Archiv 2009

Nach nur sieben Monaten Vorarbeit: Deutsche Schule St. Petersburg eröffnet

In kürzester Zeit eine Deutsche Auslandsschule zu gründen bedarf eines besonderen Engagements. Und einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Wie das gelingen kann, hat die DS St. Petersburg eindrucksvoll vorgeführt. Nach nur sieben Monaten Vorbereitungszeit konnte sie am 19. September die offizielle Eröffnung feiern.

Für die bislang 21 Schülerinnen und Schüler der ersten bis siebten Klasse hatte der Unterricht bereits am 1. September begonnen. 14 Kinder durften außerdem den schuleigenen Kindergarten besuchen. In den nächsten Jahren soll die Deutsche Schule bis zur Klassenstufe 12 mit dem deutschen Abitur als Abschluss ausgebaut werden. Als Begegnungsschule bietet die DS St. Petersburg nicht nur deutschen, sondern auch Schülern aus Russland und anderen Nationen Unterricht in deutscher Sprache.

„Eine nachhaltige Vermittlung von Kompetenzen und von Werten wird uns Lehrkräften immer das zentrale Anliegen unserer Arbeit an dieser Schule sein“, versprach die neue Schulleiterin Magdalena Schmid während der Eröffnung. Dr. Peter Ammon, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, überreichte ihr die Plakette der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amtes. „An der PASCH-Plakette erkennen Sie überall in der Welt die ‚offiziellen’ Auslandsschulen, also: Schulen, die jungen Menschen die Welt der deutschen Sprache eröffnen und die Möglichkeit geben, einen deutschen Abschluss zu erwerben“, so Ammon.

Überzeugende Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft

Als PASCH-Partner hat die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) die Gründung der Schule finanziell, pädagogisch und organisatorisch unterstützt. Joachim Lauer, Leiter der ZfA, versicherte in seinem Grußwort, dem Schulstandort St. Petersburg „all unsere langjährigen Erfahrungen beim Aufbau von Begegnungsschulen“ zur Verfügung zu stellen.

Die Deutsche Schule St. Petersburg verdankt ihre Existenz aber nicht nur der ZfA, sondern auch dem Sponsoring deutscher Firmen vor Ort, wie zum Beispiel der Siemens AG. Laut Ammon ein „überzeugendes Beispiel, wie Staat und Wirtschaft zusammenarbeiten.“ Nach der Deutschen Schule Moskau ist die Schule in St. Petersburg die zweite Deutsche Schule in der Russischen Föderation. Damit hat nun auch St. Petersburg einen bedeutenden Standortvorteil für die Industrie. „Unser Ziel ist es, ein Zentrum zu schaffen, in dem beide Kulturen sich gegenseitig bereichern“, erklärte Dr. Michael Süß vom Siemens Energy Sector.

Prof. Dr. Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, betonte, dass die Schule die Attraktivität St. Petersburgs für deutsche Firmen und deren Mitarbeiter erhöhe und dadurch auch den wirtschaftlichen Austausch erleichtere. Derart ausgebildet würden viele Schüler zu wichtigen Botschaftern der deutsch-russischen Beziehungen: „Sie sind die Hoffnungsträger für die deutsche Außenpolitik.“ Noch stecken diese Hoffnungsträger aber in den Kinderschuhen.

Die Deutsche Schule St. Petersburg ist eine der Partnerschulen, die die ZfA betreut. Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ verstärkt die ZfA eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

29. September 2009

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