Archiv 2010

Laduma heißt: „Tooor!“


Die Beigeisterung für die Fußballweltmeisterschaft ist natürlich dort am größten, wo sie stattfindet: in Südafrika. Auch die Sprachdiplomschulen vor Ort fiebern mit – und verbinden die Euphorie mit dem Deutschlernen.

„Die Hoffnung auf viele Tore der eigenen Mannschaft ‚Bafana Bafana’ und die Begeisterung für die Weltmeisterschaft hier in Südafrika wurde in den Wochen und Tagen vor den ersten Spielen auch in den Schulen immer sichtbarer“, beschreibt Gisela Fasse, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes, die Stimmung im Land. Verschiedene Aktionen an den Schulen verknüpften die allgemeine Fußballbegeisterung mit der deutschen Sprache. „Im Anfangsunterricht Deutsch als Fremdsprache zeichneten die Kinder der vierten Klasse der St. George's Schule Comics zum Thema Fußball“, freute sich Gisela Fasse über die Verbindung von Deutschunterricht und Fußball in den von ihr betreuten Schulen. Die Sprachdiplomschule Wartburg-Kirchdorf veranstaltete einen „deutschen Abend“ zum Thema Fußball. Alle Schülerinnen und Schüler, die an der Schule Deutsch lernen, rappten und dichteten in deutscher Sprache auf der Bühne.

In der Partnerschule in Kimberley, der Diamantveld High School, lernen „soccer“-begeisterte Jugendliche Deutsch auch beim Fußballtraining. An der traditionsreichen Schule stand bisher Rugby im Vordergrund. Fußball – das war bislang der Sport der Jugendlichen in den Townships. Mit der Ankunft von Susanne Baumgartner, einer Bundesprogrammlehrerin aus Berlin, mit ihrer Familie entstanden an der Diamantveld High School neue Sportgruppen. Auch eine Mädchen-Fußballmannschaft wurde gegründet. „Die WM in Südafrika wird den Erfolg dieser Sportart sicher befördern – und auch zur weiteren Überwindung der Grenzen zwischen den Hautfarben beitragen“, davon ist Gisela Fasse überzeugt. Während bisher in der Mädchenmannschaft die weißen Mädchen in der Überzahl sind, ist es in der Jungenmannschaft umgekehrt. „In einem ersten gemeinsamen Turnier stellten die Jugendlichen beider Mannschaften fest, dass sich einige von ihnen in der Schule noch nie begegnet waren!“, erzählt die ZfA-Fachberaterin.

Auch die Erziehungsbehörde in Pretoria hat sich zur WM etwas einfallen lassen: Sie schrieb den Wettbewerb „My 2010 School Adventure“ aus, bei dem Schülerinnen und Schüler Essays, Gedichte, Bilder und andere Kunstwerke einreichen konnten, die einen Bezug zur WM, zu den verschiedenen Teams und deren Herkunftsländern herstellten. Die gelungensten Arbeiten wurden in einer Ausstellung präsentiert. Der Enthusiasmus der Mitarbeiter im Erziehungsministerium in Pretoria sprengte vollständig die Regeln des Arbeitsalltags: Ein ohrenbetäubendes Vuvuzela-Konzert, gelbe „Bafana Bafana“-Trikots, Fähnchen und Perücken in den Nationalfarben und gelb gekleidete Angestellte: So demonstrierte man Vorfreude auf die Spiele, Stolz auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land, Freude an Sport, Tanz und Musik am Tag der Eröffnung bereits vormittags unüberhörbar und unübersehbar. Und abends: Laduuuma! Das erste Tor der südafrikanischen Mannschaft. „Eine ansteckende Begeisterung!“, beschreibt Gisela Fasse.

24.06.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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