Archiv 2010

Schülerkonferenz der Ostseeanrainer


Vom 10. bis 14. Januar fand im Jesuitengymnasium in Vilnius die erste Schülerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten statt.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) hatte dazu Schüler und Lehrer aus allen neun Ostseestaaten eingeladen. Neben Vaidas Bacys, dem litauischen Vizebildungsminister, besuchte auch Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, die Veranstaltung.

Die Konferenz ist Teil der Ostsee-Initiative des Auswärtigen Amtes, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Zusammenarbeit zwischen den Sprachdiplomschulen und Deutschen Auslandsschulen an der Ostsee auszubauen und gemeinsame Unterrichtsmaterialien auf Deutsch zu entwickeln. Brigitte Grögor, Fachberaterin der ZfA in Litauen, hatte die Schülerkonferenz organisiert und ein buntes Programm zusammengestellt. Während einer zweitägigen Arbeitsphase setzten die Schüler die Ergebnisse der vorangegangenen Veranstaltungen der Ostsee-Initiative methodisch um. Nach dem Modell von „Jugend debattiert“ diskutierten sie außerdem die Vor- und Nachteile von Windkraftwerken in der Ostsee.

Vaidas Bacys verwies darauf, dass die Sprache Deutsch den Schülern viele zusätzliche Möglichkeiten für die Entfaltung ihrer sprachlichen, kommunikativen und anderer Kompetenzen biete. Das zeigte sich nicht nur in den Workshops, sondern auch während des Freizeitprogramms. Bei sportlichen, künstlerischen und kulturellen Aktivitäten lernten sich die Schüler gegenseitig kennen und perfektionierten ihr Deutsch. „Wir konnten nicht nur den Humor der Finnen kennen lernen, sondern uns auch über die Geschichte, die Politik oder die Weltkrise unterhalten“, stellten Pamela Samulewska und Anna Czapnik aus Polen fest.

Der europäische Gedanke

Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation der Arbeitsergebnisse vor Staatsministerin Pieper. Gemeinsam mit den Lehrern und Fachberatern stellten die Schüler vor, was sie bislang im Rahmen der Ostsee-Initiative unternommen haben: Sprachcamps in Alanta und Kaliningrad, die Ostsee-Akademie in Wismar, das Produktionsseminar für Lehrer in Berlin, das Redaktionsseminar in St. Petersburg und die Debatte zu neuen Windkraftanlagen in der Ostsee.

Pieper zeigte sich von den Fähigkeiten der Schüler, sich sowohl in Alltagsdingen als auch sachbezogen souverän in der Fremdsprache Deutsch zu artikulieren, besonders beeindruckt. „Diese Debatten waren konstruktiv und kenntnisreich. Davon könnten sich manche Parlamentarier eine Scheibe abschneiden“, lautete das Urteil der Staatsministerin. Sie betonte, dass sich in der Schülerkonferenz der europäische Gedanke widerspiegle.

Mit der „Ode an die Freude“, die von Teilnehmern und Gästen zusammen gesungen wurde, endete die Präsentation. Am Abend trafen sich alle zu einem von der ZfA und der Deutschen Botschaft Vilnius gemeinsam ausgerichteten Empfang mit litauischen Künstlern im Künstlerviertel Uzupis wieder.

05.02.2010
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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