Archiv 2008

Haken, Schwinger und Grammatik


Andrea Strohmaier und eine Kontrahentin

„In Spanien habe ich zweimal öffentlich gegen Männer gekämpft. Das ist da sehr ungewöhnlich und eigentlich nicht erlaubt. Ein paar Machos haben mich ausgebuht, aber der Rest der Zuschauer war auf meiner Seite. Und die waren so laut!! Leider hab ich knapp verloren, aber immerhin, ich habe den Schritt gewagt.“

Andrea Strohmeier spricht…vom Boxen. Zwar ist das Frauenboxen in Deutschland inzwischen ziemlich weit verbreitet, dennoch ist es auch hierzulande für die Allgemeinheit noch nicht selbstverständlich. Andrea, die amtierende bayrische Meisterin im Weltergewicht, erzählt aber zufrieden, dass Frauenboxen 2012 oylmpische Disziplin sein wird.

Sie selbst ist erst relativ spät zum Boxsport gekommen: „Um im Boxen Erfolg zu haben, muss man täglich trainieren und eigentlich möglichst früh damit beginnen. Dieser Sport ist nicht nur hart, sondern erfordert äußerste Disziplin und Durchhaltevermögen in allen Bereichen, auch privat – kein Alkohol und natürlich keine Drogen.“

Aber Andrea hat noch mehr Qualifikationen als das Boxen parat: Sie ist studierte Diplompädagogin und hat eine Zusatzausbildung für Deutsch als Fremdsprache. Mit dieser Kombination ist sie schon ganz schön viel in der Welt herumgekommen und hat in interessanten Projekten mitgearbeitet. So war sie außer in Spanien auch in Argentinien und hat dort in den Armenvierteln von Buenos Aires mit Jugendlichen und Kindern gearbeitet. Die Entwicklung sportpädagogischer Konzepte für die Jugendarbeit kommt ihr jetzt beim Schreiben ihrer Diplomarbeit zugute.

Typisch deutsch: Geboxt wird im Verein. Im Fall von Andrea Strohmaier ist das der 1.BC Haan – nicht ganz zufällig, denn dieser Augsburger Boxclub engagiert sich speziell auch in der Jugendarbeit. Aber das nächste Ziel von Andrea und ihren Trainern heißt erst einmal: Deutsche Meisterschaft im Frauenboxen 2008 in Eichstätt. Toi, toi toi!

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