Archiv 2010

DAS: Gemeinsam Reformen anstoßen


Unter dem Motto „Weltweit für Deutschland Schule machen“ fand vom 04. bis zum 06. Juni in Chinas Wirtschaftsmetropole der dritte Weltkongress Deutscher Auslandsschulen statt. Veranstaltet wurde der Kongress vom Weltverband Deutscher Auslandsschulen e.V. (WDA) und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) im Bundesverwaltungsamt. Gastgeber war die Deutsche Schule Shanghai.

Angelika Krüger-Leißner, SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, unterstrich in ihrer Begrüßungsrede das Engagement der Schulen vor Ort: „Die Deutschen Auslandsschulen sind nicht nur das älteste und wichtigste Instrument der Deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“, so die Politikerin. „Nein! Sie sind auch das Herzstück, sie sind die Basis für die Sprachentwicklung, für die interkulturelle Begegnung von klein an, für Lernen und Ausbildung und für kulturelles Verständnis und Austausch.“

Trotz allen Lobs wurde auch kontrovers diskutiert, denn auch das deutsche Auslandsschulwesen gerät angesichts der vielen Herausforderungen unter finanziellen Druck. „Vor diesem Hintergrund haben wir ein Reformpapier entwickelt, das den Schulen eine größtmögliche Flexibilität ermöglicht, um ihre personelle und finanzielle Versorgung zu sichern“, erläuterte Joachim Lauer, Leiter der ZfA, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes für die Betreuung der Schulen zuständig ist.

Detlef Ernst, Vorstandsvorsitzender des WDA, der die Schulträger repräsentiert, brachte die Kritik der Schulen auf den Punkt: „Es gibt einen zunehmenden Widerspruch zwischen den Zielen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und den immer geringer werdenden Mitteln. Weitere Einsparungen werden unweigerlich zu einer Minderung der Qualität der Deutschen Auslandsschulen führen.“

WDA und ZfA werden die nächsten Wochen dazu nutzen, um in Expertengremien aus Schuldirektoren, Verwaltungsleitern und Schulvorstandsmitgliedern ein gemeinsames Reformkonzept zu entwickeln, das allen beteiligten Partnern Rechnung tragen soll. Auf dem Programm des Weltkongresses standen weitere Themen wie die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Auslandsschulen, Ressourcensicherung, Nachhaltigkeit sowie Schulen als wirtschaftliche Unternehmen. Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, stellte den Teilnehmern in einer Videobotschaft die von ihr ins Leben gerufene Exzellenz-Initiative vor, mit der Medienkompetenz, Technikinteresse und unternehmerisches Denken von Schülern gezielt gefördert werden soll. Daneben fanden auch die internen Tagungen für Schulleiter, Verwaltungsleiter und WDA-Mitglieder statt. Der Austausch über Best-Practice-Beispiele aus dem Auslandsschulwesen stand ebenfalls auf der Agenda.

Thilo Klingebiel, Projektleiter des Weltkongresses 2010 in Shanghai und designierter Geschäftsstellenleiter des WDA in Berlin, sieht im angestoßenen Dialog Zukunftspotenzial: „Der Deutschen Schule Shanghai ist es gelungen, den geeigneten Rahmen für den Beginn einer Diskussion über Reformen zu schaffen.“

Insgesamt nahmen rund 300 Teilnehmer am Weltkongress Deutscher Auslandsschulen in Shanghai teil. Neben den Vorständen, Schulleitern und Verwaltungsleitern der 135 Auslandsschulen waren auch Vertreter der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, der Kultusminister der Länder sowie Repräsentanten der Wirtschaft und der Außenhandelskammern anwesend.

12.06.2010
Quelle: Deutsche Schule Shanghai

Über den Weltverband Deutscher Auslandsschulen e. V. (WDA)
Der WDA wurde 2003 gegründet. Er vertritt die Interessen der 135 Deutschen Auslandsschulen und versteht sich als Sprachrohr gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ziel der Verbandsarbeit ist es, die hohe Qualität der Deutschen Auslandsschulen langfristig zu festigen und im Sinne der Völkerverständigung zu einer Verbreitung der deutschen Kultur und Sicherung der deutschen Sprache im Ausland beizutragen. Schirmherr des WDA ist der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler.

Über die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Die ZfA ist eine Abteilung im Bundesverwaltungsamt, die unter der Fachaufsicht des Auswärtigen Amtes mit rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die deutsche schulische Arbeit im Ausland betreut. Weltweit werden 135 Deutsche Schulen im Ausland sowie 850 nationale Schulen, die auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz vorbereiten, von der ZfA gefördert. Zusätzlich sind weltweit über 60 Fachberater der ZfA tätig, um den Ausbau der deutschen Sprache an Schulen im Ausland zu fördern und damit bei jungen Menschen Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und seine Gesellschaft zu wecken. Insgesamt arbeiten weltweit rund 2.000 von der ZfA vermittelte Lehrkräfte.

Über die Deutsche Schule Shanghai
Die Deutsche Schule Shanghai wurde 1995 mit 6 angemeldeten Schülern eröffnet. Gegenwärtig ist sie mit über 1.000 Kindern an zwei Standorten in Shanghai eine der größten Auslandsschulen mit deutschem Schulziel weltweit. Die Schülerzahl hat sich allein in den letzten sechs Jahren verdoppelt. Aufgrund der landesspezifischen Schulgesetzgebung dürfen chinesische Kinder die Einrichtung nur mit Ausnahmegenehmigung besuchen. Im Rahmen von Projekten, Exkursionen und Schulpartnerschaften fördert die Deutsche Schule Shanghai jedoch den regen Austausch mit dem Gastland China. Derzeit arbeiten rund 150 Lehrer an der Schule, davon 17 vermittelte Auslandsdienstlehrkräfte.

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