Archiv 2008

DAAD erweitert Stipendienprogramm für Absolventen deutscher Schulen


Seit 2001 vergibt der DAAD Stipendien für ein komplettes, grundständiges Studium an herausragende Absolventinnen und Absolventen deutscher
Auslands- und Sprachdiplomschulen. Die Zahl der Vergaben wurde im "Jahr der Auslandsschulen" 2008 von zuvor 60 auf 120 verdoppelt. Für ein Stipendium vorgeschlagen werden konnten bislang aber nur Schülerinnen und Schüler, deren Zeugnis eine direkte Studienaufnahme in Deutschland erlaubte.

Zukünftig haben nun auch studienkollegspflichtige Absolvent/inn/en deutscher Schulen im Ausland die Chance auf ein solches Vollstipendium.
Diese Neuerung hat der DAAD mit dem Auswärtigen Amt als Träger der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" für die Bewerbungssaison zum Wintersemester 2009/2010 vereinbart. Die Öffnung des Programms gilt weltweit für Sekundarschulabsolventen, sofern sie mit dem Schulabschluss ein Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz, Niveau C1 (kurz: "DSD
C1") erwerben. Ausgenommen sind Absolventinnen und Absolventen von Schulen, an denen ein Abschluss erworben werden kann, der direkt zum Hochschulstudium in Deutschland qualifiziert.

Die Förderdauer beträgt je nach gewähltem Studienfach und -abschluss zwischen drei und fünf Jahren - zzgl. eines vorgeschalteten Studienkollegsjahres in Deutschland. Mit der Erweiterung des Kreises potentieller Stipendiaten zielt der DAAD vor allem auf Länder ab, die aufgrund ihrer Schulstruktur bislang vom Programm ausgeschlossen waren.
Dies gilt z.B. für Russland und alle weiteren Länder der "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" (GUS) mit einem elfjährigen und damit grundsätzlich studienkollegspflichtigen Schulsystem.

Für den neu hinzu gekommenen Kreis können zwei Wege zu einem DAAD-Stipendium führen: je nach Absolventenjahrgang entweder durch eine Nominierung der für sie zuständigen Fachberater/inne/n der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) oder in Form einer Selbstbewerbung über DAAD-Vertretungen im Land bzw. direkt beim DAAD in Bonn. Die Endauswahl findet durch eine vom DAAD berufene Auswahlkommission deutscher Hochschullehrerinnen und -lehrer in Bonn statt.

Neben dem allgemeinen schulischen Notenniveau und den Leistungen im Deutschen werden die Resultate des für alle obligatorischen Studierfähigkeitstests TestAS herangezogen. Selbstbewerber müssen i.d.R. zusätzlich den auf Studienbelange abgestimmten Deutschtest TestDaF absolvieren.

Der DAAD erhofft sich mit der Programmerweiterung ein Plus an leistungsstarken Bewerbungen. Mehr jungen Menschen, die sich schulisch ausgezeichnet und sehr gute Deutschkenntnisse erworben haben, soll damit eine weiterführende Ausbildungsperspektive durch ein stipendienfinanziertes Studium in Deutschland geboten werden. Die Erweiterung schlägt auch eine Brücke zu den erfolgreichen Bemühungen der weltweiten Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" des Auswärtigen Amtes.

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