Archiv 2009

Jahrestagung des Wissenschaftlichen Beirats in der ZfA

Mehr als zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler an Deutschen Auslandsschulen und alle Sprachdiplomschüler sprechen Deutsch nicht als Muttersprache. Für die von der ZfA vermittelten Deutschlehrer ergibt sich daraus, dass sie nicht wie im Inland einfach „Deutsch“ unterrichten können, sondern das Fach „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF).

Deshalb arbeitet die ZfA seit sieben Jahren mit einem Wissenschaftlichen Beirat zusammen, der aus namhaften Wissenschaftlern deutscher Hochschulen besteht. Schwerpunkt der diesjährigen Sitzung war ein Austausch über den neu konzipierten Rahmenplan „Deutsch als Fremdsprache“ für das Auslandsschulwesen. „Der Rahmenlehrplan muss in Zukunft ein Instrument für die Schulentwicklung sein“, stellte der Beiratsvorsitzende Prof. Dr. Karl-Richard Bausch, Ruhr-Universität Bochum, fest. Dieser, dem curricularen Konzept der Standard- bzw. Kompetenzorientierung verpflichtete Rahmenplan stellt verbindliche fachunterrichtliche Anforderungen in den Mittelpunkt. „Die ZfA setzt damit innovative pädagogische Impulse“, resümierte Reiner E. Wicke, Fortbildungsbeauftragter der ZfA. Der Rahmenplan wird voraussichtlich im September vom Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland verabschiedet und dann in den Schulen eingesetzt werden können. Er beschreibt die zu erwartenden Kompetenzen der Schüler. Er versteht sich in didaktisch-methodischer Hinsicht insgesamt als ein zentrales Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung, indem er transparente und vergleichende Verfahren zur Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützt.

Memorandum von didaktisch-methodischen Perspektiven

Die komplexen Formen der gesellschaftlichen und schulischen Viel- und Mehrsprachigkeit führen zu der Notwendigkeit, die Stellung der deutschen Sprache und Kultur im Auslandsschulwesen grundsätzlich neu zu überdenken. Vor diesem Hintergrund wird sich der Beirat auf Vorschlag von Prof. Dr. Bausch in den kommenden Monaten mit der Ausarbeitung eines Memorandums insbesondere für didaktisch-methodische Perspektiven bei der Vermittlung des Deutschen befassen und der ZfA zur Diskussion vorlegen.

DaF-Magister und -Master als Auslandslehrer

Der Beirat diskutierte mit der ZfA Empfehlungen für die Auswahl und Fortbildung von Absolventen aus DaF-Magister- und Masterstudiengängen. Denn auch das ist neu: Absolventen dieser Studiengänge können an eine Deutsche Auslandsschule bzw. eine Sprachdiplomschule vermittelt werden. Die Empfehlungen sehen unter anderem einem Vorbereitungslehrgang in der ZfA und eine dreiwöchige praktische Weiterqualifizierung an einer Deutschen Auslandsschule mit eigenständigem Unterrichten vor.

DSD-Stufenprüfung eingeführt

Zur Weiterntwicklung des Deutschen Sprachdiploms (DSD) der Kultusministerkonferenz stellte Dr. Boris Menrath, Leiter des DSD-Themenfeldes der ZfA, den Tagungsteilnehmern eine bedeutende Neuigkeit vor: Schon im März 2009 wird an Lyzeen in Frankreich die erste Stufenprüfung mit rund 20.000 Teilnehmern stattfinden. Sie werden dabei innerhalb der gleichen Prüfung auf zwei verschiedenen Niveaustufen geprüft. Der Vorteil einer Stufenprüfung liegt darin, dass ein Leistungsprofil des Schülers abgebildet wird, das sich über zwei Kompetenzstufen verteilt, was dem Spracherwerbsprozess eher entspricht. Ab Herbst 2009 wird an den übrigen DSD-Schulen weltweit ebenfalls die Stufenprüfung eingeführt.

Partnerschulinitiative bislang erfolgreich

Joachim Lauer, Leiter der ZfA, berichtete dem Wissenschaftlichen Beirat über den aktuellen Stand der Partnerschulinitiative (PASCH). Ziel der vom Auswärtigen Amt initiierten Initiative ist es, ein Ziel von 1000 Partnerschulen aufzubauen und damit bei jungen Menschen Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und seine Gesellschaft zu wecken. Durch PASCH stieg die Zahl der Deutschen Auslandsschulen von 117 auf 132 an. Die Anzahl der Sprachdiplomschulen nahm ebenfalls stark zu: von 410 Anfang 2008 waren es zum Jahresende bereits 610. Es gab aber nicht nur Schulgründungen. Auch das Angebot an bestehenden Schulen hat sich verbessert. „Dank PASCH gehören heute systematische Ganztagesangebote an unseren Auslandsschulen zum Standard“, freute sich Lauer. Zufrieden ist auch das Auswärtige Amt mit seiner Partnerschulinitiative. „Auch im Hinblick auf das gestiegene Interesse an der deutschen Sprache, der deutschen Gesellschaft und der deutschen Wirtschaft war die Initiative bislang sehr erfolgreich“ ergänzte Dr. Ines Geßner vom Schulreferat im Auswärtigen Amt.

Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete Prof. Dr. Hermann Funk, Universität Jena, vom Planungsstand der XIV. Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) vom 03. bis 08. August in Jena und Weimar. Zentrale Anliegen der IDT sind u.a. die Weiterbildung, die Vermittlung zwischen Theorie und Praxis und der internationale Erfahrungsaustausch. Bislang liegen für die Mitwirkung in den Sektionen sowie als Teilnehmer schon sehr hohe Anmeldezahlen auch aus dem Kreis der Auslandsschulen vor.

24. April 2009

PASCH-net und Social Media