Archiv 2008

Gründung einer Deutschen Schule in Vietnam beschlossen


Lange wurde sie diskutiert, nun ist die Gründung der „German International School“ (GIS) in Ho-Chi-Minh-Stadt eine beschlossene Sache. Ein attraktives Ausbildungsangebot mit deutscher und internationaler Orientierung soll entstehen – zunächst für Kinder aus dem deutschen Sprachraum. Später sollen auch Kinder aus dem Gastland und aus Drittländern die Schule besuchen können.

In Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es durchaus internationale Schulen, die qualitativ hochwertige Programme anbieten – deutsche Sprach- und Lerninhalte sind dort jedoch nicht zu finden. Und diese Inhalte sind für deutsche Eltern, die vorübergehend oder auch längerfristig in Vietnam leben, wichtig in Hinblick auf die Entwicklung ihrer Kinder.

So wurde das Thema einer Deutschen Schule in der Metropole zwar seit einigen Jahren diskutiert, doch erst kürzlich bekam die Initiative, getragen von Eltern, der diplomatischen Vertretung vor Ort sowie der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Köln, neuen Schwung. Das Thema war auch auf der Agenda von Außenminister Steinmeier während seines Vietnambesuches.

Die Gründung einer deutschen Bildungseinrichtung wurde mit der Zielsetzung beschlossen, den Schulbetrieb für Klassen der Grundschule für das Schuljahr 2009/2010 aufzunehmen. Zusätzlich werden Kindergarten- und Vorschulprogramme angeboten.

Absicht der zukünftigen deutschen Schule in Ho-Chi-Minh-Stadt ist es, deutschen und deutschsprachigen Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, die auf deutsche Bildungsziele und Schulabschlüsse ausgerichtet ist sowie zur Deutschen Internationalen Abiturprüfung (DIAP) führt. Das DIAP entspricht dem deutschen Abitur und wird als Hochschulzugangsberechtigung international anerkannt. Die Schule soll dabei ein Ort der Begegnung und des Dialogs sein und auch für Kinder des Gastlandes, abhängig von den lokalen rechtlichen Bedingungen, und aus Drittländern attraktiv sein.

Leitbild, Schul- und Finanzierungskonzept werden von einem Kompetenzteam erarbeitet. Insgesamt soll der Bildungsgang bis zum Abitur an der German International School zwölf Jahre umfassen: An der GIS wird nach dem neusten deutschen Rahmenlehrplan (des Bundeslandes Thüringen) unterrichtet. In einem bilingualen Lernkonzept wird der Unterricht in Deutsch und Englisch stattfinden.

Diese Schule wird auch den Standort Vietnam noch attraktiver für deutsche Investoren machen – für viele Unternehmen und deren Entsendungskandidaten und Familien kann dies ein wichtiges Thema sein. Darüber hinaus ist die Schule auch ein weiterer Baustein des kulturellen Austausches zwischen Deutschland und Vietnam.

Dirk Salewski und Michael Osswald

Im Rahmen der Partnerschulinitiative verstärkt die ZfA eine qualitätsorientierte Schulentwicklung. Sie unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, wie zum Beispiel in Ho-Chi-Minh-Stadt. Die ZfA berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

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