Archiv 2017

PASCH-Alumna informiert in Armenien über Studium in Deutschland

Vom Neckar an den Rhein: Die Stationen der PASCH-Alumna in Deutschland
Im Rahmen des von ZfA, Goethe-Institut, PAD und DAAD gemeinsam durchgeführten PASCH-Mentoring-Programms berichtete die Armenierin an ihrer ehemaligen Schule von ihren Erfahrungen mit dem Studium und Leben in Deutschland.


Bei dem PASCH-Mentoring-Programm betreuen seit Februar 27 in Deutschland studierende PASCH-Alumni als Mentorinnen und Mentoren Studienanfängerinnen und Studienanfänger in Deutschland, die Mentees. Weitere sieben PASCH-Botschafterinnen und -Botschafter informieren unter anderem in ihren Heimatländern über die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) und das Studium in Deutschland.

Seda Sargsyan hat sich als PASCH-Botschafterin engagiert: Sie nutzte ihren Heimaturlaub in Armenien im April, um an ihrer alten Schule, der 119. Oberschule „Benjamin Jamkotschian“, vor interessierten Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern vom Studium in Deutschland zu berichten und Fragen nach der Finanzierung und den Lebensbedingungen zu beantworten. Die junge Frau ist eine der Schülerinnen, welche die 119. Oberschule mit dem Deut­schen Sprach­di­plom der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (DSD) - Zweite Stufe (DSD II) verlassen haben. In ihrem Fall liegt der Schulabschluss nun schon drei Jahre zurück - drei Jahre, in denen die PASCH-Alumna in Deutschland zunächst das Studienkolleg in Heidelberg besucht hatte, bevor sie an die Heinrich-Heine-Universität in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt wechselte, um dort ihr Betriebswirtschaftsstudium zu beginnen.

Großes Interesse an Studium in Deutschland

Bei armenischen Schülerinnen und Schülern besteht großes Interesse an einem Studium in Deutschland

Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist unter armenischen Schülerinnen und Schülern traditionell groß und nimmt in den letzten Jahren in der Metropole sogar noch zu: Immer mehr Schulen in Eriwan suchen nach Möglichkeiten, den Deutschunterricht auszubauen oder führen Deutsch neu ein. Oft werden sie dabei von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und dem Goethe-Institut beraten. So war es nicht verwunderlich, dass kein Platz in der Aula unbesetzt blieb und in den über eineinhalb Stunden viele ganz unterschiedliche Fragen beantwortet werden konnten.

Dies auch deshalb, weil sich die ehemalige DSD-Schülerin Unterstützung für ihre Präsentation mitgebracht hatte: Organisiert worden war der Vortrag im Vorfeld vom ZfA-Fachschaftsberater Thomas Blumenrath, der zudem die Kolleginnen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) eingeladen hatte. Gemeinsam mit Silvia Schmid, Leiterin des DAAD-Informationszentrums Eriwan, und ihrer Studien- und Programmberaterin Meri Navasardyan, konnten so auch Fragen nach Stipendienmöglichkeiten oder dem unmittelbaren Hochschulzugang beantwortet werden.

Finanzierung in Eigeninitiative

ZfA-Fachschaftsberater Thomas Blumenrath erläutert verschiedene Möglichkeiten des unmittelbaren Hochschulzugangs in Deutschland

Trotz sehr guter Noten hatte Seda kein Stipendium für ihren Studienaufenthalt erhalten, sondern die Finanzierung in Eigeninitiative geregelt. Ein besonders spannendes Thema für die Anwesenden, denn die hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland schrecken viele Armenierinnen und Armenier ab. Seda konnte aber anhand ihrer persönlichen Situation zeigen, dass man durchaus in der Lage ist, als Studentin etwas Geld nebenher zu verdienen, und gab zu bedenken, dass in Armenien in der Regel Studiengebühren gezahlt werden müssten, wohingegen das Studium in Deutschland kostenlos sei.

Der Besuch des Studienkollegs jedenfalls sei, so die Studentin, absolut empfehlenswert: Nicht nur, dass man auf diese Weise sehr schnell Freunde fände und in Deutschland Fuß fasse, auch der Unterricht sei hervorragend organisiert und es würden wesentliche Kompetenzen für das anschließende Studium vermittelt. Allerdings wurden die Studienkollegs in Deutschland in den vergangenen Jahren von einigen Bundesländern abgeschafft. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, so berichtete ZfA-Fachschaftsberater Thomas Blumenrath, gebe es daher mittlerweile verschiedene Pilotprojekte, die einen direkten Hochschulzugang ohne den Umweg über ein Studienkolleg ermöglichen. „Studienstart international“ der Uni Köln und „Entrance to Expertise“ der Universität Duisburg Essen sind zwei Projekte dieser Art, die der Fachschaftsberater kurz vorstellte.

Für den Direktor der 119. Oberschule, Hovhannes Karapetyan, war der Vortrag seiner ehemaligen Schülerin auch eine Möglichkeit, für den Deutschunterricht an seiner Schule zu werben. Nach dem Besuch der neunjährigen „Grundschule“ stehen den Schülerinnen und Schülern in Armenien seit einer Schulreform vor einigen Jahren unterschiedliche weiterführende Schulformen zur Auswahl. Neben der neu eingeführten „Oberschule“, die am ehesten mit einem Oberstufengymnasium zu vergleichen ist, können die Kinder Berufsschulen oder spezialisierte Colleges besuchen. Für das DSD-II-Programm stimmte es optimistisch, dass so viele Schülerinnen und Schüler aus den Klassen acht und neun verschiedener DSD-Schulen zum Vortrag von Seda gekommen waren. Denn ohne hervorragende Deutschkenntnisse, so wurde die Studentin nicht müde zu betonen, sei das Studium in Deutschland undenkbar.
Datum: 29.05.2017
© Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)


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