Archiv 2009

Deutsch verbindet – Frank-Walter Steinmeier beim SprachKulTour-Fest in Jena


„Wer eine fremde Sprache spricht, hat Zugang zu einer neuen Welt“

Vor mehreren hundert ausländischen und Jenaer Schülern und Deutschlehrern sprach Steinmeier über die Bedeutung der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. „Wer sich zurück erinnert an die großen Krisen, an die Missverständnisse der letzten Jahre, wird merken, dass diese zugenommen haben. Wir müssen es hinkriegen, diese Zahl zu verkleinern. Das kann nur gelingen, wenn wir über uns erzählen, uns erklären.“ Das Erlernen der Sprache Deutsch sei ein wichtiger Schlüssel dazu, so Steinmeier: „Nur, wer eine fremde Sprache spricht, hat Zugang zu einer neuen Welt. Und deshalb lohnt es sich auch so, dass wir uns für unsere eigene Sprache einsetzen“.

Deshalb hat Bundesminister Steinmeier 2008 die Partnerschulinitiative Schulen: Partner der Zukunft“ ins Leben gerufen. Bis heute ist es gelungen, die Zahl der Partnerschulen zu verdreifachen – von 400 im Jahr 2005 auf 1300 im August 2009. Steinmeier betonte in Jena die große Rolle dieser Schulen für die deutsche Außenpolitik: „Das sind 1.300 Orte in dieser Welt, in denen junge Menschen einen Zugang zu unserem Land erhalten, in denen ihnen neue Perspektiven und Chancen geboten werden“. Denn Bildung sei ein Menschenrecht. Nur wer Zugang zu Bildung und Kultur habe, könne später seine Zukunft selbst bestimmen. Dies sei auch durch die Eröffnung von fünf neuen Standorten des Goethe-Instituts in Afrika 2008 gelungen.

Kulturpolitik ist für Steinmeier keine Einbahnstraße

Daher traf er auch fünf von 200 Teilnehmern des neuen Freiwilligendienstes des Auswärtigen Amts „kulturweit“, die nächsten Monat in Schwellen- und Entwicklungsländer ausreisen, um dort an deutschen Auslandsschulen, an Goethe-Instituten und bei deutschen Kulturprojekten tätig zu sein. Die fünf jungen Menschen arbeiten beispielsweise an der deutschsprachigen Schule in Bangkok, bei der nationalen UNESCO-Kommission in Kigali/Ruanda und beim Deutschen Archäologischen Institut in Damaskus/Syrien. Alle fünf waren sich mit dem Minister einig, dass sie mit spannenden Eindrücken und prägenden Erfahrungen aus ihrem sechs- oder zwölfmonatigen Aufenthalt nach Deutschland zurückkehren werden.

Auf der Bühne diskutierte Steinmeier auch mit drei deutschsprachigen Schriftstellern: mit Tanja Dückers, Maria Cecilia Barbetta und Zafer Senocak. Maria Cecilia Barbetta fasste ihre Begeisterung für die Sprache Deutsch prägnant: „Spanisch ist meine Muttersprache, aber Deutsch ist meine geliebte Sprache. Weil sie mir auch manchmal entgleitet“.

Im Anschluss besuchte Steinmeier die Jenaer Kulturarena, wo die Bands Silvester und Klee auftraten. Klee engagiert sich gegen Rechtsextremismus bei „Stimmen gegen rechts“ und war mit Unterstützung des Auswärtigen Amts auf Tournee in Russland und China.

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