Archiv 2009

Film ab! Das PASCH-Ferienlager in Argentinien

Ende November gingen Schüler/innen, Lehrer/innen und Kulturweit-Freiwillige von 15 PASCH-Schulen aus Argentinien, Paraguay und Uruguay in ein Ferienlager. Sie drehen zwei Werbefilme für Deutsch.

Nachdem sich im letzten Jahr die argentinischen PASCH-Schulen in dem kleinen Ort Villa General Belgrano in der Provinz Córdoba getroffen hatten, um auf Spurensuche nach den Hintergründen und Geschichten der dort lebenden deutschen Immigranten zu gehen, stellten sich in diesem Jahr Schüler, Lehrer und Kulturweit-Freiwillige von 15 PASCH-Schulen aus Argentinien, Paraguay und Uruguay der Herausforderung, zwei Werbefilme zu dem Titel „Por qué alemán?“ („Warum Deutsch lernen?“) am selben Ort zu drehen. Ein professionelles Filmteam begleitete die Dreharbeiten.

Am 30. November 2009 begann das fünftägige Ferienlager mit der Anreise der 85 Teilnehmer, die in der Herberge „El Rincón“ (die Ecke) am Rande der Ortschaft Villa General Belgrano untergebracht wurden. Umgeben von einer eindrucksvollen Landschaft fanden die Schüler/innen die Ruhe, die nötig war, um dem Alltag zu entfliehen und sich von hausgemachter Marmelade und einer reichen Natur verwöhnen zu lassen. Da es in diesem Dorf viele Deutsche gibt und die deutsche Kultur nach wie vor vertreten ist, schien es der perfekte Ausgangspunkt für ein Vorhaben zu sein, dass sich im interkulturellen Kontext bewegt und sich vor allem auch mit der deutschen Sprache beschäftigt. Darüber hinaus lud die Landschaft zu Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten ein, bei denen sich die Teilnehmer/innen besser kennenlernen konnten.

Vorbereitungsphase im Internet

Schon im Vorfeld hatten die Schüler/innen Ideen für die beiden Werbefilme in ihren Klassen vorbereitet und sich auf einer Internetplattform über diese ausgetauscht. Diese Plattform wurde in der Vorbereitungsphase auch vom Filmteam genutzt, um die Schüler in die verschiedenen Themengebiete einzuführen und Informationsmaterial bereitzustellen. Für die Umsetzung wurden kleine Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben auseinandersetzten. So konnten die Schüler/innen wählen, ob sie im Kamerateam, in der Tontechnik, in der Produktion der Filmmusik oder doch lieber in einem anderen der vielen Angebote tätig sein wollten. Auch das Casting für die Rollen in den Filmen und das Schauspielen wurde von den Schülern selbst übernommen.

Nach der Einweisung der Teilnehmer/innen in ihre Arbeitsbereiche durch das Filmteam konnten diese so selbst an der Verwirklichung der beiden Filme aktiv mitwirken, so dass letztendlich zwei Filme entstanden, die durch die Teilnehmer/innen selbst realisiert wurden.

Verantwortungsbewusstes Handeln

Von Anfang an war sichtbar, dass die Arbeit mit dem Medium Film von den Teilnehmern sehr ernst genommen wurde und ihnen viel Spaß bereitete. So konnten die Schüler die Erfahrung machen, wie wichtig verantwortungsbewusstes Handeln jeder einzelnen Person einer Gruppe ist, wenn ein gemeinsames Ziel erreicht werden soll.

Die Produktion des Soundtracks wurde von qualifizierten Musikern und Tontechnikern begleitet und selbst Teilnehmern, die zuvor noch kein Musikinstrument spielen konnten, wurden mit leichten Hilfestellungen so in die Produktion integriert, dass auch sie maßgeblich zur Fertigstellung der Lieder beitrugen.

Darüber hinaus war die deutsche Sprache ständig präsent, da sie in den Filmen angewandt und thematisiert wurde und die Arbeitsgruppen auf Deutsch koordiniert wurden. Der Hintergedanke bestand darin, den Schülern einen praxisorientierten Umgang mit der deutschen Sprache zu ermöglichen und somit greifbare und vor allem, gleich anwendbare Fähigkeiten zu vermitteln.

Vernetzung der PASCH-Schulen

Ines Patzig-Bartsch, Expertin für Unterricht in Argentinien, Paraguay und Uruguay, betonte, dass die Jugendlichen ernst genommen werden müssen und Deutsch vor allem als Mittel in den Arbeitsprozess integriert werden soll.
Die gemeinsamen Aktionen ermöglichten außerdem eine Vernetzung der PASCH-Schulen untereinander. Nicht nur die Schüler, sondern auch die elf Lehrer/innen, die während des Ferienlagers an einer Fortbildung teilnahmen, profitierten von der Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Unterrichtsmethoden kennen zu lernen.

Zur Unterstützung des vom PASCH-Team in Buenos Aires geplanten Ferienlagers waren auch die freiwilligen Helfer des Programms „Kulturweit“ des Auswärtigen Amts in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission, die an den PASCH-Schulen eingesetzt sind, angereist. Als Ausgleich zur täglichen Filmproduktion organisierten sie Freizeitaktivitäten wie Fußballspielen, Nachtwanderungen und Ausflüge zu den umliegenden Naturhighlights, die merkbar zu einer guten Stimmung beitrugen.
Nach einem großartigen Ferienlager und einer tränenreichen Verabschiedung konnte am Ende jeder behaupten „Diese Filme haben wir gemeinsam gedreht“.

15. Dezember 2009

PASCH-net und Social Media