Archiv 2010

Das Pilotprojekt Offenes Lernen


Jeder Schüler ist einzigartig und sollte daher individuell gefördert und gefordert werden. Diese Erkenntnis nimmt die German European School Singapur (GESS) besonders ernst. Seit August 2009 führt die Deutsche Auslandsschule das Sekundarschulprojekt „Offenes Lernen – Schülerinnen und Schüler erforschen Lerninhalte selbständig(er)“ durch. Mit überwältigender Resonanz.

Beim so genannten „Offenen Lernen“ steht das intensive selbständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund. Der Lehrer entwickelt sich dabei vom Wissensvermittler zum Trainer. Er begleitet und berät die Jugendlichen und unterstützt sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Die Schüler dürfen ihre Arbeitsschwerpunkte mitbestimmen, sind daher viel motivierter und zeigen bessere Lernleistungen. Jede Woche stehen den Sechstklässlern fünf Stunden zur Verfügung, um ihre Schwerpunktthemen zu bearbeiten. „Mit dem Projekt ‚Offenes Lernen’ begibt sich die GESS auf pädagogisches Neuland“, erklärt Schulleiter Torsten Steininger. „Wir möchten mit dieser neuartigen Organisations- und Methodenform das individualisierte und projektartige Lernen unserer Schülerinnen und Schüler fördern.“

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) im Bundesverwaltungsamt hat über 6.000 Euro beigesteuert, damit die Schule Materialien für die Ausgestaltung der Klassenräume mit Präsentationsflächen, für Gruppen- und Einzelarbeit sowie für die Fortbildung der Lehrkräfte anschaffen konnte. Andreas Rech, erfahrener Pionier im Bereich des individualisierten Lernens, wurde zur Konzeption und Durchführung des Projektes eigens nach Singapur geholt. 2008 hatte sich Rech bereits mit einem Workshop an der GES Singapur zum Thema Schulkultur und individuelles Lernen für das Pilotprojekt empfohlen. Seit November 2009 führt Rech nun das Offene Lernen in zwei sechsten Klassen der deutschen Abteilung der GESS durch. Im August 2010 soll ein Plan für die Umsetzung des zweiten Projektjahres erstellt werden. Dann sollen zwei Jahrgangsstufen mit eingebunden werden.

„Durch das kooperative statt kontrollierte Lernen erhöht sich die Arbeitszufriedenheit bei Schülern und Lehrern signifikant“, erklärt Rech die Wirkung seiner Arbeit. Vor allem den Eltern ist dieser positive Effekt bereits aufgefallen. „Ihre Herangehensweise, auf ganzheitliche Art Wissen in all seinen Facetten zu vermitteln, birgt für unsere Kinder eine unglaubliche Chance, die von ihnen wertgeschätzt und auch umgesetzt wird. Wir sind sehr froh darüber, dass unsere Kinder Schule in dieser Form erleben dürfen“, schreiben zwei Mütter in einem Dankes-Brief an Andreas Rech und das beteiligte Team. Die Eindrücke, die die Eltern schildern, zeigen deutlich, wie sich die Einstellung ihrer Kinder zur Schule verändert hat: „Die Kinder sind hochmotiviert, sie fühlen sich ernst genommen und lassen das Gelernte in den Alltag mit einfließen. Nun heißt es nicht mehr ‚Ich muss in die Schule’ sondern ‚Ich freue mich auf die Schule!’“

23.04.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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