Archiv 2008

Von Ballack bis Beethoven

Die 120 neuen Stipendiaten zu Gast im Deutschen Bundestag.

„Die deutsche Schule auf Teneriffa hat einen sehr guten Ruf: Mein Vater besuchte sie, später war ich auch dort“, erzählt Tábata Samantha Garcia y Garcia, die in Berlin gerade mit ihrem Medizinstudium begonnen hat.

Tábatas Lehrer empfahlen ihr das Studium im Ausland. „Und mit dem Stipendium in der Tasche konnte ich auch meine Mutter überzeugen“, sagt die 18-Jährige. Tábata Samantha Garcia y Garcia ist eine von insgesamt 120 Stipendiaten, die nach der Absolvierung deutscher Auslands- und Sprachdiplomschulen in diesem Jahr ein Studium in Deutschland aufnehmen. Waren es bislang nur 60 Stipendien, die der DAAD vergeben hat, so sind es in diesem Jahr erstmals 120 Stipendien. Generell studiert nur ein Viertel aller Absolventen irgendwann einmal in Deutschland. „Das ist uns viel zu wenig“, sagt Georg Krawietz, der im DAAD das Auslandsschul-Programm leitet. Dabei genießt die deutsche Bildung im Ausland ein hohes Ansehen, die Schulen mit deutschen Lehrplänen und Unterricht auf Deutsch sind äußerst beliebt. Und ihre Absolventen sind ein hochinteressantes, aber bislang vernachlässigtes Klientel für deutsche Universitäten. „Sie haben beste Studienvoraussetzungen, weil ihnen die Sprache, problemlösendes Denken und auch unsere Kultur vertraut ist – sozusagen von Ballack bis Beethoven“, sagt Georg Krawietz. Auch die chinesische Stipendiatin Tao Zhang aus Shenzhen, in der Nähe von Hongkong studiert in München. „Das Stipendium war meine einzige Chance für ein komplettes Studium im Ausland. Das Land gefällt mir und ich liebe den deutschen Fußball.“ Tao Zhang kann sich gut vorstellen, später in Deutschland oder für ein deutsches Unternehmen in China zu arbeiten und mit einem Studium in Deutschland hat sie sicherlich die allerbesten Voraussetzungen dafür.

Ein DAAD-Stipendium erhalten nur die Allerbesten, also etwa ein bis zwei Prozent aller Absolventen. „Dagegen verändert die „BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und PartnerSchulen“ – kurz BIDS – die institutionelle Zusammenarbeit. So wissen bereits Schüler, was sie beim Studium in Deutschland erwartet“, erklärt Georg Krawietz. Der DAAD fördert 30 direkte Kooperationen zwischen deutschen Hochschulen und deutschen Schulen im Ausland. Es gibt Geld für ein Schnupperstudium oder für Summerschools und für die Betreuung der jungen Studierenden.

Dabei greifen die Hochschulen bestehende Kontakte auf, wie die technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) mit Lateinamerika. „Wir kooperieren mit neun Partnerschulen in Mexiko, Kolumbien, Argentinien, Costa Rica und El Salvador und stellen dort unsere auf lateinamerikanische Schüler ausgerichteten Betreuungsangebote vor“, berichtet Randolph Galla, BIDS-Projektkoordinator der TUHH.

Die Partnerschulen der Europauniversität Viadrina in Frankfurt/Oder zum Beispiel stehen in Bulgarien, Rumänien und der Slowakei. „Das Schnupperstudium kam bei den Schülern aus Osteuropa sehr gut an Ich hoffe, sie kommen nach dem Abitur wieder.““, berichtet BIDS-Projektkoordinatorin Anna Barkhausen.

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