Archiv 2008

BIDS-Tagung ein voller Erfolg


Über die Vergabe von Individualstipendien und eine verstärkte Information über und Werbung für den Studienstandort Deutschland hinaus setzt der DAAD auf die direkte Kooperation zwischen Auslands- und Sprachdiplomschulen auf der einen und deutschen Hochschulen auf der anderen Seite. Zu diesem Zweck wurde im Frühjahr 2008 die „BetreuungsInitative Deutsche Auslands- und PartnerSchulen" (kurz: BIDS) ins Leben gerufen, an der sich im Rahmen von insgesamt 30 Projekten 57 Hochschulen beteiligen. BIDS unterstützt auf struktureller Ebene das Zusammenwachsen von entsendenden Schulen und aufnehmenden Hochschulen unterschiedlichen Typs, also Universitäten, Technische Universitäten und Fachhochschulen. Die an der BetreuungsInitiative beteiligten Hochschulen trafen sich jetzt in Bonn zu ihrer ersten Jahrestagung.

„Die Absolventen Deutscher Auslandsschulen sind eine hochqualifizierte Zielgruppe, die in der Vergangenheit kaum berücksichtigt worden ist“, betonte Dr. Georg Krawietz, Leiter des DAAD-Referats Stipendienprogramm deutsche Auslandsschulen / Initiative „Schulen: Partner der Zukunft". Rund 7.000 Schüler verlassen Deutsche Auslands- oder Sprachdiplomschulen pro Jahr mit der Hochschulzugangsberechtigung und können damit direkt in Deutschland studieren, ohne vorher ein Studienkolleg zu besuchen. Nach Schätzungen studieren aber nur 20 bis 25 Prozent im Laufe ihres Studiums eine Zeit lang in Deutschland.

Stipendien für qualifizierte Bewerber

Um aussichtsreiche Studienbewerber aus dem Ausland an deutsche Hochschulen zu bringen, vergibt der DAAD bereits seit 2001 jährlich Stipendien. In 2008 – dem „Jahr der Auslandsschulen“ – ist diese Anzahl von 60 auf 120 erhöht worden. Und qualifizierte Abiturienten werden an den Universitäten gesucht: „Wir haben durchaus Bedarf an neuen Studenten von deutschen Auslandsschulen“, bestätigt Anna Barkhausen, BIDS-Beauftragte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.

Den Hochschulen kommt im Rahmen der BIDS-Initiative eine zentrale Rolle zu: Sie gehen auf die Auslandsschulen zu und bieten ihnen eine Kooperation an. Mit der Vergabe von Motivationsstipendien, speziellen Mentoren-Programmen oder einer Woche „Schnupperstudium“ sollen die Schüler für den Hochschulstandort Deutschland gewonnen, und der Kontakt zwischen den Deutschen Auslandsschulen und den Hochschulen in Deutschland verbessert werden. Einig waren sich die Teilnehmer, dass man nicht nur die Schüler ansprechen, sondern insbesondere deren Eltern erreichen muss, die letztlich an der Entscheidung über die Studien- und Universitätswahl ihrer Kinder maßgeblichen Anteil haben.

Hilfreicher Erfahrungsaustausch

Die BIDS-Beauftragten der 28 Hochschulen nutzten die Tagung zum intensiven Erfahrungsaustausch – untereinander und mit dem DAAD. „Die Tagung fand ich sehr hilfreich“, erklärte Wolfgang Heintz, stellvertretender Leiter des International Office der Universität des Saarlandes. „Durch die Präsentationen und die Gespräche mit den Kollegen wurde auch eine bessere Einschätzung des eigenen Projektes möglich.“

Für die Zukunft ist geplant, die Ansprachen der Auslandsschulen noch besser zu koordinieren, um mit einer Stimme für den Hochschulstandort Deutschland zu werben. Unterstützung erhalten die Hochschulen dabei auch von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA): „Die Fachberater der ZfA haben uns sehr geholfen, den Kontakt zu den Auslandsschulen herzustellen und an die richtigen Ansprechpartner heranzukommen“, so Barkhausen. Heribert Wegmann, stellvertretender Leiter der ZfA, nutzte die Gelegenheit, auf der BIDS-Tagung seine Institution persönlich vorzustellen, anstehende Fragen zu beantworten und gab das Lob gleich an die Teilnehmer zurück: „Ich bin sehr froh, dass es Sie als BIDS-Vertreter gibt – denn mit dieser Initiative stehen wir im Wettbewerb um die klugen Köpfe schon jetzt ein bisschen besser da.“ Zu guter Letzt gab es noch eine positive Nachricht in puncto Finanzen: „Die Gelder für 2009 sind bewilligt“, so Krawietz. Alle Projekte können weiter gefördert werden.


Ansprechpartner:

Dr. Georg Krawietz, DAAD
Telefon: +49 (0) 228 882-741
krawietz@daad.de

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