Archiv 2009

Partnerschaft gemeinsam einüben


„Erfahrungen bündeln“ lautete das Motto der ZfA-Tagung für neue Vorstände an Deutschen Auslandsschulen vom 19. bis 21. Juni 2009 in Bonn. Vertreter der Privatwirtschaft und der öffentlichen Verwaltung tauschten sich aus, um die Zusammenarbeit zwischen privaten Schulträgern und fördernden Stellen weiter zu verbessern.

„Public-Private-Partnership ist in aller Munde – wir praktizieren es!“ stellte Joachim Lauer, Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), in seiner Begrüßung der 42 Teilnehmer aus 20 Ländern fest. Die derzeit 135 Deutschen Auslandsschulen werden zwar von Bund und Ländern gefördert und betreut, sind jedoch größtenteils Privatschulen nach dem jeweiligen Recht ihres Sitzlandes. Sie werden wie mittelständische Unternehmen geführt und müssen ihre Einnahmen und Ausgaben bilanzieren. Schulträger ist jeweils ein ehrenamtlicher Schulvorstand bestehend aus mehreren Mitgliedern. Die Vorstände arbeiten sowohl mit dem deutschen Schulleiter und den örtlichen Schulbehörden als auch den fördernden staatlichen Stellen aus Deutschland zusammen.

„Diese öffentliche und private Partnerschaft müssen wir gemeinsam einüben“, so Lauer. Sicherlich sei nicht allen der Damen und Herren, die sich in dieses Ehrenamt wählen lassen, völlig bewusst, wie komplex die Aufgaben und die Verantwortung der Schulvorstände und die des Auslandsschulwesens insgesamt weltweit ist. „Das Wichtigste ist aber, dass wir einander verstehen“, betonte Lauer. Damit dies möglichst von Anfang an reibungslos funktioniert, bietet die ZfA einmal jährlich eine Fachtagung für neu gewählte Schulvorstände an.

Komplexität von Kräften und Kompetenzen

Die Komplexität der Aufgaben ergibt im öffentlichen Sektor unter anderem durch die verschiedenen beteiligten Stellen, zu denen auf Bundesebene das Auswärtige Amt, die jeweilige Auslandsvertretung vor Ort, aber auch die ZfA gehören. Seitens der Länder sind die Kultusministerkonferenz und der „Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland“ beteiligt. Aber auch die schulaufsichtlichen Rechte des Sitzlandes sind zu beachten.

Diese Aufgaben zu beschreiben, das Spiel der Kräfte und Kompetenzen darzustellen, war Hauptinhalt dieser Tagung. Auch die Rechte und Pflichten des Schulträgers gegenüber den Erwartungen der deutschen Stellen wurden erörtert. Dabei thematisierten die Teilnehmer Fragen zum wirtschaftlichen Betrieb der Deutschen Auslandsschulen ebenso wie die verlässliche Einkalkulation von deutschen Fördermitteln.

Das Prinzip der Public-Private-Partnership praktiziert die ZfA mit den Auslandsschulen schon seit ihrer Gründung. Dass es auch mit diesen neu gewählten Vorstandmitgliedern gut funktionieren wird, war einhellige Meinung am Tagungsende. So sagte José Antonio Ros, Schulvorstand der Deutschen Schule Bilbao: „Die Erfahrung, die wir gesammelt haben, wird mit Sicherheit unserer Deutschen Schulen zu Gute kommen.“

9. Juli 2009

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