Archiv 2010

Auma Obama an der DS Nairobi: Eröffnung des Ressourcenzentrums


Prominenter Besuch fand sich zur Eröffnung des neu entstandenen Ressourcenzentrums am 11. März an der Deutschen Schule Nairobi ein: Schulleiter Siegfried Schmerbeck begrüßte Margit Hellwig-Boette, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, und Dr. Auma Obama, promovierte Germanistin und Ostafrikakoordinatorin von CARE International – beide Gastrednerinnen der Feierlichkeiten. Gemeinsam enthüllten sie die Plakette der Partnerschulinitiative (PASCH) des Auswärtigen Amtes.

Das Ressourcenzentrum an der Deutschen Schule Nairobi ist eines von 14 Zentren für Lehrerfort- und -weiterbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache und Deutschsprachigem Fachunterricht. Kenianischen Studierenden sowie Lehrerinnen und Lehrern von rund 60 Schulen Kenias, in denen Deutsch unterrichtet wird, stehen nun eine Bibliothek und zwei modern ausgestattete Computerräume zum Selbststudium und zur Internetrecherche zur Verfügung. Möglich wurde dies dank der großen Unterstützung durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) aus PASCH-Mitteln sowie dem außerordentliches Engagement der heutigen Leiter des Zentrums, Karin Häggmark und Franz Baur. Mit dem Ressourcenzentrum wurde ein Ort geschaffen, in dem man „sich treffen, lernen, kreativ sein kann. Auf diese Weise kann die deutsche Sprache das Tor zur europäischen Kultur werden“, so Botschafterin Hellwig-Boette.

Die eigene Stärke erkennen

Gastrednerin Obama, Halbschwester des US-Präsidenten Barack Obama, hat die deutsche Sprache ohne die Hilfe eines solchen Zentrums erlernen müssen. Als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) studierte sie in Heidelberg und Bayreuth, wo sie promovierte. Sie betont die Vorzüge eines selbständig organisierten Studiums und der interkulturellen Germanistik. All das habe sie erwachsen werden lassen und es ihr erlaubt, sich in Deutschland wohl zu fühlen. Diese Blickrichtung auf die deutsche Kultur und Literatur lebe von einer Vielfalt von Blickwinkeln und somit von vielseitigen Interpretationen, so Obama.

Auma Obama ermöglichte es der Zuhörerschaft, ihren Weg nach Deutschland und in Deutschland nachzuvollziehen. Sie lernte dort, sich in einer andersfarbigen Gesellschaft als ein zu respektierendes Individuum durchzusetzen. Doch auch von der anderen Seite Deutschlands sprach sie, von der Seite, auf der Ausländer zu Opfern wurden. Noch heute ist sie dankbar, in Deutschland den Schmerz und die Freude beim Fall der Berliner Mauer erlebt zu haben, aber auch so Verrücktes wie die Verhüllung des Reichstags. Obama berührte die Zuhörer durch ihren Blick auf die eigene und die von Lehrern geleistete Arbeit. Es gelte zurückzugeben, was man bekommen hat, Raum zu geben für jeden einzelnen Schüler. Sie ermutigte die Kinder Ostafrikas, ihr Land nicht nur als das zu sehen, was die Touristen daran fasziniert, sondern die eigene Stärke zu erkennen. Lehrer, sagte sie, können einen so stark machen.

23.03.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

PASCH-net und Social Media