Archiv 2009

PASCH-Plakette für Deutsche Schule Temperley – Sprachdiplomschule wird Auslandsschule


„Der Süden lebt!“ So begrüßte der Schulvereinsvorsitzende der Deutschen Schule Temperley, Eduardo Koch, den Deutschen Botschafter in Argentinien, Günter Knieß. Dieser verkündete Ende Juli persönlich die öffentliche Aufnahme der Schule in die weltweite Familie der Inititative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH).

Die 2008 vom Auswärtigen Amt angeregte Initiative „soll nicht nur einen Zugang zur deutschen Sprache und Bildung ermöglichen, sondern Interesse an- und Verständnis füreinander schaffen“, erklärte Bundesaußenminister Dr. Frank Walter Steinmeier damals. Eine der inzwischen rund 1300 Partnerschulen ist die Deutsche Schule Temperley in Buenos Aires. Botschafter Knieß enthüllte feierlich die offizielle PASCH-Plakette.

Er betonte in seiner Rede die Bedeutung des deutschen Auslandschulwesens für die traditionell sehr guten bilateralen Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland. Die große Zahl von 33 Deutschen Schulen in ganz Argentinien spiegle die Tatsache wider, dass etwa eine Million Argentinier deutsche Wurzeln aufwiesen. Knieß wies auch auf den persönlichen Gewinn hin, den die Schüler aus dem Erlernen des Deutschen ziehen: Sie erschließen sich damit den Zugang zum zahlenmäßig größten Kultur- und Sprachraum Europas.

Internationaler Schulabschluss eingeführt

Die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) geförderte Schule hat sich die PASCH-Ideen schon lange zu eigen gemacht – und beispielsweise Schüleraustauschprogramme mit Deutschland organisiert sowie das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz abgenommen. Durch die jetzige Einführung eines internationalen Abschlusses, dem Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate (GIB), mit dem sich die Schüler künftig weltweit an Universitäten bewerben können, erfolgte die Anerkennung der Deutschen Schule Temperley vom Auswärtigen Amt als Deutsche Auslandsschule. Knieß findet darin die jahrelangen und konsequenten Anstrengungen aller am Schulleben beteiligten – des Schulvorstandes, der Verwaltung sowie der Lehrer- und Schülerschaft – gewürdigt. Doch nicht nur das GIB ist neu: Die Schule begrüßte in diesem Jahr vier neue, von der ZfA aus Deutschland vermittelte Lehrerinnen und Lehrer.

Der Schulvereinsvorsitzende Eduardo Koch hob hervor, dass es auch im Süden der argentinischen Hauptstadt eine starke deutsche Gemeinde gibt, deren Existenz nun endlich angemessen wahrgenommen wird. Für die anstehenden Aufgaben bei der Einführung des GIB, beziehungsweise bei den dringend erforderlichen baulichen Erweiterungen der Schule, sei man aber auf eine weitere Förderung aus Deutschland angewiesen, so Koch.

Neue Etappe der Schulgeschichte

Schulleiterin Mariana Vogt ließ die wechselvolle Geschichte der Schule Revue passieren, von den bescheidenen Anfängen 1930/31, über die nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte Enteignung der Schule und dem Neubeginn in den 1950er Jahren bis hin zur Einrichtung der Sekundarabteilung 1984/85 und der Anerkennung als erste trilinguale Schule in Argentinien mit der Sprachkombination Spanisch-Deutsch-Englisch. Die Einführung des GIB sieht Vogt als vierte Etappe in der Schulgeschichte.

Milton Nervegna, der in wenigen Monaten die Schule abschließen wird, berichtete in perfektem Deutsch, dass er an der Schule viel über Deutschland gelernt hat und seine Ausbildung als persönliche Bereicherung ansieht: „Mir gefällt es, verschiedene Sprachen zu lernen und diese Schule gibt mir die Gelegenheit dazu“. Die Zeit an der Deutschen Schule Temperley möchte der Zwölftklässler nicht missen. „Ich möchte Zahnmedizin studieren und werde wahrscheinlich keine Fremdsprache brauchen, sofern ich nicht in Deutschland arbeite. Trotzdem finde ich es nützlich, Deutsch zu sprechen, denn nicht viele Argentinier beherrschen diese Sprache. Sie eröffnet uns viele Möglichkeiten. Vielleicht habe ich sogar einmal einen deutschen Patienten, der froh ist, wenn er mit mir deutsch sprechen kann“ berichtet Milton.

Beim anschließenden Rundgang durch die Schule konnte sich der Botschafter davon überzeugen, welch große Anstrengungen weiterhin unternommen werden, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Es stimmt eben doch: Der Süden lebt!

Quelle: André Zahn, ADLK Deutsche Schule Temperley, Dr. Gerald Landgraf, Lehrer an der Deutschen Schule Temperley, Milton Nervegna, Schüler

4. September 2009

PASCH-net und Social Media