Archiv 2010

Eine Welt – Ein Jugendparlament


Vom 5. bis 11. Juli 2010 erlebt das Parlamentsgebäude (Palacio Legislativo) von Montevideo eine Premiere: das internationale Jugendparlament. Es ist der Höhepunkt eines einjährigen Projekts im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“, das in diesem Sommer an die 100 Schüler aus zehn Ländern und drei Kontinenten zusammenführen wird.

Die Parlamentarier im Alter zwischen 16 und 18 Jahren kommen aus Lateinamerika, Europa und Afrika und werden zunächst in acht Ausschüssen insbesondere jene Themen diskutieren, die im Jahr 2000 von 189 Staats- und Regierungschefs als die acht globalen Entwicklungsziele benannt und unterzeichnet wurden. Die Jugendlichen aus Mexiko, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Schweden, Deutschland, Österreich, Luxemburg, Spanien und von der Elfenbeinküste sollen durch dieses einzigartige Projekt, das auf eine Initiative des Goethe-Instituts Uruguay zurückgeht und vom uruguayischen Unterrichts- und Kultusministerium unterstützt wird, nicht nur echte Demokratie leben, sondern auch ein globales Bewusstsein erlangen und schärfen. Darüber hinaus wird durch die Auseinandersetzung mit den wichtigsten Problemen der globalisierten Welt eine Plattform zur persönlichen Begegnung und zur Bildung von Netzwerken unter jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft geschaffen. Das Jugendparlament arbeitet eng mit der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ zusammen. So rekrutieren sich beispielsweise die Jugendlichen aus Afrika und Lateinamerika ausschließlich aus PASCH-Schulen, deren internationales Netzwerk einmal mehr einer reibungslosen Zusammenarbeit und Organisation Rechnung trägt.

Nach einer nationalen Vorbereitungsphase in zehn Teilnehmerländern, in der schätzungsweise 4000 Jugendliche mit dem Jugendparlament-Projekt in Berührung kommen und die bereits im vergangenen Herbst startete, wird die internationale Parlamentswoche nicht nur zu demokratisch strukturierten Diskussionen und in den Ausschüssen gemeinsam formulierte Resolutionen führen. Durch die Plenarsitzung werden diese Resolutionen nach parlamentarischer Verabschiedung an ein eigenes – von Jugendlichen geführtes – Pressezentrum weitergeleitet, das sowohl die globale Öffentlichkeit, als auch die zuständigen Gremien der EU und das Europäische Parlament über die Ergebnisse und Beschlüsse des Jugendparlaments informieren wird. Alexander Kruckenfellner, Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Uruguay und Koordinator des Projektes: „Unser Jugendparlament soll ein Leuchtturmprojekt sein, mit dem wir die Kritik- und Konsensfähigkeit junger Menschen fördern möchten. Dabei spielt das Verständnis für die Vielfalt der Kulturen und Sprachen eine genauso große Rolle, wie die Bereitschaft, die gemeinsamen globalen Probleme und Chancen zu begreifen und konstruktiv anzugehen. Es ist also unser erklärtes Ziel, dass die Jugendlichen völkerverbindend diskutieren und weltweit denken.“

15.01.2010
Quelle: Goethe-Institut
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