Archiv 2017

Auf dem Weg nach Deutschland

Chinesische DSD-Schülerinnen und -Schüler.
Für 34 DSD-I-Schülerinnen und -Schüler aus ganz China fand vom 3. bis 22. Juli in Hangzhou ein Seminar zur Vorbereitung auf das Studium in Deutschland statt. Neben der Sprache stand auch die praktische Hilfestellung für den Start im Ausland auf dem Programm.


Nachdem die DSD-I-Prüfungen Anfang April gemeistert worden waren, hatte sich der Fokus der chinesischen Deutschlernenden voll und ganz auf die Vorbereitung der Gaokao – der womöglich herausforderndsten Hochschulzugangsprüfung der Welt – verlagert. Nach dem Bestehen der Gaokao im Juni haben die chinesischen Schülerinnen und Schüler aber nicht etwa in einer verdienten Verschnaufpause bis Ende September die Seele baumeln lassen. Sie wendeten sich gleich den schönen Dingen des Lebens zu: ihrer Zukunft als Studierende in Deutschland.

Dreiwöchiges Vorbereitungsseminar


Umfrageauswertung Aus allen Himmelsrichtungen Chinas reisten 34 hochmotivierte Fast-Studierende nach Hangzhou, um an dem dreiwöchigen Vorbereitungsseminar teilzunehmen. Neben der Auffrischung von grammatikalischen Strukturen wie dem Konjunktiv II oder dem Passiv, war das vordergründige Ziel des Seminars den Teilnehmenden den Übergang zum Leben in Deutschland und letztlich zur Universität zu ebnen.

Thematische Einheiten behandelten unter anderem die (Online-)Wohnungssuche samt dem Ausfüllen des Mietvertrages (inklusive WG-Casting und Putzplanerstellung), der Wohnungsgeberbestätigung sowie der Wohnsitzanmeldung beim Einwohnermeldeamt. Ebenfalls wurden Handytarife verglichen und die Inhalte von Haftpflicht- und Krankenversicherungen seziert. Mit Heldenmut nahmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser schwierigen Themen an, die auch jedem Deutschen den letzten Nerv rauben.

Referatsvorbereitungen Weiterhin eigneten sich die zukünftigen Studierenden das essentielle, universitäre Grundvokabular (von AStA bis Zweitstudium) an, kämpften sich durch komplizierte Rechercheaufgaben, analysierten Bilder, hielten herausfordernde Gruppen- und Einzelreferate, werteten komplexe Statistiken aus und nutzen Umfrageergebnisse, um Diagramme anzufertigen.

Beachtliche sprachliche Fortschritte durch intensives Arbeiten

Exemplarisch setzten sie sich mit den Veranstaltungen einer Orientierungs­woche auseinander, stellten mithilfe des Vorlesungsverzeichnisses einen Stundenplan zusammen, machten für diverse Hausarbeitsthemen geeignete Lektüren im OPAC (dem Online-Bibliothekskatalog) ausfindig und bewarben sich um diverse Studentenjobs, sodass während der vorlesungsfreien Zeit genügend Kapital zur Verfügung stehen würde, um die geplanten Reisen in die Schweiz oder nach Österreich durchzuführen.

Mensch ärgere dich nicht zu acht Zum Ausgleich streuten die Lehrkräfte immer mal wieder Theaterübungen ein, um dem Lagerkoller nicht den Hauch einer Chance zu geben. Die Jugendlichen interpretierten Kurzgeschichten bühnenreif, drehten komplette Nachrichtensendungen, zeichneten Comics zu Märchen und konzipierten innovative Mensch-ärgere-dich-nicht-Varianten.

Alle Teilnehmenden haben während der drei Wochen äußerst intensiv gearbeitet und nochmal beträchtliche sprachliche Fortschritte gemacht. Den deutschen und chinesischen Lehrkräften hat es große Freude bereitet, mit solch motivierten und ausdauernden Schülerinnen und Schülern zusammenzuarbeiten.

Wir wünschen allen viel Erfolg!
27.07.2017
Claus Huxdorff
Fachschaftsberater in China
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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