Archiv 2009

Christoph Daum beim Istanbul Lisesi


Große Aufregung am Istanbul Lisesi: Der Trainer von Fenerbahce Istanbul, Christoph Daum, hat sich zu einem Besuch angekündigt. Am 13. Oktober war es endlich soweit. Begleitet von einer großen Schar von Fotografen und Fernsehkameras steigt der deutsche Startrainer aus seinen Wagen.

Nach einem ersten Gespräch mit dem türkischen Schulleiter Adnan Ersan und dem Leiter der Deutschabteilung, Dr. Volker Schult, ging es zu einem gemeinsamen Mittagessen mit dem Lehrerkollegium. Dort erzählte Christoph Daum von einer Gemeinsamkeit: Auch er war für kurze Zeit als Lehrer für Englisch und Sport tätig, bis er sich entschloss, seine Karriere als Fußballtrainer zu beginnen.

Im Zentrum des Besuchs stand das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern. Das war, wie Daum betonte, auch sein zentrales Anliegen. Mit tosendem Applaus wurde der ehemalige Bundesligatrainer von den Jugendlichen empfangen. „Das Gespräch, das von unseren Schülern auf Deutsch geführt wurde, war von vielen fußballerischen Details geprägt“, berichtet Schult. Kein Wunder, denn die Schüler, sehr viele von ihnen Fener Fans, kennen sich natürlich sehr gut aus. Aber nicht nur beim Fußball: Christoph Daum zeigte sich von den Deutschkenntnissen, aber auch insgesamt von den Leistungen der Schüler am Istanbul Lisesi sehr beeindruckt.

Zweite Heimat Türkei

Neben Fußball berichtete Daum auch über sein Verhältnis zur Türkei, die schon zu seiner zweiten Heimat geworden ist. Mit Unterbrechungen lebt er insgesamt schon sieben Jahre in der Türkei, und seine Kinder gingen in Istanbul auf die deutsche Grundschule. Außerdem war er beruflich mit drei türkischen Meistertiteln (1995 mit Besiktas, 2004 und 2005 mit Fenerbahce) sehr erfolgreich.

Immer wieder angesprochen auf das Verhältnis zum Erzrivalen Galatasaray Istanbul zollte er dem Lokalrivalen Respekt. Dabei unterstrich Daum, dass die Rivalität aber nicht ausarten dürfe, wie es leider immer wieder geschehe. Er machte deutlich, das Fußball von Begeisterung und Emotionen lebe, aber das Fanatismus hier nichts zu suchen habe. Mit diesen zum Nachdenken anregenden Worten verabschiedete sich der Fenerbahce-Trainer.

Zwar konnten nicht alle Schüler an dem Gespräch teilnehmen, aber der Besuch begeisterte die gesamte Schulgemeinschaft. Es war eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag. Das sieht auch Abteilungsleiter Schult so: „Unser großes Dankeschön geht natürlich an Christoph Daum, der die lange Anfahrt vom asiatischen Teil der Stadt in das historische Zentrum zur Schule auf sich nahm, aber auch an unseren türkischen Schulleiter Adnan Ersan, der den Besuch vermittelt hat“.

2. November 2009

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