Archiv 2008

Startschuss für den Unterricht an der Deutschen Schule Doha


7. Oktober, 7.50 Uhr Ortszeit. An der Osama bin Muthad Street in Doha, Katar, warten 25 deutsche Kinder gespannt darauf, endlich die erste Klasse bzw. die Vorschule an der neu gegründeten Deutschen Schule Doha zu besuchen. Ein großer Tag, auch für Michael Bauer. „Wir wollen eine internationale Schule sein mit den höchstmöglichen Standards und mit Schülern unterschiedlicher Nationalitäten“, erklärt der neue Schulleiter. Der Unterricht an der DS Doha soll in naher Zukunft nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Arabisch angeboten werden. Das Wichtigste sei, dass die Schüler dem Unterricht in Deutschland oder einem anderen Land später ohne Schwierigkeiten folgen können, ergänzt Bauer. Neben deutschen sollen hier bald auch einheimische Schüler sowie Kinder anderer Nationalitäten eine hochwertige Schulbildung nach deutschen Lehrplänen erhalten. Der Emir von Katar unterstützt die Idee einer Begegnungsschule persönlich. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung am 23. November erhielt die Schule außerdem eine Plakette, mit der sie dokumentiert, Teil der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ des Auswärtigen Amtes zu sein.

Die Gründung der Schule trägt dem wachsenden Kreis von Deutschen, die in Katar leben und arbeiten, Rechnung. Der deutsche Schulverein, die Deutsche Botschaft sowie der German Business Council haben die Entstehung der Schule vorangetrieben. Dies wurde innerhalb von nur fünf Monaten mithilfe von Spenden und dem persönlichen Engagement einiger Mitglieder der deutschen Gemeinschaft ermöglicht. Insbesondere die Firmen Hochtief und Wintershall sowie viele lokale Unternehmen haben das Projekt mit Spendengeldern und Materialien unterstützt. Von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) wird die Deutsche Schule Doha personell und finanziell gefördert.

Die Schule befindet sich im Stadtteil Al Maamoura und bietet zunächst Unterricht bis zur vierten Klasse an. Das Angebot soll später um die Sekundarstufe I und II erweitert werden. Auch Erziehung und Bildung der ganz Kleinen werden berücksichtigt: In der Vorschule bereiten erfahrene Vorschullehrer die Kinder spielerisch auf die bevorstehende Schullaufbahn vor. Insgesamt acht Lehrkräfte kümmern sich um die Betreuung der Schülerinnen und Schüler an der DS Doha.

Die Resonanz war von Anfang an groß, obwohl die Schule erst nach dem offiziellen Beginn des neuen Schuljahrs eröffnet werden konnte. „Es gab mehr als 50 interessierte Kinder“, erklärt Dr. Thomas Jacob, Vorstandsvorsitzender des Schulvereins. Dass sich nur die Hälfte anmeldete, liegt daran, dass nur sechs Wochen zuvor für das Haus in Maamoura grünes Licht gegeben worden war. Viele Schüler hatten sich darum bereits an anderen Schulen angemeldet. Jacob ist sich aber sicher: „Wir werden die nächsten Jahre um ein Vielfaches wachsen!“

Die Deutsche Schule Doha ist eine der Partnerschulen, die die ZfA im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ betreut. Aufgabe der ZfA ist es, eine qualitätsorientierte Schulentwicklung zu fördern und die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil zu unterstützen. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

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