Archiv 2009

PASCH-Theaterprojekt in Mittelosteuropa 2008/09


„Ich möchte euch bedanken, dass es dieser Theater-Workshop gab, es war phantastisch, und ich hoffe, dass diese Programm nächstes Jahr auch stattfinden wird“, erklärte ein ungarischer Schüler des Ságvári Endre Gymnasiums in Szeged bei der Schlussevaluation des Projektes.

Hauptziel des Theaterwettbewerbs war, die Partnerschulen in Mittelosteuropa mit einander zu vernetzen, um so die Nachhaltigkeit der PASCH-Initiative zu fördern. Drei Partnerschulen aus Ungarn, zwei Partnerschulen aus der Slowakei und eine Partnerschule aus Tschechien haben jede auf eigene Weise Szenen zum Thema “Unser täglich Drama“ auf die Bühne gebracht. Die breite Themenvorgabe ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, Fragen und Problemstellungen aus der eigenen Lebensumwelt produktiv in Szene zu setzen. Die drei besten Theatergruppen werden im Oktober 2009 zu einem PASCH-Theatertreffen, an dem auch eine türkische Theatergruppe teilnehmen wird, nach Berlin eingeladen.

Was hat das Projekt wem gebracht?

Theaterspielen in einer Fremdsprache bietet den Schülern die Möglichkeit, nicht nur ihre Deutschkenntnisse vor Publikum unter Beweis zu stellen, sondern auch eine emotionale Bindung mit Deutsch einzugehen, ihre kreativen Fähigkeiten zu entfalten und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. So mancher Schüler, der im Unterricht eher zurückhaltend ist, fand im Laufe der Proben in den Workshops den Mut, sich sprachlich mit Erfolg in die selbst erarbeiteten Szenen einzubringen. Eine Lehrkraft mit über 20-jähriger Unterrichtserfahrung erklärte am Ende: „Ich habe während des Workshops das erste Mal meine Schülerinnen und Schüler wirklich näher kennen gelernt.“

Das Theaterprojekt erwies sich zudem als hervorragendes Instrument, um die Partnerschulen zu vernetzen und die Zusammenarbeit untereinander zu stärken, aber auch um Deutsch als Fremdsprache an den Partnerschulen durch die Institutionalisierung der Theatergruppen an den Schulen nachhaltig zu fördern. Darüber hinaus gelang es, Erfolgsgeschichten der PASCH-Initiative einer lokalen, aber auch einer überregionalen Öffentlichkeit wirkungsvoll zu präsentieren. Nicht zuletzt konnten die Partnerschulen mit dem Projekt ihr Schulprofil akzentuieren.

Voraussetzungen für den Erfolg des Projektes waren:...

  • großes Interesse der Schülerinnen und Schüler an den Drei-Länder-Workshops in der Region Mittelosteuropa, aber auch an der Wettbewerbssituation
  • intensive Fortbildung der Lehrkräfte durch die professionellen Theaterpädagogen aus Deutschland und kontinuierliche Betreuung durch ein Team
  • klare Vorgaben zum Projektinhalt und zum Zeitplan

Beim nächsten Mal, sollte man...

  • statt 7 Monate ein volles Schuljahr für ein derartiges Theaterprojekt einplanen.
  • das Sprachniveau auf mindestens A 2 festlegen. Mit der Vorgabe „keine Nullanfänger“ lagen wir zu niedrig.
  • die Altersvorgabe in Absprache mit den Theaterpädagogen auf 14 Jahre herabsetzen, um auch Grundschulen der Region MOE eine Teilnahme am PASCH-Theaterprojekt zu ermöglichen.
  • die Teilnehmerzahl auf 10-12 Teilnehmer pro Theatergruppe beschränken.
  • die Implikationen eines wettbewerbsorientierten Projektes für die pädagogische Arbeit frühzeitig  thematisieren oder – so der Wunsch der Lehrkräfte - den Wettbewerbscharakter möglichst gering halten,
  • das Projekt auf weitere Partnerschulen in der Region ausweiten.

Fragen?

Michael Hauke beantwortet sie gerne
hauke@budapest.goethe.org

Mehr Informationen zu dem Projekt in dem
Theater-Bereich von www.pasch-net.de

30. Mai 2009

PASCH-net und Social Media