Archiv 2009

Pestalozzi-Schule Buenos Aires feiert 75-jähriges Bestehen


Die Pestalozzi-Schule Buenos Aires wird in diesem Jahr 75. Zur Feier des Jubiläums hatte die Pestalozzi-Gesellschaft am 3. Juni zu einem Festakt ins „Auditorio de Belgrano“ geladen. Rund 1.000 Gäste wurden vom Vorstandsvorsitzenden Ricardo Hirsch, der Schulleiterin Claudia Frey-Krummacher und dem deutschen Botschafter Günther Knies begrüßt.

Mariano Narodowsky, derzeitiger Erziehungsminister der Stadt Buenos Aires, der seine Referendarzeit an der Pestalozzi-Schule absolvierte, sagte in seiner Ansprache, die Stadt Buenos Aires sei stolz auf die Pestalozzi-Schule. Er nannte hierfür vor allem drei Gründe: erstens die historische Dimension der Schulgründung in der Zeit, in der auch in Argentinien das braune Gedankengut starke Verbreitung fand. An zweiter Stelle hob er das Profil der Lehrkräfte hervor und betonte, „Pestalozzi-Lehrer“ seien in den Fachkreisen in der Stadt praktisch ein Markenzeichen. Schließlich wies er noch auf die Innovationskraft der Schule nicht nur auf technischem, sondern auch auf methodisch-didaktischem Gebiet hin.

In den Zeiten des Nationalsozialismus gab es für viele deutsche Familien nur einen Weg, um frei vom Schleier des Rassenhasses, der Unterdrückung und der Vorurteile die deutsche Kultur, ihre Werte und vor allem ihre Sprache zu leben – sie wanderten aus. Um den Schweizer Journalisten Dr. Ernesto Alemann bildete sich in Buenos Aires ein Kreis oppositioneller Eltern mit dem Mut zum Unterschied. Sie setzten sich ein für die Vermittlung des deutschen Kulturgutes und der deutschen Sprache im bewussten Gegensatz zur Doktrin der Nationalsozialisten. 1934 gründeten sie die Pestalozzi-Schule, Buenos Aires.

Einstein, Freud und Mann gratulieren

Die deutsche geistige „Résistance“ um Albert Einstein, Thomas Mann oder Siegmund Freud applaudierte, Einstein selbst appelliert in einem Schreiben an Dr. Alemann eindringlich, die Kinder „vor der systematischen politischen Seelenvergiftung“ zu bewahren.

Und heute, 75 Jahre später? Die humanistischen und pädagogischen Ideale des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi sind an der nach ihm benannten Schule lebendig und stark wie eh und je. Kinder sollen frei von Vorurteilen jedweder Art erzogen, ganzheitlich und mehrsprachig ausgebildet und ihre intellektuelle und moralische Selbständigkeit gefördert werden. So lauteten die Gründungsideale 1934. Fast wörtlich sind sie heute im Manifest der Pestalozzi-Schule wiederzufinden.

Die Pestalozzi-Schule Buenos Aires ist eine der Partnerschulen, die die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreut. Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ verstärkt die ZfA eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

25. Juni 2009

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