Archiv 2008

Die Rilke Schule in Alaska baut ihr Immersionsprogramm aus


Seit dem 1. Oktober ist die Rilke Schule German School of Arts and Sciences in Anchorage offiziell Teil der von Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufenen Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Im Rahmen der Einweihung des neuen Schulgebäudes überreichte Rolf Schütte, Generalkonsul in San Francisco, der Schule einen Scheck über 15.000 Euro. Die Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, ließ über Bernd Guetschow, den Deutschen Honorarkonsul in Alaska, ein Grußwort an die Immersionsschule übermitteln.

„Mit dem Geld kann die Schule ihr Immersionsprogramm weiter ausbauen“, freut sich Elke Rühl, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA). Aus den Mitteln der PASCH-Initiative werden verschiedene Fortbildungen, kulturelle Angebote und die Entwicklung des Schulprogramms finanziert. Bereits fünf Lehrkräfte nahmen Mitte Oktober an der Konferenz „Immersion Education: Pathways to Bilingualism & Beyond" in Minneapolis teil.

Immersion bedeutet an der Rilke Schule, dass die Kinder bereits im schuleigenen Kindergarten in die deutsche Sprache „eintauchen“ – ein Sprachbad also. Die Fremdsprache wird dabei nicht bewusst erlernt, sondern erschließt sich den Kindern spielerisch aus Alltagssituationen. Die Betreuer sprechen mit ihnen fast ausschließlich deutsch. Sprechen und Verstehen der Sprache ergeben sich damit aus dem natürlichen Zusammenhang und Umgang miteinander.

Die Immersion endet jedoch nicht mit dem Kindergarten. Der Unterricht erfolgt bis zum Ende der Middle School nach der achten Klasse. Er findet in den Fächern Mathematik, Erdkunde, Naturwissenschaften und Gesundheitslehre auf Deutsch statt. So wird sichergestellt, dass alle Fachbegriffe sitzen. Im Deutschunterricht werden die Schüler nicht nur in die deutsche Grammatik, sondern auch in die deutsche Geschichte und Kultur eingeführt. Um ein authentisches Erleben der Sprache und Kultur zu gewährleisten, steht die Rilke Schule in engem Kontakt mit Partnerschulen in Leverkusen und Eiselfing.

Etwa 85 Prozent der derzeit 215 Schülerinnen und Schüler der Rilke Schule Anchorage sind nicht-deutscher Herkunft. Dank des Immersionskonzeptes haben sie die besten Voraussetzungen, muttersprachliches Niveau zu erreichen. Langfristig wird die Rilke Schule außerdem das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) auf der Niveaustufe B 1 (voraussichtlich ab Klasse 8) anbieten, mit dem die Absolventen Studienkollegs in Deutschland besuchen können. Kein Wunder, dass die Anmeldequote steigt. Obwohl die Anwerbung von Schülern für das nächste Schuljahr erst im Dezember beginnt, liegen der Schule bereits 25 Neuanmeldungen vor.

Die Rilke Schule German School of Arts and Science in Anchorage ist eine der Partnerschulen, die die ZfA betreut. Im Rahmen der Partnerschulinitiative verstärkt die ZfA eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

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