nur besonders begabte Abiturientinnen und Abiturienten, die zu den Besten ihres Jahrgangs gehören und wie in Griechenland die zwei Auswahlkommissionen durch ihre persönliche Eignung und Motivation überzeugen, kommen in den Genuss eines DAAD-Vollstipendiums für das Studium ihrer Wahl. Der Wettbewerb ist hart, denn die Konkurrenz der hochmotivierten und leistungsstarken Absolventen deutscher Schulen ist groß. Zurzeit sind rund 440 Stipendiaten in der Förderung. In diesem Jahr waren 120 Stipendien für Absolventen der Deutschen Schulen und der Sprachdiplomschulen zu vergeben. Griechenland hat in 2010 vier Stipendien erhalten – drei für Absolventen der Deutschen Schule in Thessaloniki, eines für eine Absolventin der Deutschen Schule in Athen.

Die vier diesjährigen griechischen Stipendiaten werden Physik und Bioinformatik an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München und Übersetzen am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim studieren. Aphrodite hat sich für Bioingenieurwesen an der TU Braunschweig entschieden. Im Rahmen der Deutsch-Französischen Hochschule plant sie auch noch einen Aufenthalt an der Partnerhochschule, der Université de Technologie de Compiègne.

Das Programm, in das sie aufgenommen wurde, ist das einzige Stipendienprogramm des DAAD in Griechenland, das ein Vollstudium und bei guter Leistung sogar ein Aufbaustudium und ggf. eine Promotion vorsieht. Für Ihr Studium wünscht das DAAD-Informationszentrum in Athen den „Neulingen“ von Herzen viel Erfolg.

25.06.2010
Quelle: Deutscher Akademischer Austauschdienst

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