Archiv 2017

Nachbarschaftliche Beziehungen im Herzen Europas

Woher wir kommen
Was verbindet und was unterscheidet Länder in Europa in Geschichte und Gegenwart? Beim Projekt „Weimarer Dreieck“ sind polnische und französische Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen dieser komplexen Frage nachgegangen.


In Berlin erforschten die Teilnehmenden vom 9. bis zum 15. September gemeinsam europäische Geschichte und den aktuellen Umgang mit Flucht und Migration in Deutschland, Frankreich und Polen. „Ich kannte die Geschichte aus Büchern, aber es ist etwas anderes, das direkt und nah zu sehen. Das macht die Zeugenberichte viel realer“, fand Bogdan aus Lyon nach dem Besuch von Denkmälern und historischen Orte in und um Berlin, wie der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Gearbeitet wurde mit deutsch-polnischen und deutsch-französischen Geschichtsbüchern.

Arbeit mit dem neu erschienenen deutsch-polnischen Geschichtsbuch

Im Auswärtigen Amt diskutierte die Gruppe über die Frage der europäischen Identität. Die Kommunikationssprache des Projektes war vor allem Deutsch. Kacper aus Stettin erklärte: „Für mich war es eine wichtige Erfahrung, zu sehen: ich kann auf Deutsch diskutieren. Ich kann sagen, was ich denke und man versteht mich.“

Vor dem Auswärtigen Amt

Beim Besuch der Helene-Lange-Schule in Berlin tauschte sich die Gruppe auch mit deutschen Schülerinnen und Schülern über die Themen Migration und Rassismus aus. Die französischen Schüler waren überrascht, hier auch auf Mädchen mit Kopftuch zu treffen. „Das habe ich noch nie gesehen. In Frankreich ist das in der Schule verboten. Viele andere Erfahrungen sind in Deutschland so ähnlich wie bei uns“, so Bogdan.

Französische Schüler lernen polnische Wörter.

Für den ZfA-Fachberater aus Warschau, Karl-Martin Everding, und die ZfA-Fachberaterin für Frankreich, Dorothea Schulz, war auch die länderübergreifende Vernetzung von PASCH-Schulen Ziel des Projekts. Dass dies gelungen ist, bestätigten unter anderem Pablo aus Lyon und Bartek aus Stettin: „Wir haben neue Freundschaften geschlossen und Sprachbarrieren überwunden. Dabei haben wir gelernt, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben. Aber wir sind auch ein bisschen anders, mit einer unterschiedlichen Kultur und Gesellschaft - und vor allem anderen Essgewohnheiten.“

Das Projekt wurde auch auf dem Instagram-Kanal von PASCH-net begleitet: www.instagram.com/paschnet
21.09.2017
Text: Friederike Claußen, ZfA
Fotos: Dorothea Schulz, ZfA-Fachberaterin für Frankreich

PASCH-net und Social Media